Zuhause bleiben, lautet der Appell der Gesundheitsexperten und der Regierung. Nur so kann die Ausbreitung des Coronavirus verlangsamt werden und die Heftigkeit der Pandemie hoffentlich eingedemmt werden. Wir haben die besten Tipps und Beschäftigungsideen für die ganze Familie!

5 Tipps für Familien, die das Zuhause bleiben vereinfachen

Eine neue Situation erfordert neue Regeln. Gerade in Familien mit bereits etwas älteren Kindern ist es daher ratsam, sich einmal gemeinsam zusammenzusetzen und die neue Lage Zuhause zu besprechen. Diese fünf Tipps können euch dabei helfen:

  1. Stellt einen Haushaltsplan auf. Wer ist für was verantwortlich? Wer putzt wann was, wer kümmert sich um den Müll? Wer übernimmt das Gießen der Zimmer- und Balkon/Garten-Pflanzen? Wer kocht was an welchem Tag?
  2. Lüftet regelmäßig. Das schöne Wetter, ein frischer Wind und Vogelgezwitscher tun der Seele gut. Also lüftet regelmäßig durch und genießt, wenn möglich ein paar Stunden auf dem Balkon oder im Garten.
  3. Wählt einen Hygienebeauftragten. Dieser soll darauf achten, dass sich jeder regelmäßig und ordentlich die Hände wäscht. Am besten wechselt ihr durch, sodass jeder einmal kontrollieren darf.
  4. Kommuniziert regelmäßig. Klingt jetzt vielleicht seltsam, aber auch wenn man täglich zusammen Zuhause ist, kann es sein, dass man aneinander vorbei lebt. Redet miteinander. Kommuniziert eure Gefühle, redet über Fake News und was euch aktuell nervt an der Situation. Sprecht aber auch darüber, was schön ist.
  5. Erwartet nicht einhundert Prozent. Egal ob im Homeoffice, oder im Haushalt, erwartet bitte nicht einhundert Prozent. Erwartet nicht, dass die Kinder ihren Lehrstoff zu einhundert Prozent nachholen, sich einander den ganzen Tag gut verstehen oder immer gute Laune haben.

Die besten und günstigsten Beschäftigungsideen für Zuhause für Familie mit Kinder

Tipps und Ideen fürs Zuhausebleiben mit Kinder von 0-3 Jahre

Sanftes Spiel schon für die Kleinsten

Bewegungsspiele wie das Schaukeln des Kindes in einer Decke ist schon für die ganz Kleinen (nach Absprache mit der Hebamme) eine tolle Beschäftigung für Zuhause. Dazu benötigen Sie eine Decke oder ein großes Handtuch und eine weitere Person oder ein größeres Geschwisterkind. Legen Sie das Kind in die Mitte der Decke und nehmen Sie die Enden der kurzen Seite jeweils in Ihre Hände. Heben Sie nun das kleine Paket ganz sacht an und schaukeln es sanft hin und her. Sind die Kinder schon etwas größer darf natürlich mehr geschaukelt werden.

Bewegung fördern

Ein Hindernissparkour für Kinder, die krabbeln und robben, kann mit Kissen sehr einfach Zuhause aufgebaut werden. Er sorgt für Abwechslung, kann immer wieder umgebaut und neu erkundet werden. Eine Art Mini-Spielplatz für die Kleinen. Zudem fördert so ein Hindernissparkour das Köpergefühl und die Bewegung der Kinder.

Der Fantasie Raum geben

Fantasie fördern und ausleben kann man an jeden Ort. Also auch wunderbar Zuhause. Wieso nicht in einer kleinen Höhle aus Decken, Laken und Regenschirmen? Dort können Hörspiele gehört, Bücher gelesen und sogar gemalt werden. Kleinen Künstlern gefällt es besonders, wenn sie herummatschen können. Dazu eignen sich Fingermalfarbe und Wachsmalstifte. Aber auch aus Nudeln kann man wunderbar Bilder legen.

Tipps und Ideen fürs Zuhausebleiben mit Kinder von 3-6 Jahre

Backen, Basteln und Bauen

Diese Ideen sind genau die Beschäftigungen für Kinder, die voll im Entdeckermodus sind und Auslastung Zuhause brauchen: Rasseln aus leeren Klopapierrollen und Reis basteln, Knete selber machen, Regenbogen-Kekse oder Dino-Happen backen, Puppentheater oder einen Postschalter aus einem Karton bauen.

Klassiker, die immer funktionieren

Außerdem wollen wir an einige Spieleklassiker erinnern, die sicher nicht nur den Kindern gefallen, sondern auch Sie in Ihre Kindheit zurückversetzen werden: Nicht den Boden berühren, Heiße Kartoffel und Topfschlagen sind günstige Beschäftigungsideen für Zuhause.

TV-Programm-Erweiterung

Das Kinderprogramm wurde von ARD nun erweitert und so können Sie sicher für Ihr Kind eine passende Folge finden. Schauen Sie online nach, was interessant sein könnte. Auch wenn Fernsehen keine Dauerbeschäftigung sein soll, kann „Die Sendung mit der Maus“ sicherlich mal ein kleines Nachmittagsloch füllen.

Tipps und Ideen fürs Zuhausebleiben mit Kinder von 7-11 Jahre

Gemeinsam verrückte Ideen sammeln

Grundschulkinder haben sicherlich selbst auch viele Ideen, wie sie sich Zuhause selbst oder gemeinsam mit Ihnen beschäftigen können. Stellen Sie doch gemeinsam eine Liste auf, was Sie alles in den eigenen vier Wänden unternehmen können. Wer es spannender mag, der sammelt alle Ideen auf einzelnen Zetteln in einer Box und kann dort quasi notfallmäßig eine Idee herausziehen. Die Challenge ist dann, das diese Beschäftigungsidee auch durchgezogen wird. Das kann man natürlich auch anderes handhaben.

Unsere Beschäftigungsideen fürs Zuhausebleiben sind:

Das Cupspiel für die ganze Familie. Hierbei stapelt man Becher auf Zeit übereinander und baut diese wieder ab. Wer am schnellsten ist, gewinnt. Wer die speziellen Becher nicht Zuhause hat, kann alte Joghurtbechern oder Picknick-Geschirr dazu nutzen. Wichtig ist nur, dass sich die Becher gut ineinander stapeln lassen. Mit Bechern lassen sich übrigens auch wunderbar Rhythmusspiele spielen.

Außerdem kann es wundervoll sein, Zucker-Kristalle zu züchten oder andere Experimente mit Haushaltsmitteln durchzuführen. Ein Beet anzulegen mit schnell keimenden Pflanzen ist ebenfalls spannend. Hierzu eignen sich: Kresse, Sprossen, Mangold, Spinat und Salat.

Wer den grauen Alltag satt hat, könnte auch mal besondere Abendessen veranstalten. Wie wäre es mit einem Motto (Lieblingsfigur, Tiere Disney)?

Aufklärung und Beruhigung

Wichtig ist, in diesem Alter den Kindern zu erklären, was gerade vor sich geht und weshalb man dennoch keine Panik oder große Angst haben muss. Wer nicht die richtigen Worte findet, der findet sicher Unterstützung bei der Aufklärung über „logo!“, dem ARD Kindernachrichtenprogramm. „Planet Schule“ biete vielerlei Wissen zu Klimawandel, dem Grundgesetzt oder auch Ludwig van Beethoven. Genau das Richtige für Wissbegierige.

Tipps und Ideen fürs Zuhausebleiben mit Kinder von 12-16 Jahre

Verständnis für den Frust

Gerade als Teenager beziehungsweise Jugendliche/r ist es vielleicht gerade sehr frustrierend. Man möchte seinen Platz in der Welt und in der Gesellschaft finden, hängt eigentlich pausenlos mit seinen Freunden ab und nun ist einfach Schluss damit. Das muss man verstehen lernen und auch die Eltern müssen den Frust verstehen lernen. Es hilft, darüber zu reden und gemeinsam nach Lösungen zu suchen, wie man trotzdem in Kontakt bleibt – aber auch die Familie nicht die ganze Zeit außen vor ist. Ein Tipp ist es, ein paar Regeln fürs Facetimen (WhatsappVideo, Skype oder andere Anbieter) aufzustellen. Beispielsweise, dass es Zeiten gibt, die der Familie vorbehalten bleiben (Essenszeit und Zu Bett-geh-Zeit) und dass man sich nicht nur mit dem Handy, Tablett oder PC isoliert. Sondern wie, wenn man zu Besuch ist, einmal den Eltern „Hallo“ sagt.

Ideen für ein spannenderes Facetime

Wie wäre es, wenn man ein cooles Video plant? Man studiert beispielsweise Dancemoves ein und nimmt sich dann auf, dann werden die einzelnen Sequenzen der Teilnehmer zusammengesetzen und so entsteht ein eigenes Dancevideo. Wer das zu lahm findet, könnte auch gemeinsam mit Freunden sich in Challenges duellieren. Beispielsweise in „Nicht lachen“ – hier versucht man sich gegenseitig entweder durch Witze oder Mimik zum Lachen zu bringen, aber wer lacht, verliert. Oder mit „Wer bin ich“ nur eben online. Hierbei bekommt jeder von einem Mitspieler eine berühmte Persönlichkeit zugeordnet, diese teilt er aber nur den anderen Spielern in einem separaten Chat mit. Jeder muss durch Ja/Nein-Fragen dann seine Persönlichkeit erraten.

Weitere Beschäftigungsideen:

Man könnte die gewonnene Zeit nutzen und die Fähigkeiten intensivieren oder neu lernen, die man gerne hätte. Beispielsweise zeichnen, Geschichten schreiben oder Programmieren oder eine Sprache lernen. Die Kleingeldhelden-Idee ist es, Geld zu sparen, welches man sonst in der Freizeit ausgegeben hätte, um davon was cooles zu kaufen oder für einen Urlaub anzusparen.

Service-Hinweis:

Für viele Menschen bringt das Meiden sozialer Kontakte weitere Probleme mit sich. Teilt deshalb bitte:
– Hilfetelefon “Gewalt gegen Frauen” 08000 116 016
-Telefonseelsorge 0800 11 10 111 oder 0800 11 10 222
– Kinder- und Jugendtelefon
0800 11 10 333
-Sucht- und Drogenhotline 01805 31 30 31

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