Geld sicher anlegen kann man auch ohne Sparbuch: Diese Anlageformen versprechen auch im Niedrigzinsumfeld und in Krisenzeiten stabile Rendite bei geringem Risiko.

Traditionell gelten Sparbücher als sichere Geldanlage. Das Problem ist, dass man derzeit wegen der EZB-Politik dafür kaum noch Zinsen bekommt. Bei den meisten Anbietern dümpeln die Zinsen zwischen 0 und 1 Prozent. Bei ersten Banken muss man sogar schon dafür bezahlen, wenn man sein Geld bei ihnen anlegen will. Die Folgen für den klassischen Kleinsparer sind gravierend: Die Erträge seiner Ersparnisse werden durch die Inflation aufgefressen. Es ist ein Dilemma, das Millionen Bundesbürger umtreibt: Wie soll man heute noch Geld sicher anlegen und gleichzeitig eine stabile Rendite für die Altersvorsorge erzielen? Wir stellen drei alternative Anlageformen mit ihren Vor- und Nachteilen vor.

Geld sicher anlegen: Festgeld

Für besondes risikoscheue Anleger empfiehlt sich ein Festgeldkonto bei einer Bank. Beim Festgeld handelt es sich um eine Geldanlageform, bei der man einer Bank einen Geldbetrag für einen bestimmten Zeitraum leiht und dafür einen festen Zinssatz erhält. Die Laufzeit kann mehrere Jahre oder auch nur 24 Stunden betragen (dann spricht man von Tagesgeld). Generell entfallen darauf höhere Zinsen als auf ein Girokonto oder Sparbuch.

Die Vorteile liegen auf der Hand: Eine Festgeldanlage ist besonders sicher und kalkulierbar. Der Zinssatz steht vorab fest und unterliegt keinen Schwankungen. Wirtschaftskrisen oder fallende Börsenkurse haben damit keinen direkten Einfluss auf die Rendite. Zudem ist das Geld im unwahrscheinlichen Fall einer Bankpleite durch die staatliche Einlagensicherung bis zu einer Höhe von 100.000 Euro geschützt.

Aber das Festgeld hat auch Nachteile: Je nach Laufzeit muss man für eine lange Zeit auf den angelegten Geldbetrag verzichten. Außerdem fällt die Rendite im Vergleich zu Aktienfonds tendenziell deutlich geringer aus.

Renditestark und risikoarm: ETFs

Wer eine höhere Rendite bei seiner Geldanlage anstrebt, kommt an den Aktienmärkten nicht vorbei. Grundsätzlich ist das Risiko von Verlusten dabei höher. Allerdings gibt es Anlagemodelle, die eine stabile Rendite mit relativ niedrigen Risiken verbinden. Immer beliebter werden passiv verwaltete Aktienfonds, sogenannte ETFs. Sie bilden einen Aktienindex (zum Beispiel den DAX) ab. Die Formel ist simpel: Steigt der DAX, steigt auch der Wert des ETFs – und umgekehrt.

ETFs sind im Vergleich zu Einzelaktien oder aktiv verwalteten Aktienfonds besonders günstig. Junge Anleger können schon ab 25 Euro im Monat einsteigen. Viele Anbieter bieten Sparpläne mit der Option an, den Sparbetrag zu erhöhen, wenn einmal mehr Geld da ist. Ein sehr guter Deal für Einsteiger.

Gleichwohl gibt es auch hier Nachteile, die Anleger bei der Auswahl ihrer Produkte bedenken sollten. Da ETFs zu den großen Trends in der Finanzwelt gehören, stoßen immer mehr Anbieter mit immer ausdifferenzierteren Fonds auf den Markt. Nicht jeder davon ist tatsächlich erfolgsversprechend und nachhaltig. Außerdem können gerade auf manche Nischen-ETFs durchaus hohe Gebühren anfallen. Insbesondere Anfänger sollten sich deshalb lieber an etablierten ETFs orientieren. Hier sei zum Beispiel der MSCI World Index erwähnt. Das ist eine Art Weltaktienindex, der 1600 Unternehmen aus aller Welt umfasst und das Risiko der Anlage damit sehr breit streut. Auf Dauer gesehen ist diese Investition trotz wiederkehrenden Börsenkrisen sehr verlässlich. Die jährliche Rendite beim MSCI World liegt im Schnitt bei fast 8 Prozent.

Die Krisenwährung: Edelmetalle

Gerade in Krisenzeiten gelten Edelmetalle als sichere Häfen für Anleger. Insbesondere Gold ist eines der wertstabilsten Zahlungsmittel der Welt. Im Verlauf der Jahrhunderte hat es trotz Krisen und Währungsreformen nie seinen materiellen Wert verloren. Gold stellt damit eine finanzielle Absicherung gegen Wirtschaftskrisen dar, die durch Kriege oder Pandemien wie Corona ausgelöst werden. Generell sind Gold und Silber damit eine kluge Option, um das eigene Portfolio breiter aufzustellen (im Fachjargon: “diversifizieren”).

Bei den Edelmetallen gibt es allerdings auch ein Problem: Gold und Silber werfen keine jährliche Rendite ab, die an den Anleger ausgeschüttet werden könnte. Erst nach dem Verkauf profitiert man von der hoffentlich eingetretenen Kurssteigerung – und das kann viele Jahre dauern. Der Preis für eine Unze Gold liegt aktuell bei knapp 1600 Euro (Stand: Mai 2020), die selbe Menge Silber kostet momentan 14 Euro. Während der Corona-Pandemie hat sich der Ruf von Gold als unverwüstliche Krisenwährung wieder einmal bestätigt: Der Goldpreis ist seit Jahresbeginn deutlich gestiegen und erreichte jüngst ein Sieben-Jahres-Hoch.

Tipp: Wie man als Kleinanleger einen Goldsparplan einrichtet

Foto-Quelle: Photo by Markus Spiske on Unsplash

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