Zwischen vollen Windeln, Arztterminen und dem alltäglichen Chaos gibt es das erste Lachen, das erste „Mama“ und „Baba“ und so viele weitere erste Male. Kurzum: Genug, um das man sich Gedanken macht – und dann gibt es da noch: Die Finanzen. Daher kommt nun mein Resümee nach einem Jahr Erziehungszeit und wie das aus finanzieller Sicht gelaufen ist.

Finanztipps für Eltern Was ich nach einem Jahr als Mama gelernt habe KLEINGELDHELDEN

Was sind Eltern-Finanzen?

Wir sammeln unter diesem Begriff alles, was mit Elternzeit, Elternsein und Kind in Bezug auf Finanzen zu tun hat. Darunter fallen unter anderem: Elternzeit, Elterngeld Plus, Kindergeld, Mutterschaftsgeld, Kinderbetreuung und Haushalt mit Kind.

Was mich bei Eltern-Finanzen nervt:

Zu viele Informationen und am Ende fehlt doch etwas

Bereits in der Schwangerschaft sollte man sich informieren, ist klar. Doch worüber alles? Über die Schwangerschaft an sich, Geburtsvorbereitung, wo möchte man entbinden, welche Gelder stehen einem zu, wie beantrage ich Elterngeld, wie bekomme ich Mutterschaftsgeld, wie viel Kindergeld wird es geben, wer geht wann in Elternzeit und wann soll das Kind wo betreut werden? Und das sind nur einige der Fragen, die es zu klären gilt.

Doch was passiert, wenn eine der Informationen verloren geht? Wenn man extra Telefonate führt, um sich zu versichern, wie das beispielsweise mit dem Mutterschaftsgeld abläuft und man am Ende auf sein Geld wartet, weil eine kleine Information nicht mitgegeben wurde. Das passiert mal -ja. Aber es ist ärgerlich. Gerade dann, wenn man auf dieses Geld angewiesen ist.

Die Krux mit dem Papierkram

Bleiben wir bei dem Beispiel des Mutterschaftsgeldes. Dieses wird in zwei Teilen ausgezahlt. Für Part I der Auszahlung benötigt die Krankenkasse unter anderem den Nachweis, wann der voraussichtliche Entbindungstermin ist. Noch einfach von dem Gynäkologen nachzuweisen und einzureichen. Doch für Part II des Mutterschaftsgeldes benötigt die Krankenkasse eine Art Bescheinigung der Geburt, welche man im Krankenhaus enthält – zusammen mit weiteren fast identischen Exemplaren. Nun müssen diese an unterschiedliche Behörden weitergeleitet werden: Rathaus zur Anmeldung des neuen Bürgers, Elterngeldstelle und Krankenkasse. Zudem ist darauf zu achten, dass der jeweils richtige Schrieb an die jeweilige Stelle geschickt wird. Sonst ist das alles nicht zulässig.

Am Ende fehlt wegen eines kleinen Fehlers das Geld

Mal ehrlich: Als frischgebackene Mutter oder Vater, haben wir als Eltern doch andere Dinge im Kopf, als den richtigen Papierbogen an die richtige Adresse zu senden?! Wieso findet so etwas nicht automatisiert statt? Klar, wenn man das weiß, könnte man auch das vorbereiten und so weiter und so fort. Aber irgendwann ist genug. Genug informiert, genug vorbereitet. Am Ende hängt es am falschen Papier (von fast identischen Exemplaren) im falschen Umschlag, wenn das Geld nicht rechtzeitig auf dem Konto ist.

Leider gibt es noch keine adäquaten Lösungen für dieses und vergleichbare Probleme und so bleibt uns nur Eines: sich gut darauf vorzubereiten und Fails zu teilen, sodass andere daraus lernen können.

Stetige Konkurrenz von Gleichberechtigung vs. Geld

Kaum jemand besitzt die finanzielle Freiheit, vollkommen das Familienmodell zu leben, was er sich erträumt. Wir befinden uns täglich mit uns selbst im Zwiespalt, was gerade wichtiger ist und was wir heute für wichtig empfinden. Stets im Blick das Haushaltsbuch und der Kontostand. Die Vereinbarkeit von Beruf und Erziehungszeit im Gegenspiel zu ausreichend Geld zu verdienen, ist eine große Herausforderung, die viel Reden und Kompromisse erfordert. Jede Familie muss ihren eigenen Weg hierbei finden und diesen stets neu überdenken. Schließlich spielt nicht nur das aktuell vorhandene Geld dabei eine Rolle, sondern auch in der Rente.

Drei Dinge, die ich nach einem Jahr Erziehungszeit gelernt habe:

1. Vorbereitung ist gut, aber Vorbereitung ist nicht alles

Was ich damit sagen möchte? Es ist essentiell, sich aus finanzieller Sicht auf das Kind und auch die Erziehungszeit vorzubereiten. Doch leider kann man nicht alle Szenarien vorausplanen. Man weiß nie zu einhundert Prozent, was auf einem zukommen wird. Auch nicht in der Elternzeit. Ebenso wenig bei den Finanzen in der Elternzeit. Wer bereits Geld anlegt, der hat sicher auch hier schon die Parallelen erkannt: Nichts ist planbar, wenn auch bis zu einem gewissen Grad einschätzbar. Das bedeutet wiederum, dass es immer ein Risiko gibt. So auch bei der privaten Zukunftsplanung.

2. Ordnung der Unterlagen ist das A und O

Mit dem Kind ziehen auch so viele wichtige Unterlagen mit ein. Da ist es gut, diese direkt zu sortieren – vor allem in den ersten Monaten. Und ich spreche da als Papier-Chaos-Queen aus Erfahrung, denn es muss häufig etwas nachgeschaut werden und einige Papiere müssen an die entsprechenden Behörden weitergeleitet werden. Da ist es mit Baby auf dem Arm wirklich um einiges einfacher, alles griffbereit zu haben.

3. Auf meine finanziellen Rücklagen möchte ich nie wieder verzichten

Viele Ausgaben, das Kind betreffend lassen sich gut vorausplanen, so dass man monatlich dafür bereits Geld zurücklegen kann, ehe diese Ausgabe getätigt werden muss. Beispielsweise ein Kindersitzt fürs Auto oder ein Fahrradanhänger. Doch manchmal schafft man es nicht, Geld zurückzulegen, oder hat selbst andere wichtige Geldauslagen. Daher ist so hilfreich, schon bevor das Kind da ist, eine finanzielle Rücklage fürs Wunschkind und eine weitere für sich selbst aufzubauen. So spart man sich Kopfschmerzen, Feilschen und schlaflose Nächte.

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