Im Frühjahr ist traditionell die Dividendensaison an den Börsen. In diesen Monaten lässt sich also sehr gut und einfach Geld verdienen. Doch in diesem Jahr wird vermutlich vieles anders werden als sonst. Wegen der Corona-Krise kürzen oder streichen viele Unternehmen ihre Gewinnausschüttungen. Dennoch zeigen wir jetzt, wie jeder mit dem Dividendendepot Geld verdienen kann – vielleicht sogar die Million.

Was ist ein Dividendendepot?

Wer sich ein Vermögen aufbauen will und nicht zu sehr ins Risiko gehen mag, der sollte auf die Dividende setzen. Die Dividende ist ja die Gewinnausschüttung der Unternehmen. Wenn du Aktionär bist, dann gehört dir ein Teil des Unternehmens, von dem du die Aktie erworben hast. Dadurch hast du auch deinen Anteil am Gewinn verdient, den das Unternehmen erzielt. Wer viele Aktien des Unternehmens besitzt, der bekommt viel Gewinn. Aber auch schon mit nur einer Aktie erhältst du deine Dividende.

Um das konsequent auszunutzen, kannst du dir ein Dividendendepot aufbauen. Das ist natürlich ein ganz normales Aktiendepot, aber eben mit Dividenden-Aktien, Dividenden-Fonds oder Dividenden-ETFs.

Denn schauen wir uns einmal an, was Dividenden so bringen. Zwischen dem 1. April 2010 und dem 3. April 2020 brachte der Dax ohne Dividenden (Kurs-Dax) innerhalb von zehn Jahren nur magere 12,6 Prozent plus. Die Aktienkurse stiegen also nur minimal. Doch mit der Dividende (normaler Dax oder auch Performance-Dax genannt) legten die Kurse um 53,5 Prozent zu. Und das trotz der Corona-Krise. Wir sehen also: Die Dividende ist ein wichtiger Baustein beim Vermögensaufbau. Und so ist es auch mit dem Dividendendepot. Aber wie stelle ich mir nun ein gutes Dividendendepot zusammen?

Dividendendepot 2020

In unserem Artikel zur Dividendenstrategie erfährt jeder bereits die Grundzüge der Strategie. Es gilt nun, sich entweder ein paar Fonds und ETFs ins Depot zu holen, um die weltweiten Dividendenausschüttungen abzugreifen oder auf verschiedene Aktien zu setzen.

Wer sich für Fonds und ETFs entscheidet, der braucht oft nur ein Produkt für sein Dividendendepot. Es gibt Fonds und ETFs, die direkt die ganze Welt mit den besten Dividendenzahlern abdecken. Aber Achtung: Oft sind hier vor allem amerikanische Aktien enthalten. Es lohnt sich also immer, auf die genaue Zusammensetzung zu achten. Es empfiehlt sich, vor allem bei ETFs, auf einen Dividenden-ETF aus den USA, einen aus Europa und vielleicht einen aus Asien oder den Schwellenländern zu setzen. So greift man ziemlich gut die weltweiten Dividenden ab. Das Stichwort lautet hier als Diversifizierung. Man sollte nicht nur auf ein Land oder auf eine Branche setzen, sondern seine Aktien gut verteilen.

Wer für sein Dividendendepot vor allem auf Einzelwerte setzen möchte, der muss sich intensiver mit diesen Aktien beschäftigen. Es gibt zum Beispiel hier eine Auflistung der besten Dividendenzahler der Welt. Es fällt aber natürlich auf, dass die meisten Unternehmen aus den USA stammen. Für ein gutes Dividendendepot sollte man auf mindestens zehn verschiedene Einzelaktien setzen. Darunter sollten langjährige Dividendenzahler sein, ein paar, die eine hohe Dividende ausschütten und solche, die ihre Dividende jedes Jahr kräftig steigern.

3 Vorschläge für ein Dividendendepot

Aus diesen Ideen lassen sich drei Ansätze für ein Dividendendepot ziehen:

  • Das historische Dividendendepot setzt auf die besten Dividendenzahler der Welt. Es sind Unternehmen, die seit Jahrzehnten Dividenden zahlen und sie nach Möglichkeit auch immer steigern. Anleger sollten auf einen guten Ländermix achten, werden aber sicherlich viele US-Werte haben. Dieses Depot sollte fünf bis zehn gute und verlässliche Dividendenzahler für ein sicheres Depot bieten.
  • Das Wachstumsdepot setzt auf diejenigen Unternehmen, welche ihre Dividende jedes Jahr kräftig steigern. Sie haben heute vielleicht noch keine Wahnsinns-Rendite, verdienen aber Jahr für Jahr so viel Geld, dass sie ihre Ausschüttungen kontinuierlich steigern können. Hier ist es für Anleger wichtig, die Wachstumsraten der Dividenden zu berechnen. Dafür geht man in den Geschäftsbericht des Unternehmen und berechnet die jährlichen Dividendenerhöhungen in Prozent. Dieses Dividendendepot wird also erst im Laufe der Jahre kräftig wachsen.
  • Das Risiko-Depot. Dieses Dividendendepot verspricht hohe Renditen, es kann aber auch mal in die Hose gehen. In diesem Fall setzen Anleger auf die Aktien, welche aktuell eine sehr hohe Dividende versprechen. Dieses Depot muss also regelmäßig angepasst werden. Man muss im Auge behalten, ob die Dividende tatsächlich immer noch hoch ist oder nicht. In diesem Artikel haben wir aktuell fünf deutsche Unternehmen mit hoher Dividende. Aber auch hier müssen Investoren wieder auf einen guten Länder- und Branchenmix achten. Und dieses Depot ist sicherlich das riskanteste von den dreien. Denn manche Unternehmen zahlen weisen eine hohe Dividendenrendite auf, weil der Kurs stark gefallen ist oder weil sie mit einer hohen Dividende andere Probleme im Unternehmen überdecken wollen. Das muss nicht der Fall sein, kann aber vorkommen. Deswegen müssen sich Anleger hier immer informieren.

Aber wie sieht es nun mit der Dividende in Zeiten von Corona aus?

Dividende in Zeiten von Corona

Grundsätzlich sollten Anleger auf Unternehmen setzen, die jedes Jahr eine gute Dividende ausschütten und diese nach Möglichkeit auch jedes Jahr steigern. Es muss nicht immer die Aktie sein, welche die allerhöchste Dividende bietet. Eine gute Dividende bewegt sich in etwa zwischen zwei und vier Prozent. Alles darüber kann mal gut sein, ist aber oft nicht nachhaltig. Bedeutet: Wenn das Unternehmen eine derart hohe Dividende ausschüttet, dann versucht es entweder Investoren anzulocken oder es bezahlt aus der Substanz und kann das dann nicht jahrelang durchhalten. Es gilt also, kontinuierliche Dividendenzahler zu finden.

Aktuell streichen viele Unternehmen ihre Dividende aufgrund der Corona-Krise. Sie brauchen das Geld, um ihre laufenden Ausgaben zu bestreiten und verdienen aktuell nicht so viel. Nicht alle Unternehmen streichen ihre Dividende, aber einige sind schon dabei. Deswegen gilt es im Moment, die Augen offen zu halten und bei jedem Unternehmen zu schauen, wie gerade der Stand der Dinge ist. Sicherer ist es da aktuell mit ETFs und Fonds. Auch diese müssen sicherlich Einbußen hinnehmen und ihre Zusammensetzung ändern. Aufgrund der vielen Unternehmen, die in diesen Produkten versammelt sind, dürfte das aber für weniger Einbußen sorgen als bei Einzelaktien.

Wer jetzt dennoch auf Einzelwerte setzen möchte, der sucht sich am besten Dividendenaristokraten – also diejenigen Aktien, die eigentlich immer eine Dividende ausschütten und diese auch erhöhen. Erst in den kommenden Monaten werden wir dann wissen, wie es mit der Dividende konkret weitergeht. Jetzt scheint aber dennoch eine gute Zeit zu sein, um mit deinem Dividendendepot zu starten.

Wer zu diesem Thema noch mehr Infos möchte, der kann bei der Deutschen Bank vorbeischauen und sich informieren.

Fotoquelle: Photo by Christian Dubovan on Unsplash

Autor*in