Aktuell sind viele BEACH-Aktien in aller Munde. Denn infolge der Corona-Krise brachen viele von ihnen dramatisch ein. Nun könnten sie sich als günstige Einstiegsgelegenheiten entpuppen. Doch das Problem ist: Während Anleger vielleicht 100 oder 200 Prozent Rendite einfahren könnten, könnten viele BEACH-Unternehmen auch Pleite gehen. Wir zeigen, was BEACH-Unternehmen sind und worauf Anleger unbedingt achten sollten.

Was sind BEACH-Aktien?

Die BEACH-Aktien beschrieb der Branchdienst visualcapitalist.com folgendermaßen:

  • Booking
  • Entertainment und Live Events
  • Airlines
  • Cruises und Casinos
  • Hotels und Resorts

Nimmt man die Anfangsbuchstaben der fünf Kategorien, so ergibt sich das Wort BEACH daraus. Diese Unternehmen stammen also vor allem aus der Reise- und Freizeitbranche. Klar, dass die Corona-Pandemie diese Unternehmen besonders hart traf: Wenn die Menschen nicht reisen können und Großveranstaltungen wie Konzerte abgesagt sind, so generieren die BEACH-Unternehmen keinen Umsatz. Das sorgte in den vergangenen Monaten für harte Einbrüche bei den Aktienkursen. Viele Kreuzfahrtunternehmen und Airlines brachen teilweise um 70 bis 80 Prozent ein. Manche Aktien erholten sich bereits etwas, sind aber noch weit vom Niveau von vor der Krise entfernt.

Der Baird Hotel Stock Index sank beispielsweise von Mitte Februar bis Mitte März um fast 60 Prozent. Heute steht er immer noch rund 30 Prozent unter seinem Vorkrisenniveau. Und auch der ishares STOXX Europe 600 Travel&Leisure ETF, der die Entwicklung der größten europäischen Reiseunternehmen abbildet, fiel in der Krise um 56 Prozent. Seit dem Tiefpunkt stieg der Index bereits wieder um 50 Prozent, notiert aber auch immer noch weit unter dem vorherigen Stand.

Welche BEACH-Unternehmen gibt es?

Jetzt wollen wir uns mal anschauen, welche BEACH-Unternehmen es so gibt. Achtung: Diese Aufzählung ist keine Anlageempfehlung! Es geht nur darum zu sehen, welche beispielhaften Unternehmen es in den unterschiedlichen Segmenten gibt. Zudem ist ein Investment in BEACH-Unternehmen aktuell sehr riskant. Mehr dazu gibt es im letzten Abschnitt dieses Textes.

Im Bereich Booking (also dem Buchen der Reisen und Veranstaltungen) ist vor allem der Weltmarktführer Booking Holdings zu nennen, welches die Plattform Booking.com betreibt. Hier können Touristen Hotels und Unterkünfte buchen. Außerdem gehören die Seiten kayak, opentable, priceline und rentalcars zum Unternehmen.

Vor allem für Unternehmen im Bereich Entertainment und Live Events waren die vergangenen Monate schwer. Selbst den riesigen Disney-Konzern traf es hart, weil die Kinos und Disneylands geschlossen bleiben mussten. Aber auch das deutsche Unternehmen CTS Eventim, welches Tickets für Konzerte und weitere Veranstaltungen verkauft, musste leiden. Wie schnell diese Unternehmen wieder auf die Beine kommen, bleibt abzuwarten. Denn viele Veranstaltungen dürfen vorerst weiterhin nicht stattfinden oder wenn, dann mit begrenzter Anzahl an Zuschauern.

Das große Fragezeichen bildet sich bei den Airlines. In Deutschland haben wir natürlich mitbekommen, dass der Staat die Lufthansa mit Milliarden in der Luft halten muss. Das gleiche geschah mit Air France-KLM in Frankreich und auch die amerikanischen Airlines litten. Das Fluggeschäft war schon vor Corona umkämpft und jetzt wird sich in den kommenden Monaten erst zeigen, welche Airlines wirklich überleben können. Hier gilt es ganz besonders aufzupassen.

Gleiches gilt Cruises & Casinos. Gerade die Kreuzfahrtunternehmen bekamen sehr große Probleme. Viele Touristen steckten wochenlang auf Kreuzfahrtschiffen wegen Corona-Ausbrüchen fest. Ob die Kreuzfahrten bald schon wieder wie normal stattfinden können, das ist ungewiss. Etwas besser sieht es bei Casinos aus. Hier können Abstände besser eingehalten werden. Doch auch Casinos sind auf Touristen angewiesen. Diese Branche sollte man mit Spannung beobachten.

Zuletzt stellen Hotels & Resorts vermutlich den größten Anteil an Unternehmen und Arbeitsplätzen. Viele Länder auf der Welt sind auf den Tourismus angewiesen. Hier dürfte die Politik ganz besondere Anstrengungen treffen, um Hotels wieder lukrativ zu machen. In Deutschland bekommen wir das vor allem beim Reiseveranstalter TUI mit. Auch dieser musste in der Krise leiden. Erst die nächsten Monate werden zeigen, ob das Unternehmen wieder profitabel werden kann.

Checkliste für Anleger

Grundsätzlich sollte man immer ein Unternehmen ordentlich auf Herz und Nieren prüfen, bevor man in dieses Unternehmen investiert. Und bei den BEACH-Unternehmen gilt das besonders. Denn viele von ihnen stecken aktuell in großen Schwierigkeiten und können teilweise nur durch Rettungspakete der Regierungen (siehe zum Beispiel Lufthansa) am Leben erhalten werden. Deswegen sollten Anleger immer checken:

  • Ist die Bilanz des Unternehmens sauber und solide? Wie viele Schulden hat das Unternehmen und wie viel Liquidität? Wie lange kann das Unternehmen ohne Einnahmen überleben?
  • Generiert das Unternehmen Cashflow? Wie viel Free Cashflow erwirtschaftet das Unternehmen regelmäßig? Kann es auch in der Krise genug Geld generieren, um den Betrieb aufrecht zu erhalten?
  • Ist das Geschäftsmodell gesund? Oder gab es schon vor Corona Probleme? Stammen die Schwierigkeiten wirklich nur durch die aktuelle Krise?
  • Wie bewerten Analysten das Unternehmen? Geben sie Kaufempfehlungen oder Verkaufsempfehlungen ab? Was sind ihre Gründe dafür?
  • Ist man selbst von dem Unternehmen überzeugt? Haben einen die gemachten Erkenntnisse aus der Bilanz, über das Geschäftsmodell und von Experten überzeugt?
  • Wie sehen die Zukunftsaussichten in der betreffenden Branche aus?
  • Gibt es politische oder gesellschaftliche Risiken oder Vorteile, die bedacht werden sollten?

Es ist wichtig, sich diese Fragen zu stellen und nicht einfach blind zu investieren. BEACH-Aktien könnten sich schnell und kräftig erholen, wenn die Menschen wieder mehr reisen dürfen. Aber vermutlich werden es auch nicht alle Reise-Unternehmen überleben und auch nicht alle Hotels und Airlines. Hier gilt es darauf zu achten, wenn, dann in die Gewinner zu investieren.

Alle, die etwas mehr auf Sicherheit bedacht sind, lassen sonst die Finger von BEACH-Aktien oder versuchen sich an einem ETF. Aber auch hier ist man vor Verlusten natürlich nicht gefeit.

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