Muss ich etwa arbeiten, bis ich 80 Jahre alt bin? Reicht mein Geld im Alter überhaupt oder muss ich Pfandflaschen sammeln? Die Rente und die drohende Altersarmut verunsichern viele Menschen. Im neuen Podcast “Zeit zu fragen” sprechen wir darüber, wie eine gelungene Altersvorsorge aussieht und worauf jeder Einzelne bereits sehr früh im Leben achten sollte.

Kleingeldheld Marian Kopocz spricht mit einem Experten der Deutschen Bank über seine eigenen Erfahrungen und zusammen geben sie wertvolle Tipps.

Warum droht Altersarmut?

Rund jeder fünfte Deutsche ist im Rentenalter von Armut bedroht. Warum? Weil die Rente nicht reicht und sie keine Ersparnisse haben. Vor allem Frauen sind davon noch stärker betroffen als Männer. Höchste Zeit also, etwas dagegen zu unternehmen. Aber was kann ich konkret tun? Denn man sollte sich nicht allein auf die gesetzliche Rente verlassen. Diese gilt zwar als relativ sicher. Sicher bedeutet aber nicht, dass sie auch ausreicht. Denn weil es in Deutschland immer mehr ältere Menschen gibt, die Rente beziehen und immer weniger jüngere, die in die Rente einzahlen, muss entweder das Rentenalter immer weiter steigen, die Rente wird niedriger oder der Beitragssatz steigt.

Aktuell liegt dieser Satz bei 18,6 Prozent. Bedeutet: Arbeitgeber und Arbeitnehmer zahlen jeweils hälftig vom Lohn in die Rentenkasse ein. Und das Rentenniveau liegt bei 48 Prozent. Bedeutet: Ein Rentner bekommt nur noch rund 48 Prozent seines Nettolohns als Rente. Doch diese Werte werden sich unweigerlich verschlechtern. Alleine schon durch die Demografie. Was kann man nun also tun? Soll man auf das 3-Säulen-Modell bestehend aus der gesetzlichen Rente, der Betriebsrente und einer privaten Vorsorge setzen? Wie finde ich die richtige Strategie und die richtigen Produkte dafür? Wir wollen heute zusammen erfahren, wie wir uns unsere Ziele richtig setzen, wie unser Rentenbedarf überhaupt aussieht und mit welcher Strategie wir unsere Ziele leicht erreichen.

Wie sieht eine gute Altersvorsorge aus?

Im Podcast sprechen wir detailliert über die richtige Altersvorsorge. Doch vorab kann sich jeder schon mal folgende Punkte merken:

Erstens sollte man die gesetzliche Rente trotz aller schlechten Nachrichten nicht verteufeln. Wir werden sie höchst wahrscheinlich im Alter alle bekommen. Die Frage ist halt nur, ob dieser Betrag ausreichen wird. Habe ich mein Leben lang gut verdient und habe ich sehr lange in die Rentenkasse eingezahlt, dann wird die Rente nicht schlecht aussehen. Schwieriger ist das bei Geringverdienern oder bei Arbeitnehmern, die immer mal wieder Erwerbspausen hatten. Auch Mütter haben es hier leider schwer.

Deswegen sollte sich jeder zusätzlich selbst um seine Altersvorsorge kümmern. Ein weiterer wichtiger Faktor ist die betriebliche Altersvorsorge. Hier haben Arbeitnehmer die Chance, sich durch ihren Arbeitgeber eine zusätzliche Rente aufzubauen.

Und als dritter wichtigter Faktor ist natürlich die private Initiative sehr wichtig. Denn jeder kann noch weitere Versicherungen abschließen oder Produkte kaufen. Oft lohnt es sich aber, hier einfach selbst ein Vermögen aufzubauen, durch Aktien, Fonds, ETFs und vielleicht auch durch Immobilien. Dieser dritte Bereich ist jedenfalls sehr wichtig, um nicht von der Altersarmut betroffen zu sein.

Höre jetzt in den Podcast rein und erfahre, ob du von der Altersarmut bedroht bist oder nicht.

Rentenbedarf schon mal abschätzen

Rente, Altersvorsorge, Rentenlücke, Altersarmut und so weiter: Die ganzen Begriffe sind so abstrakt und man kann sich immer wenig darunter vorstellen: Beitragssatz von 18,6 Prozent und ein Rentenniveau von 48 Prozent. Was sagt mir das jetzt?

Um das Ganze ein bisschen einfacher zu gestalten, erstellen wir mal folgende Rechnung: Finde heraus, wie viel Geld du jeden Monat zum Leben brauchst. Den Betrag bekommst du am besten über ein Haushaltsbuch, indem du einfach alle Einnahmen und Ausgaben aufschreibst. Nun sagen wir mal, dass du 1500 Euro im Monat zum Leben brauchst und 2000 Euro verdienst.

Wenn du in Rente gehst, bekommst du also ganz grob gesagt 48 Prozent von 2000 Euro (deinem Lohn) als gesetzliche Rente ausbezahlt. Das macht dann leider nur 960 Euro. Dir fehlen also (1500 Euro minus 960 Euro) 540 Euro, um deinen gewohnten Lebensstandard aufrecht zu erhalten. Das ist die sogenannte Rentenlücke. Okay, diese kannst du nun mit der betrieblichen Altersvorsorge und mit der privaten Vorsorge füllen. Berechne anhand deines wirklichen Lohnes, wie viel Rente du bekommen würdest und wie groß deine Rentenlücke wäre.

Wenn du 2.000 Euro netto verdienst, und ungefähr 40 Jahre in die betriebliche Altersvorsorge einzahlst, bekommst du brutto ungefähr 960 Euro ausgezahlt. Der Nettobetrag hängt dann von deinem Steuersatz ab. Wie viel Geld du bekommen könntest, kannst du online bei verschiedenen Rechnern herausfinden. Sagen wir mal, dass deine Rentenlücke nun gerade so gedeckt hast. Damit hast du schon mal Glück gehabt und dir geht es ganz gut. Brauchst du jetzt aber mehr Geld, so hast du fast keine Chance, etwas zu bekommen. Außer, du hast auch auf den dritten Weg gesetzt und selbst noch etwas mit Aktien, Fonds und ETFs angespart. Und deswegen sind diese drei Säulen so wichtig.

Mehr dazu hörst du jetzt im Podcast.

Fotoquelle: Photo by Vitaly Sacred on Unsplash

Autor*in