Für viele Arbeitnehmer fordert die aktuelle Lage sehr viel Flexibilität und Anpassung. Damit keine Fragen offen bleiben, gibt es jetzt die Antworten auf die wichtigsten Fragen.

Was ist Kurzarbeit?

Kurzarbeit bedeutet, dass weniger Arbeit im gesamten Betrieb oder eine Abteilung geleistet wird. Grund dafür ist meist ein finanzieller Engpass, der diese Kurzarbeit als Art „Rettungsplan“ auch rechtfertigt.

Zahlen und Fakten zu Kurzarbeit:

Kurzarbeit ist grundlegend auf nur 12 Monate begrenzt. Bei ungewöhnlichen Marktverhältnissen, wie es durch die Pandemie Corona der Fall sein kann, so kann die Dauer auf 24 Monate ausgeweitet werden. Im Falle der Kurzarbeit zahlt der Betrieb weiterhin Gehalt in Form des Kurzarbeitsgelds. Sie erhalten dann 60 Prozent des entgangenen Nettogehalts, leben Kinder im Haushalt, könnte es auch mehr Geld geben.

Wer zahlt was an wen?

Nehmen wir an, Sie arbeiten regulär 40 Stunden in der Woche. Durch die Kurzarbeit, allerdings nur noch 20 Stunden. Der Arbeitgeber zahlt Ihnen in diesem Fall nur noch die Hälfte Ihres eigentlichen Gehaltes. Von den Stunden, die Sie nicht geleistet haben und Ihnen nicht gezahlt wurden, übernimmt nun die Agentur für Arbeit 60 Prozent (67 Prozent, wenn ein Kind im Haushalt lebt). Das Kurzarbeitsgeld soll den Verdienstausfall also etwas abfangen. Dieses Geld wird aus der Arbeitslosenversicherung gezahlt.

Außerdem wichtig zu wissen:

Der Arbeitgeber beantragt in der zuständigen Agentur für Arbeit innerhalb von drei Monaten Kurzarbeit. Auch für Leiharbeiter kann Kurzarbeit beantragt werden. Sozialversicherungsbeiträge werden von der Agentur für Arbeit übernommen. Sie sollten sich für individuell auf Ihre Situation angemessene Informationen bei Ihrer Agentur für Arbeit beraten lassen.

Hier ist ein Rechner für die Berechnung des Kurzarbeitsgeldes.

Werde ich gefeuert, wenn ich in Probezeit bin?

Leider ist die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, dass Sie gefeuert werden. Sollten Sie in einem Betrieb arbeiten, der offensichtlich durch Corona auch in seiner Auftragslage eingeschränkt ist, so wird es sicher zunächst die Angestellten in Probezeit bei einer Kündigung treffen. Eine Absicherung ist hier nicht möglich.

Wie ist mein Gehalt gesichert, wenn ich Zuhause bleiben muss, aber kein Home Office machen kann auf Grund der Tätigkeit?

Sollten Sie sich in Quarantäne begeben müssen, so müssen Sie sich mit Ihrem Arbeitgeber auseinandersetzen, wie zu verfahren ist. In der Regel lassen Sie sich krankschreiben und bleiben wie gewohnt Zuhause. Sollten Sie jedoch länger Zuhause bleiben müssen, ist dies immer individuell zu entscheiden und mit dem Arbeitgeber auszuhandeln. Reden Sie offen miteinander. Wer aus eigenen Stücken Zuhause bleiben möchte, aber grundlegend der Betrieb vor Ort weitergeführt wird, der muss damit rechnen, dass er seine Urlaubstage dafür aufbrauchen muss. Dies sollten Sie zudem rechtzeitig bei Ihrem Chef anmelden.

Darf ich darauf bestehen, im Home Office zu arbeiten?

Arbeitgeber, die die Möglichkeit geben können, dass Sie im Home Office arbeiten können, sollten Sie in der aktuellen Lage auch ins Home Office entlassen. Sollte es nicht möglich sein, dass Sie Zuhause arbeiten können, sollte Ihr Chef Ihnen diese Gründe auch nennen können, wenn Sie nachfragen.

Muss mir mein Chef Arbeitsmittel fürs Home Office zur Verfügung stellen?

Ja, Ihr Arbeitgeber muss sicher stellen, dass Sie im Home Office ähnlich gut, wie im Büro arbeiten können. Allerdings liegt es in der Auffassung des Vorgesetzten, welche Mittel Sie dafür benötigen. In der Regel beschränkt es sich auf einen Laptop mit Zugang zu den notwendigen Servern.

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