Alles anschnallen, wer hat noch nicht, wer will nochmal? Die wilde Börsen-Achterbahn beginnt. Und sie hat fast alle Marktteilnehmer in den letzten drei Wochen ordentlichst durchgeschüttelt. Aber das ist kein Grund zur Panik. Wir zeigen, wie es jetzt weitergeht und welche Tipps gegen die Krise jeder beherzigen sollte.

Was ist passiert?

Durch die Corona-Verunsicherung crashen die Börsen weltweit. Teilweise ist das einfach nur kopflose Panik, teilweise sind natürlich Branchen wie Tourismus, Airlines, Kreuzfahrtschiffe und Veranstaltung betroffen. Diese werden erhebliche Umsatzeinbußen hinnehmen müssen. Auf der anderen Seite wird befürchtet, dass Lieferketten einbrechen, weil in China, Südkorea oder Italien nicht mehr produziert werden und die Güter nicht mehr verschifft werden können. Das kann einzelne Unternehmen und Bereiche treffen, aber hier scheint die Panik etwas verfrüht. Grundsätzlich hat der Corona Virus aber eine Börsenpanik und bislang eine kleine Wirtschaftskrise ausgelöst. Damit gilt der Corona-Virus auch als Schwarzer Schwan.

Wie geht es weiter?

Richtig beurteilen kann das natürlich niemand. Mehrere Szenarien sind nun denkbar:

Erstens kann es zu einer richtigen weltweiten Corona-Pandemie und gleichzeitig zu einer Wirtschaftskrise wie 2007/2008 kommen. Ausgelöst durch Betriebsschließungen, Versammlungsverbote und Beschneidung der Reisefreiheit würden viele Volkswirtschaften in die Rezession rutschen. Das würde dazu führen, dass die Börsen vermutlich um 35 Prozent bis 50 Prozent zu ihrem vorherigen Hoch von Anfang 2020 einbrechen würden. Die Erholung in so einem Fall würde Jahre dauern und viele Unternehmen würden pleitegehen.

Zweitens kann es dazu kommen, dass Corona relativ gut eingedämmt werden kann, es aber noch einige Monate dauert und dadurch die Wirtschaft in Mitleidenschaft gezogen werden kann. Nicht so stark wie bei der Finanzkrise, aber schon so, dass es die Unternehmen merken, einige davon pleite gehen und viele Arbeitnehmer entlassen werden. In diesem Fall dürften die Börsen um 20 bis 35 Prozent abstürzen. Bislang verzeichnen viele Indizes bereits einen Rückgang um 20 Prozent, weswegen dieses zweite Szenario wohl am wahrscheinlichsten ist. Bedeutet: von jetzt an bis zum Herbst befinden sich die meisten Länder in einer Rezession. Es wird ungemütlich, aber niemand muss in Panik ausbrechen. In einem Jahr dürften sich die Börsen und die Vorlkswirtschaften wieder erholt haben.

Das dritte und letzte Szenario ist am angenehmsten: Hier wird Corona relativ schnell entlarvt. Das Virus ist weniger ansteckend und gefährlich als befürchtet und mit den Sommermonaten werden die Fallzahlen und das öffentliche Interesse sinken. Die Menschen machen weiter wie gehabt. Einige Unternehmen und Branchen wird es härter treffen, aber es gibt keine umfangreiche Wirtschaftkrise. Zum Herbst hin sollte eine stärkere Erholung einsetzen. Die Börsen sollten jetzt nicht mehr allzu stark fallen. Vielleicht aucht etwa insgesamt minus 25 Prozent. Dann sollte aber eine relativ schnelle V-Erholung folgen, sodass wir Ende des Jahres wieder im Plus stehen.

Okay, das waren drei mögliche Szenarien. Aber wie sollte jeder einzelne nun mit seinen privaten Finanzen in dieser Zeit umgehen.

Tipps gegen die Krise : Liquidität aufbauen

Im Moment fällt ja vieles an den Börsen, weil die Menschen Geld brauchen. Also Aktien fallen, Gold fällt und Kryptos fallen. Das wichtigste Stichwort ist akutell also Liquidität: Hier wäre es für jeden wichtig zu gucken: Wie viel Geld kommt jeden Monat rein? Und wie viel geht raus? Kann man hier Dinge verbessern, um entweder mehr Geld zu verdienen und/oder weniger auszugeben? Es ist also wichtig, liquide zu sein, damit man Aktien, Haus, Gold und so weiter nicht im Minus verkaufen muss und genug “Geldnachschub” kommt, den man gegebenenfalls auch wieder investieren kann.

Also immer nur Geld investieren, auf welches man wirklich lange Zeit verzichten kann ist einer der wichtigsten Tipps gegen die Krise. Dann genug Cash-Reserve entweder zuhause bar oder auf dem Girokonto haben, um einige Monate auch ohne Einkommen zu schaffen. Den Rest des Vermögens gut auf veschiedene Anlageklassen wie Immobilien, Gold, Aktien und so weiter verteilen.

Tipp 2: Ziele weiterverfolgen

Was ist aktuell das Ziel? Alles Geld sichern? Möglichst gute Einstiegskurse finden? Oder die Immobilie sicher abbezahlen? Die Ziele sind von jedem individuell. Deswegen ist es aktuell wichtig, sich eine Aufstellung seiner Finanzen zu machen und seine Ziele zu definieren.

Danach geht es darum, seine Risiken abzusichern. Man sollte nicht sein ganzes Geld in einer Anlageklasse haben. Man sollte aber auch nicht alles einfach auf dem Konto liegen haben. Denn in einer Wirtschaftskrise kann auch dieses Geld gefährdet sein.

Deswegen kommt es auf einen klugen Mix an. Jeder sollte gucken, welches Szenario für einen am wahrscheinlichsten ist und das Szenario dann mit seinen Zielen kombinieren. Nach der Liquidität hat man dadurch seine Ziele erfasst und seine Risiken möglichst abgesichert.

Tipp 3: Keine Panik

Es ist richtig sich mal Sorgen zu machen und auch mal vorsichtig zu sein. Doch wer Liquidität aufgebaut hat, seine Ziele kennt und seine Risiken abgesichert hat, der braucht keine Panik zu haben.

Wer sich dennoch Sorgen über eine umfangreiche Krise macht, der hebt etwas Geld vom Konto ab und legt sich einen Bargeldvorrat zuhause an. Zudem sollte man etwas Gold und Silber physisch kaufen, sowie Vermögenswerte wie Aktien kaufen. Ein bisschen Geld in Kryptowährungen kann auch nicht schaden.

Wer an die positiveren Szenarien glaubt, der kann nun langsam anfangen, wieder einzusteigen. Wer Sparpläne laufen hat, der sollte sie einfach weiter laufen lassen und von jetzt bis zum Herbst vielleicht aufstocken, wenn genug Liquidität vorhanden ist. Man sollte jetzt noch nicht alles in die Märkte buttern, denn es kann schon noch etwas weiter bergab gehen. Deswegen sollte man sein Geld auf verschiedene Einstiegszeitpunkte verteilen. Denn so kann man eine potentielle Erholung auch als Anleger voll mitnehmen und seine Chancen ergreifen. Wer also diese Tipps gegen die Krise berherzigt, der braucht keine Panik zu haben.

Bildquelle: Photo by Andre Benz on Unsplash

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