Durch die sogenannte Pink Tax zahlen Frauen bei bestimmten Produkten mehr – Trotz eines kleinen Erfolgs in dieser Sache bleibt die Pink Tax diskriminierend.

Bei diesen Produkten bezahlen Frauen ungewollt mehr

Hatten Sie schon einmal den Eindruck, Frauen würden stets mehr Geld in der Drogerie lassen als Männer? Klar, das hat auch etwas mit dem Konsum-Verhalten zu tun. Doch nehmen wir an, ein Paar würde von der gleichen Marke die jeweils geschlechtsspezifisch geprägten Produktempfehlungen kaufen. An der Kasse das klare Ergebnis: Die Frau zahlt ungewollt mehr. Das liegt an der sogenannten Pink Tax (rosa Steuer).

Dieses Phänomen ist wohl bei Beauty-Produkten am deutlichsten. Doch auch bei Kleidung, Spielzeug, sogar in der Reinigung entdeckt man Preisunterschiede, welche das Geschlecht betreffen. Dabei spielt der eigentliche Aufwand oder Inhalt des Produkts keine Rolle. Der teurere Preis erklärt sich nur dadurch, dass eines der Produkte mehr rosa ist oder es sich um eine Bluse, statt um ein Hemd bei der Reinigung handelt.

Die Pink Tax gibt es auch bei Handwerkszubehör wie Bohrmaschinen im pfiffigen Pink und anderen Dingen die lediglich in ihrer Optik angepasst, aber deutlich teurer sind.

Was ist die Pink Tax?

Die Pink Tax ist die Bezeichnung für den Mehrpreis, der bei für Frauen angebotene Produkte und auch Dienstleistungen gegenüber gleichartiger Produkte und Dienstleistungen für Männer verlangt wird. Es geht hier also nicht um eine echte Steuer, sondern um eine Preisdifferenzierung auf Grundlage des Geschlechts.

Daher gilt es auch oft als Spar-Tipp nach günstigeren Männer-Produkten zu schauen. Denn die Pink Tax ist manchmal ein Aufschlag von fast zweihundert Prozent laut eines Marktchecks der Verbraucherzentrale Hamburg. So schreibt sie: “Bei Produkten für Frauen haben wir Preisaufschläge von bis zu 200 Prozent gemacht .” Dies ist zum Beispiel bei Rasierschaum für Männer zum Preis von etwa 50 Cent (pro 100 ml) und dazu im Vergleich den für Frauen für 1,59 Euro (pro 100ml) deutlich zu sehen. Laut der Verbraucherzentrale Hamburg handelt es sich hierbei um eine ähnliche Zusammensetzung und eine unterschiedliche Aufmachung der Verpackung.

Durch die Pink Tax sind Frauen doppelt benachteiligt

Die Pink Tax ist ein doppelter Nachteil für die Frau. Denn sie kauft teurere Drogerie-Produkte ein und verdient sowieso schon durchschnittlich betrachtet weniger Gehalt als ein Mann in vergleichbarer Position. Wir sagen an dieser Stelle nur: Gender Pay Gap. Kein Wunder also, wenn sich hier Stimmen erheben, die sich gegen die Pink Tax aussprechen und eine Gleichstellung fordern.

Laut einer Studie sind Frauen preissensibler und bereit, mehr Geld für ihr Äußeres auszugeben. Das Ziel der Hersteller ist es, mit Hilfe einer geschlechtsspezifischen Ansprache in Sachen Design und Haptik zusammen mit den höheren Preisen, viele Frauen anzusprechen, diese Produkte zu kaufen. Der Hersteller erhofft sich durch dieses Gender Pricing mehr Umsatz, also auch mehr Gewinn.

Doch problematischer als die Preisdifferenz bei Hygiene-Produkten, ist der Unterschied bei Dienstleistungen. Ein einfaches Beispiel hierfür ist der Besuch beim Friseur, der für Frauen in der Regel immer teurer ist. Eine Kurzhaar-Frisur für Frauen ist oftmals teurer als die für Männer. Nun könne man haarsträubende Erklärungen dafür beiziehen, doch ehrlich gesagt, finden wir keine treffendere Erklärung als die Pink Tax für dieses Dilemma.

Ein kleiner Erfolg: Aufhebung der Tampon Tax

Was ist die Tampon-Tax?

Der Begriff „Tampon Tax“ ist ebenso wie „Pink Tax“ keine Bezeichnung für eine tatsächlich existierende Steuerform. Es handelt sich um ein gesellschaftlich geprägten Begriff, der auf einen Missstand hinweist.

In Deutschland gibt es zwei unterschiedliche Mehrwertsteuergesetze. Das eine ist der generelle Satz von 19 Prozent und das andere ist eine Ermäßigung von nur 7 Prozent Mehrwertsteuer auf Produkte des täglichen Bedarfs. Dieser gilt beispielsweise für Grundnahrungsmittel – Aber auch für Lachskaviar oder Schnittblumen. Verwunderlich, dass es bislang nicht für Menstruationsartikel galt, oder? In anderen Ländern wie Kenia, Kanada und Australien wurden die Steuern auf Monatshygieneartikel sogar schon komplett abgeschafft. Daher haben sich viele Menschen in Deutschland zusammengetan, um die „Tampon Tax“ anzufechten.

Periode ist kein Luxus

Man startete eine Online-Petition unter dem Motto „Periode ist kein Luxus“, welche letztlich über zehntausend Mal unterzeichnet wurde. Im November 2019 kam der Bundestag dem Aufruf zur Steuersenkung auf Monatshygieneartikel nach. Seitdem wird nur noch 7 Prozent Mehrwertsteuer auf diese Produkte erhoben. Ein kleiner Erfolg, für alle, die menstruieren.

Übrigens: Es gibt einen Forschungsbericht „Preisdifferenzierung nach Geschlecht in Deutschland“ als eine Studie im Auftrag der Antidiskriminierungsstelle des Bundes. In diesem finden Sie weitere interessante Informationen zur Rechtslage.

Autor*in