Die Steuererklärung lohnt sich: Im Schnitt bekommt jeder Bundesbürger 1007 Euro Im Jahr vom Finanzamt zurück. Was sich bei der Steuererklärung 2020 für dich ändert und worauf du achten solltest, erfährst du hier.

Die Fristen

Seit kurzem gilt eine längere Frist für die Abgabe der Steuererklärung. Wenn du deine Steuererklärung für das Jahr 2019 selbst beim Finanzamt abgibst, geht das bis zum 31. Juli 2020. Zuvor war der traditionelle Stichtag der 31. Mai. Macht ein Lohnsteuerhilfeverein oder ein Steuerberater die Steuererklärung, läuft die Frist bis zum 28. Februar 2021.

Die Strafen

Du solltest die Frist einhalten. Denn falls du zur Abgabe einer Steuererklärung verpflichtest bist, droht dir beim Überschreiten der Frist eine Geldstrafe. Das Finanzamt berechnet mindestens 25 Euro pro angefangenem verspäteten Monat. Wenn du schon weißt, dass du die Frist nicht einhalten kannst, ist es möglich, beim Finanzamt eine Fristverlängerung zu beantragen. Es gibt darauf zwar keinen Anspruch, aber wenn du plausible Gründe vorlegen kannst, drücken die Beamten vielleicht ein Auge zu.

Die Steuerfreibeträge

Die Bundesregierung hat den Steuerfreibetrag in diesem Jahr von 9168 Euro auf 9408 Euro (für Singles) erhöht. Das heißt, dass du diesen Teil deines Jahreseinkommens nicht versteuern musst. Alleinstehende Arbeitnehmer behalten in diesem Jahr also 240 Euro mehr in der Tasche. Für verheiratete Paare steigt der Freibetrag um 480 Euro.

Auch der Kinderfreibtrag steigt. Zum 1. Januar 2020 erfolgte eine weitere Erhöhung um 192 Euro auf 5172 Euro (im Vorjahr: 4980 Euro). Hinzu kommt ein Erziehungsfreibetrag von 2 640 Euro. Das heißt, dass Eltern pro Kind 7.812 Euro einnehmen kännen, ohne dafür Steuern zu zahlen.

Tipp für Studenten: Wenn euer jährliches Einkommen unter dem Steuerfreibetrag von 9408 Euro liegt, seid ihr nicht zur Abgabe einer Steuererklärung 2020 verpflichtet. Wir empfehlen es euch jedoch trotzdem. Denn durch den sogenannten Verlustvortrag gibt es einen Trick, um in Zukunft eine saftige Steuererstattung zu bekommen. Wie genau der Verlustvortrag funktioniert, erklären wir dir hier.

Die Abgabe

Bei der Abgabe deiner Steuererklärung 2020 hast du mehrere Optionen. Du kannst sie einerseits gedruckt beim Finanzamt einreichen. Die dafür benötigten Anträge und Vordrucke findest du auf der Webseite des Steuerlandesamts deines Bundeslandes. Du kannst die Steuererklärung 2020 dann mit Belegen per Post an das zuständige Finanzamt schicken oder sie selbst dort vorbeibringen.

Andererseits kannst du die Steuererklärung 2020 auch online machen. Dafür greifen viele Steuerpflichte auf Elster zurück. Über den Online-Service der deutschen Steuerverwaltungen kannst du die Steuererklärung digital abwickeln. Auf Elster gibt es alle erforderlichen Formulare für die Steuererklärung. Du kannst sie am Computer ausfüllen und schließlich elektronisch beim Finanzamt einreichen. Darüber hinaus gibt es kostenpflichte Programme wie zum Beispiel TaxFix, die etwas unkomplizierter als Elster daherkommen und dir beim Ausfüllen der Steuererklärung helfen. Übrigens: Eine Abgabe der Steuererklärung per E-Mail ist nicht erlaubt.

Wichtiger Hinweis: Melde dich frühzeitig bei Elster an, falls du den Online-Service nutzen möchtest. Die Registrierung kann nämlich bis zu zu zwei Wochen dauern.

Wie lange kann ich rückwirkend eine Steuererklärung machen?

Wenn du zuvor nicht zur Abgabe verpflichtet warst, kann du eine Steuererklärung rückwirkend für bis zu vier Jahre nachreichen. Falls du aber zur Abgabe der Steuererklärung für das vergangene Jahr verpflichtet bist, musst du sie fristgerecht beim Finanzamt abgeben.

Wie viel Geld kann ich bei der Steuererklärung 2020 rausholen?

Wie viel Geld du nach der Steuererklärung 2020 vom Staat zurückerstattet bekommst, ist davon abhängig, wie viele Steuern du gezahlt hast und welche Kosten du in der Steuererklärung deklarierst. Was du alles absetzen kannst, erfährst du hier.

Dass sich die Steuererklärung lohnt, zeigt eine Zahl des Statistischen Bundesamtes: Im Schnitt bekommen die Deutschen 1027 Euro vom Finanzamt zurück. Es lohnt sich also, eine Steuererkläung 2020 zu machen.

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