Einbruch, Hackerangriffe, Extremwetter: Durch die Digitalisierung und den Klimanwandel entstehen in vielen Lebensbereichen gänzlich neue Sicherheitsbedürfnisse. Risikobereite Anleger können davon profitieren.

“Das Spektrum möglicher Investments im Schutz- und Sicherheitssektor ist groß”, heißt es von der Deutschen Bank. Eine Möglichkeit, breit gefächert an den Wachstumsperspektiven der Branche teilzuhaben, könnten den Analysten der Bank zufolge Investmentfonds sein. Genau diese wollen wir uns heute in drei Sektoren anschauen.

1. Sicherheitslösungen in den eigenen vier Wänden

Obwohl die Zahl der Einbrüche in Deutschland in den vergangenen Jahren insgesamt gesunken ist, bleibt die Verunsicherung bei den Bürgern groß. Laut einer Studie der R+V-Versicherung hat jeder vierte Deutsche (26 Prozent) Angst vor Einbruch und Diebstahl. Vor allem Frauen und ältere Bürger fürchten sich davor, Opfer solcher Verbrechen zu werden.

Die Nachfrage nach Sicherheitslösungen in den eigenen vier Wänden ist groß. Und vor allem neue digitale Technologien versprechen Abhilfe, um das Zuhause vor Einbrechern zu schützen. So können Sensoren heute ein Haus vollkommen eigenständig überwachen. Registrieren sie auffällige Bewegungen, lösen sie Alarm aus, kontaktieren den Besitzer oder rufen direkt die Polizei.

Der Markt wächst stark: Laut Statista wird der Umsatz mit Smart Home-Anwendungen von 80 Milliarden US-Dollar im Jahr 2020 in den nächsten drei Jahren auf 125 Milliarden US-Dollar steigen. Zu den Marktführern im Bereich intelligenter Sicherheitslösungen für die eigenen vier Wände zählen das französische Unternehmen Somfy, Gemalto aus den Niederlanden und der deutsche Bosch-Konzern, der allerdings nicht an der Börse notiert ist. Einen speziellen ETF-Investmentfonds für intelligente Sicherheitslösungen gibt es nicht. Anleger können jedoch alternativ auf Technologieindizes setzen, um den Trend aufzugreifen. Dazu zählen der iSTOXX FactSet Automation & Robotics Index, der Solactive Home Automation Index und der iSTOXX FactSet Digitalisation Index. Analysten der Deutschen Bank betonen dabei, dass diese Werte am besten als Depotbeimischung für risikobewusste Anleger geeignet sind.

2. Cybersicherheit

Durch die fortschreitende Digitalisierung wird unsere Welt immer enger vernetzt: Milliarden Menschen kommunizieren tagtäglich über E-Mails und Chats; Maschinen arbeiten computergesteuert und Daten werden mehr und mehr zum Rohstoff der Zukunft. Das birgt Chancen, aber auch Risiken. Zum Beispiel beim Schutz von sensiblen Daten, Online-Bankkonten oder der Privatsphäre im Netz.

Vor allem Unternehmen und Staaten müssen sich vor Hackerangriffen auf ihre Netzwerke schützen und Investitionen in die Cybersicherheit tätigen. Dem Analysehaus Gartner zufolge werden die weltweiten Unternehmensausgaben für IT-Sicherheit in diesem Jahr auf 133 Milliarden US-Dollar steigen. Im Vorjahr waren es 124 Milliarden US-Dollar.

Vom wachsenden Markt für Cybersicherheitslösungen können risikobereite Anleger profitieren. Aktienindizes wie der STOXX Global Digital Security Index oder der ISE Cyber Security umfassen eine Reihe von Unternehmen in aller Welt, die einen wesentlichen Teil ihrer Umsätze im Bereich Cybersicherheit erzielen. Wer in ETFs auf diese Indizes investiert, kann an ihrer Entwicklung teilhaben.

3. Klimaschutz

Spätestens seit Greta Thunberg und Fridays for Future ist die Debatte um den Klimawandel in Deutschland eines der wichtigsten politischen Themen. Die Ergebnisse der R+V-Studie “Die Ängste der Deutschen” zeigen, dass es auch in diesem Bereich ein wachsendes Sicherheitsbedürfnis in der Bevölkerung gibt. So gaben 2019 ganze 41 Prozent der Befragten an, dass sie dramatische Folgen durch den Klimawandel befürchten – zum Beispiel durch immer häufigere Naturkatastrophen und Wetterextreme wie Dürren, Hitzewellen oder Starkregen.

Unmittelbare Anlageoptionen sind bei diesem Megatrend nicht leicht auszumachen, denn das Spektrum an Branchen und Unternehmen ist sehr groß. Zum Beispiel gibt es mit dem MSCI Global Green Building Index bereits einen ETF für den nachhaltigen Gebäudebau; der S&P Global Water Index bündelt Unternehmen aus der globalen Wasserversorgung. Laut Analysten der Deutschen Bank könnten vom zunehmenden ökologischen Bewusstsein innerhalb der Bevölkerung außerdem Prüf-, Zertifizierungs- und Abfallmanagementunternehmen profitieren.

Autor*in