Die Ausbreitung des Coronavirus sorgt weltweit für Kurseinbrüche auf den Aktienmärkten. Die schlechte Nachricht ist: Der Corona-Crash wird voraussichtlich langanhaltende Folgen haben. Die gute: Für geduldige Anleger gibt es keinen Grund zur Panik.

Was für ein Schock! Das Coronavirus, das jetzt offiziell den Namen Sars-CoV-2 trägt, hat weltweit die Börsen infiziert. Der Dow Jones in den USA verlor innerhalb eines Tages etwa 1500 Punkte, ein Einbruch von mehr als sieben Prozent. Am Montagmorgen gingen die Kurse so stark in den Keller, dass der Handel an der Wall Street vorübergehend geschlossen wurde. Manche Kommentatoren bezeichneten den 9. März 2020 schon als “Schwarzen Montag“.

Auch der deutsche Leitindex DAX fiel in dieser Woche unter 11 000 Punkte – ein Jahrestiefstwert. Es war der stärkste Kursrutsch seit dem 11. September 2001, als Terroristen das World Trade Center in New York zu Fall brachten.

Gründe für den Corona-Crash

Spätestens seit dieser Woche ist jedem klar, dass sich die neuartige Lungenkrankheit Covid-19 längst nicht mehr nur auf die zentralchinesische Provinz Hubei beschränkt, sondern sich in aller Welt rasant ausbreitet. Experten sprechen deshalb von einer Pandemie. Besonders stark betroffen sind Südkorea, Japan und Italien. Die Regierung der drittgrößten Volkswirtschaft der EU hat mittlerweile das gesamte Land zur Sperrzone erklärt. In Italien leben mehr als 60 Millionen Menschen.

Laut Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) steht Deutschland der Höhepunkt der Epidemie noch bevor. Quarantänemaßnahmen und Produktionseinschränkungen wie in China wird es damit auch mitten in Europa geben. Messen, Großveranstaltungen und Fußballspiele werden gerade massenhaft abgesagt oder finden vor leeren Rängen statt.

Alle Branchen sind von der Krise betroffen: der Tourismus, die Automobil- und Pharmaindustrie mit ihren weltweiten Lieferketten, Öl und Gas, ja sogar die Kryptowährungen wie Bitcoin. Eines ist jetzt schon für viele Experten klar: Der Weltwirtschaft droht in diesem Jahr eine Rezession.

Wie Staaten und Notenbanken auf den Corona-Crash reagieren

Wann sich die Märkte erholen, hängt jetzt davon ab, wie schnell die Behörden die Ausbreitung des Virus in den Griff bekommen und ob die Staaten fiskalpolitisch gegensteuern, um die Wirtschaft zu stützen. So schenkt die Regierung in Hongkong jedem Bürger etwa 1200 Euro, damit sie weiter konsumieren. Auch die US-Regierung denkt bereits über Maßnahmen nach. Präsident Donald Trump will die Wirtschaft mit Steuererleichterungen sowie Krediten für Kleinunternehmen ankurbeln. In Deutschland nimmt die Diskussion über Konjunkturhilfen gerade an Fahrt auf. Die Bundesregierung will sich zunächst darauf konzentrieren, die Kurzarbeit zu erleichtern. Schwer betroffene Unternehmen sollen zudem Liquiditätshilfen erhalten.

Die US-Notenbank Fed plant womöglich eine weitere Leitzinssenkung, um neue geldpolitische Impulse zu setzen. In der EU ist das schwer möglich, weil die Europäische Zentralbank den Leitzins bereits seit Jahren auf null Prozent hält. Die EZB könnte den negativen Einlagenzins weiter senken oder mehr Geld drucken, um die Liquidität der Banken im Euroraum zu erhöhen.

Wahrscheinlich werden wir die wirtschaftlichen Folgen des Coronavirus noch länger zu spüren bekommen. Schon jetzt mussten viele Unternehmen ihre Umsatz- und Gewinnziele für das Gesamtjahr deutlich nach unten korrigieren. Bei Anlegern sorgt das natürlich für schlechte Stimmung und Pessimismus.

Aber gibt es wirklich Grund zur Panik? Wir sagen: Nein. Das Kursniveau auf den Aktienmärkten ist langfristig gesehen immer noch sehr hoch. Eine scharfe Korrektur nach unten war nach dem jüngsten Ausbruch in Europa aber unvermeidlich. Es wäre keine gute Idee, jetzt in Aktionismus zu verfallen und die eigenen Sparpläne über den Haufen zu werfen. Die Erfahrung zeigt, dass sich die Aktienmärkte nach schweren Krisen nicht nur erholten, sondern ihre Wertentwicklung immer wieder aufs Neue steigerten. Und hier gibt es unsere 3 Tipps gegen die Krise.

Für Anleger kann die Corona-Krise jedoch womöglich ein Weckruf sein, um die eigene Geldanlage etwas breiter aufzustellen. Zum Beispiel mit dem Allwetterdepot nach dem Vorbild von Ray Dalio. Es gibt eben Börsentage, an denen man einfach seine Verluste minimieren muss – und dann geht das Leben weiter.

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