Wir hören ja immer, dass eine zu hohe Inflation schlecht ist. Das stimmt. Aber die Deflation, die ist noch viel schlimmer für unser Geld als die Inflation. Warum es jetzt zu einer Deflation kommen kann und wie jeder sich und sein Vermögen schützen kann.

Bevor wir uns der Deflation widmen, müssen wir uns nochmal schnell vor Augen halten, was denn die Inflation ist. Dazu haben wir hier einen ausführlichen Artikel über Inflation für dich.

Unterschied Deflation und Inflation

Zusammengefasst kann man sagen, dass die Inflation den stetigen Anstieg des Preisniveaus bedeutet. Wir müssen für die gleichen Produkte und Dienstleistungen also immer mehr Geld bezahlen. Im Umkehrschluss wird unser Geld immer weniger wert, auch wenn wir den gleichen Geldbetrag auf dem Konto haben.

Zur Inflation kommt es, wenn die Geldmenge die Gütermenge übersteigt. Weil mehr Geld vorhanden ist, sind Menschen bereit, einen höheren Preis für die Güter zu bezahlen. Es können aber auch höhere Kosten für die Erstellung des Produkt oder dem Anbieten der Dienstleistung zu höheren Preisen führen.

Die Deflation ist jetzt also das Gegenstück zur Inflation. Bedeutet: Unser Geld gewinnt an Wert und jeder kann sich von seinem verdienten Geld mehr leisten als vorher. Denn die Preise von Produkten und Dienstleistungen steigen jetzt nicht, sondern sie sinken!

Zur Deflation kann es also kommen, wenn die Gütermenge schneller wächst als die Geldmenge. Weil weniger Geld vorhanden ist, können Menschen nur niedrigere Preise bezahlen. Weil Unternehmen ihre Ware aber dennoch verkaufen wollen, sinken die Preise also. Dazu kann es ebenfalls kommen, wenn die Produktivität steigt und Unternehmen deswegen Produkte und Dienstleitungen günstiger anbieten können.

Was ist Deflation?

So, im ersten Moment könnte man ja denken: Geil, die Preise sinken und ich kann mir endlich mehr leisten. Aber Obacht:

Deflation sorgt dafür, dass Menschen Anschaffungen vermeiden und herauszögern. Warum? Weil sie hoffen, dass der Fernseher, das Auto oder die Immobilie nächstes Jahr noch günstiger wird. Bei Alltagsprodukten wie Nahrungsmittel oder Pflegeprodukte spielt das eine untergeordnete Rolle, aber bei größeren Investitionen macht das schon etwas aus. Weil die Menschen weniger konsumieren, bekommen das auch die Unternehmen zu spüren. Sie verkaufen weniger und müssen wichtige Investitionen für die Zukunft herunterfahren. Dadurch fehlt wiederum Geld bei anderen Unternehmen und das sorgt irgendwann dazu, dass immer weniger gekauft und verkauft wird und die Unternehmen Menschen nach Hause schicken müssen. Die Menschen haben dann weniger Einkommen und können folglich weniger konsumieren. Ein Teufelskreislauf. Klingelt es da? Das hört sich doch geradezu nach der Corona-Krise an!

Genau, denn was wir aktuell erleben, dass ist ein deflationärer Schock. Er wurde aber nicht durch wirtschaftliche Faktoren in erster Linie ausgelöst, sondern durch die Politik und natürlich den Corona-Virus. Aber man merkt ja auch so: Dieser Zustand kann nicht ewig anhalten. Und deswegen ist eine Deflation noch schlimmer als eine starke Inflation. Am besten wäre es, wenn die Inflation zwischen ein und zwei Prozent pro Jahr liegt. Das ist laut der Wirtschaftsforschung der optimale Wert für alle.

Kommt jetzt die Deflation?

Ganz genau kann das natürlich niemand sagen. Doch alles deutet darauf hin. Wir werden zumindest einen deflationären Schock bekommen. Denn aktuell können die Menschen gar nicht so viel kaufen und konsumieren, wie sie gerne möchten: Urlausbreisen gehen nicht, Restaurantbesuche und Konzerte ebensowenig und deshalb haben wir auf jeden Fall deflationäre Tendenzen.

Nun wird es darauf ankommen, wie lange der Lockdown dauert. Umso länger er dauert, umso wahrscheinlicher wird eine Deflation.

Nun wird es darauf ankommen, wie kauffreudig die Menschen sein werden, wenn der Lockdown endet. Stürmen alle sofort wieder los, reisen was das Zeug hält und kaufen ordentlich ein? Je weniger Menschen dann wieder zu ihren alten Kaufgewohnheiten zurückkehren, desto wahrscheinlicher wird eine Deflation.

Nun wird es darauf ankommen, wie viele Menschen in Kurzarbeit müssen oder gar arbeitslos werden. Denn wer nicht sein gewohntes Einkommen bekommt, der muss den Gürtel enger schnallen und hat weniger Geld zum konsumieren. Je mehr Menschen also Kurzarbeit haben oder arbeitslos werden, desto wahrscheinlicher wird eine Deflation.

Die Zentralbanken dieser Welt versuchen aktuell gegenzusteuern und weiten die Geldmengen massiv aus. Die FED in den USA druckt praktisch unbegrenzt Geld, damit die Geldmenge groß genug bleibt. Ob das hilft, bleibt abzuwarten. Zwar wird die Geldmenge nun versucht auszuweiten. Doch das hilft nur bedingt, wenn die Menschen nicht wie im gewohnten Maß konsumieren können und deswegen ganze Branchen wie die Luftfahrt, Freizeit, Sport und viele weitere Pleite gehen und ihre Arbeitnehmer entlassen.

Wie schütze ich mich vor Deflation?

Weil die Deflation eine volkswirtschaftliche Sache ist, kann man alleine wenig dagegen tun. Man kann nur versuchen, die negativen Folgen für sich selbt abzumildern und von den positiven Folgen zu profitieren.

  • Wichtig ist nun, nicht zu viele Schulden zu haben. Schulden bleiben nämlich auch bei Deflation bestehen und man hat unter Umständen weniger Geld, um die Schulden abbezahlen zu können.
  • Wichtig ist es, einen positiven und wachsenden Cashflow zu haben. Bedeutet: Man sollte ein gutes und abgesichertes Einkommen haben und wenn möglich noch Nebeneinkommen. Das können einzelne Nebentätigkeiten sein, Lizenzrechte, Produktverkäufe oder ein eigenes Business. Ein Cashflow ist wichtig, denn in der Deflation wird das Geld mehr wert und man braucht in wirtschaftlichen Abschwüngen viel Cash. Und weil der Job eventuell nicht sicher ist, braucht man auch eine Absicherung neben dem Angestelltenverhältnis.
  • Wichtig ist daneben ein guter Vermögensmix aus Aktien, Anleihen, Gold, Immobilien und Kryptowährungen. Einzelne Assets können in einer Deflation ebenfalls abnehmen. Wenn man aber genug Cash hat, über einen positiven Cashflow verfügt und nebenbei noch in verschiedenen Anlageklassen investiert ist, dann kann die Deflation dem persönlichen Vermögen nicht so viel anhaben.

Fotoquelle: Photo by Giancarlo Revolledo on Unsplash

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