Große Angst vor Altersarmut, geringes Vertrauen in die gesetzliche Rente: Das sind die zentralen Ergebnisse im Vorsorgereport 2020 der Deutschen Bank.

Das ist der Vorsorgereport 2020

Die Deutsche Bank hat in einer groß angelegten Studie die Einstellungen der Deutschen zur Altersvorsorge untersucht. Für den Vorsorgereport hat das Meinungsforschungsinstitut Ipsos im Herbst 2019 insgesamt 3200 Menschen im Alter von 20 bis 65 Jahren online befragt.

Die Ergebnisse werfen ein Schlaglicht auf das Meinungsklima zur Altersvorsorge in Deutschland – und auf die Probleme, mit denen sich Politik und Gesellschaft beschäftigen müssen.

1. Angst vor Altersarmut ist weitverbreitet

Laut der Umfrage ist die Sorge der Deutschen vor finanziellen Problemen im Ruhestand groß. 51 Prozent der Befragten haben Angst vor Altersarmut. Nur etwa jeder fünfte Befragte geht davon aus, im Alter finanziell sorgenfrei zu sein.

2. Vor allem Frauen blicken pessimistisch nach vorne

Schaut man sich die Ergebnisse im Vorsorgereport getrennt nach Geschlechtern an, stellt man fest, dass Frauen im Durchschnitt deutlich pessimistischer in die Zukunft blicken als Männer. 59 Prozent von ihnen äußern Angst vor Altersarmut; bei den Männern sind es dagegen “nur” 44 Prozent. Und es sind vor allem junge Menschen, die sich vor finanziellen Schwierigkeiten im Alter fürchten: in der Gruppe der 20-35-Jährigen satte 55 Prozent.

3. Die Bayern sehen sich finanziell am besten gewappnet

Die Angst vor Altersarmut ist in Deutschland regional unterschiedlich ausgeprägt. In Bayern ist sie am niedrigsten (47 Prozent), in Berlin mit 61 Prozent am stärksten. Das hängt sicherlich mit dem unterschiedlichen Einkommensniveau in den Bundesländern zusammen. Menschen, die weniger als 1500 Euro netto im Monat verdienen, sind nämlich deutlich besorgter (65 Prozent) als denjenigen mit einem Haushaltnettoeinkommen von über 3000 Euro (39 Prozent).

Vorsorgereport 2020: Wichtige Ergebnisse auf einen Blick. Quelle: Deutsche Bank

4. Jeder Zweite befürchtet den Rentenkollaps

Das Vertrauen in das Rentensystem ist in Deutschland nur noch schwach: 70 Prozent der Bundesbürger gehen laut der Umfrage davon aus, dass die gesetzliche Rente in Zukunft nur noch als Grundsicherung dienen wird. Noch pessimistischer stimmt eine andere Zahl: Eine klare Mehrheit von 54 Prozent befürchtet sogar, dass das gesetzliche Rentensystem in Deutschland irgendwann zusammenbrechen wird.

5. Die meisten halten die private Vorsorge für notwendig

So gering das Vertrauen in die gesetzliche Rente, so hoch ist die Zustimmung zur privaten Altersvorsorge. 71 Prozent sind überzeugt, dass sie privat vorsorgen müssen, um ihren Lebensstandard im Alter zu halten.

Trotzdem bewerten viele Deutsche ihre eigene Altersvorsorge momentan eher pessimistisch. Nur jeder Zehnte glaubt, dass er richtig vorsorgt. Die meisten (58 Prozent) halten ihre Bemühungen dagegen nicht für ausreichend oder sind sich der Sache nicht sicher.

6. Viele glauben, dass sie sich die Altersvorsorge nicht leisten können

Obwohl die meisten sie für unbedingt notwendig erachten, scheuen viele Bundesbürger vor der privaten Altersvorsorge zurück. Ein Hauptgrund dafür ist finanzieller Natur. Fast die Hälfte der Befragten (47 Prozent) stimmt der Aussage: “Ich will vorsorgen, aber mein Geld reicht nicht”. Viele Menschen glauben also, dass sie für die Vorsorge nicht genug übrig haben. Oftmals dürfte es sich jedoch um eine Fehlwahrnehmung handeln. Schließlich reichen schon 25 Euro im Monat aus, um einen ETF-Sparplan zu starten. Ein weiteres großes Problem: Eine Mehrheit der Befragten hält die finanzielle Vorsorge für zu kompliziert, ein knappes Drittel fühlt sich nicht genug informiert.

7. Sicherheit ist den Deutschen wichtiger als Rendite

Bei der privaten Altersvorsorge legen die Deutschen besonders großen Wert auf Sicherheit. Fast drei Viertel finden, dass Sicherheit der wichtigste Aspekte bei der Vorsorge ist, nicht die Rendite. Und welches Produkt genießt dabei das größte Vertrauen? Der Umfrage zufolge gelten Immobilien für die meisten Befragten (50 Prozent) immer noch als sicherstes Anlageprodukt. Knapp dahinter folgt die Geldanlage über Sparbücher, Aktien, Fonds oder Bausparverträge (46 Prozent).

Die vollständigen Ergebnisse des Vorsorgereport 2020 der Deutschen Bank finden Sie hier.

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