2020 wird kein leichtes Jahr. Das Coronavirus hat nicht nur Deutschland mittlerweile fest in seinem Griff, sondern stellt die gesamte Welt vor große Probleme. Viele Menschen sind verunsichert – auch, was ihre Finanzen angeht. Trotz Krise sollte man sich aber auch für dieses Jahr einige Ziele stecken, denn bergauf geht es garantiert wieder. Wir geben jetzt die wichtigsten Tipps, was ihr in den nächsten Monaten aktiv für euer Geld tun könnt. Virus hin oder her. Denn das sind die besten Geldziele 2020:

1. Baue dir Rücklagen auf!

Der Coronavirus führt vielen Menschen schmerzlich vor Augen, wie flüchtig Sicherheiten sind. Ganze Branchen sehen sich derzeit mit gigantischen Umsatzverlusten konfrontiert. Aufträge bleiben aus, Mitarbeiter können nicht bezahlt werden, Arbeitslosigkeit droht. Selten wird einem klarer vor Augen geführt, warum ein finanzielles Polster allgemein eine gute Idee ist, statt das gesamte Monatsgehalt in Konsumgüter zu stecken.

Viele Finanzseiten raten zu Rücklagen in Höhe von drei Monats-Nettoeinkommen. Die Rate schwankt natürlich abhängig von der Lebensituation. Eltern mit Kind sollten auch für den Nachwuchs zusätzliche Rücklagen bilden, die sich mit dem Alter erhöhen. Arbeitnehmer müssen mit anderen Beträgen rechnen als Selbstständige. Fakt bleibt aber immer: Die Rücklage ist ein finanzieller Wert, der nicht investiert wird und für größere Anschaffungen oder eben Krisenzeiten hinterlegt wird. Bei Arbeitslosigkeit kann die Rücklage bis zur Bewilligung des Arbeitslosengeldes hilfreich sein und bei Schäden an Haus oder Auto erst recht.

Wichtig für die Geldziele 2020 ist, dass das Geld stets kurzfristig verfügbar sein muss. Angelegt werden sollte die Rücklage also auf einem Tagesgeldkonto und nicht auf einem Festgeldkonto, das zwar höhere Renditen verspricht, den Sinn einer Rücklage aber nicht trifft. Wer noch kein Geldpolster hat, kann sich natürlich nicht in kurzer Zeit eins anschaffen, aber noch heute damit anfangen. Ganz einfach indem man…spart.

2. Spare pro Monat 20 Prozent deines Einkommens!

Wow, das klingt viel und ist auch nicht für jeden möglich. Gerade Familien werden mehr Probleme haben, auf diese Quote zu kommen als Singles, die vielleicht noch höhere Sparraten generieren können. Wer jedoch nach finanzieller Unabhängikeit strebt oder zumindest ein paar der angesprochenen Rücklagen sichern möchte, wir um eine Sparquote nicht herum kommen.

Die 20 Prozent werden dabei von vielen Experten nach der 50/30/20-Regel empfohlen. 50 Prozent deines Budgets sollen für wichtige Dinge wie Miete oder Essen draufgehen, 30 Prozent steckst du in beliebige andere Ausgaben und die magischen 20 Prozent werden gespart. Die Zahl ist ein Richtwert. Natürlich musst du jetzt nicht gleich zum Frugalisten werden, der mit 40 schon von seiner Rendite leben kann. Auch wer ein Prozent seines Einkommens spart, tut etwas für seine Zukunft und kann die Rate mit wachsendem Einkommen immer weiter steigern. In Deutschland lag die durchschnittliche Sparquote laut Statista im Jahr 2019 bei knapp elf Prozent. Womöglich auch ein guter Wert für den Anfang.

3. Lese 10 Bücher zum Thema Finanzen!

Lesen bildet. Das gilt auch für die Finanzbranche. Wer sich intensiv mit seinen Finanzen beschäftigt und wissen will, was er damit anfangen soll, der kommt um das Lesen guter Bücher zum Thema nicht herum. Bei der Lektüre muss es sich dabei nicht immer um klassische Ratgeber handeln. Auch Biografien großer Unternehmen und Unternehmer können wichtige Impulse für das eigene Leben geben. Eine gute Mischung sollte man finden und nicht nur einseitig Informationen einholen.

Deswegen gibt es nachfolgend einige Buchtipps aus unterschiedlichen Gebieten – auch mit etwas Eigenwerbung. Zeit, um durch einige durchzublättern, dürfte momentan ja fast jeder haben. Denn Bücher sind sehr wichtig für die Geldziele 2020:

4. Investiere an der Börse!

Es klingt makaber, aber für Börseneinsteiger hat das Coronavirus sogar Vorteile. Zahlreiche Unternehmen und Indizes wie der DAX brechen seit Wochen immer weiter ein. Wertpapiere bekannter Unternehmen bekommt man so billig wie schon lange nicht mehr. Sollte man also jetzt an der Börse aktiv werden? Ja, aber…! Obwohl der Einstieg momentan günstig erscheint, sollte man all die Dinge beachten, die man auch bei einem regulären Wertpapierhandel im Hinterkopf behalten sollte.

Dazu gehört auch eine Risikoanalyse. Wer nicht der risikofreudige Typ für Einzelaktien ist, dem wird die Krise auch nicht helfen. Sollten die Kurse bei einem Einstieg in dieser Woche doch noch weiter fallen, ist ein Panikverkauf genauso wahrscheinlich wie vorher. Kurz gesagt: Wer Kursschwankungen nicht aushält, der lässt weiterhin die Finger von so einer einseitigen Strategie und setzt lieber auf ein gut durchmischtes Portfolio mit Fonds, Rohstoffen und klassischen Anlageformen. Dafür eigent sich oft das sogenannte Allwetterdepot.

Man darf aber durchaus nebenher mit ein paar Aktien experimentieren. Wer mehr Sicherheit bevorzugt, kann jetzt auch über ETFs nachdenken, also passiv gemanagte Fonds, die Indizes wie den Dax oder MSCI World abbilden und solide Unternehmen aus unterschiedlichen Bereichen beinhalten. Dort bekommt man jetzt natürlich auch für vergleichsweise weniger Geld mehr Anteile.  Über einen längeren Zeitraum stiegen die Kurse dieser ETFs im Mittel an und Anleger konnten Gewinne erwirtschaften. Die alte Regel gilt aber auch hier. Nur Moneten mit langem Anlagehorizont investieren. Also Geld reinstecken, auf das man für einen längeren Zeitraum verzichten kann. Wer mehr darüber erfahren möchte, stöbert in unseren Geld-Artikeln.

5. Geldziele 2020: Lerne neue Dinge!

In Krisenzeiten ist Improvisationstalent gefragt – und der perfekte Zeitpunkt, um sich neue Fähigkeiten anzueignen. Ob EDV-Kenntnisse, ein Handwerk oder eben Finanzwissen, eine Weiterbildung muss nicht nur im Rahmen einer Fortbildung des Arbeitgebers stattfinden. Was soll das mit Finanzen zu tun haben? Der Begriff des Humankapital gibt einen ersten Hinweis. Bilde ich mich weiter, erhöhe ich meinen Wert und ich steigere auf Dauer meine Rendite – persönlich und finanziell.

Bildquelle: Photo by Patrick Fore on Unsplash

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