Seit dem ersten Januar 2020 gilt die Bon-Pflicht. Bereits jetzt gibt es viel Beschwerden und Klagen, die Technik und Umsetzung scheint einer nachhaltigeren Lösung hinterherzuhinken – oder doch nicht?! Papierbon-Apps könnten das Problem lösen.

Was bedeutet die Bon-Pflicht für Verkäufer und Käufer?


Ob nun als Papierbeleg oder auf andere Weise dem Kunden übertragen, ist hierbei egal. Pflicht ist, dass der Kunde ebenfalls Nachweise über seinen Kauf hat und diesen ebenso prüfen kann. Die Papierbon-Pflicht ist mit der Begründung eingeführt worden, dass der Staat jährlich Geld verliert, da Unternehmen ihre Umsätzen manipulieren. Entweder über manipulierte Kassen, einer speziellen Software oder auf Grund von falsch erfasster Rechnungen. Vor allem im Gastronomie-Bereich soll die die Betrugsrate sehr hoch sein. Der Schaden, der hierdurch jährlich entsteht, wird von der Steuergewerkschaft auf über zehn Milliarden geschätzt. Diese Summe hält das Bundesfinanzministerium jedoch für zu hoch. Nun gut, Fakt ist: Es bedarf einer Lösung dagegen vorzugehen. Es ist schließlich Geld, welches dem Staat in allen anderen Bereichen wie Bildung und im Gesamten fehlt.

Ist die Bon-Pflicht sinnvoll?

Doch ob, die Bon-Pflicht nun da wirklich Abhilfe verschafft, ist in Augen von Experten fraglich. In einem Interview der Welt sagte Ralph Brügelmann, Steuerexperte des Handelsverbands Deutschland (HDE), dazu:„Die technischen Richtlinien sagen ganz klar, dass zu Beginn jedes Kassiervorgangs eine Transaktion zu eröffnen ist, die nicht mehr gelöscht werden kann.“ Über eine sogenannte technische Sicherheitseinrichtung (TSE) werde eine elektronische Spur gelegt, die von den Finanzbehörden jederzeit nachverfolgt werden könne. Eine Manipulation des Belegs würde vor allem bei kleinen Betrieben wie einer Bäckerei, einem Kiosk oder dem Frisör dem Kunden sofort auffallen.

Kleingeldhelden-Anmerkung:

Anzumerken ist jedoch auch, dass Kassensysteme mit TSE noch gar nicht überall verfügbar sind. Die Umrüstung sollte ursprünglich auch mal zu Beginn des Jahres abgeschlossen sein, doch dies ist nicht umsetzbar. Daher müssen alle Kassen bis September umgestellt werden. Eine Sache wird jedoch bleiben: Der Zwang, den Beleg an den Kunden weiterzugeben. Und genau hier setzt die Frage an: Muss das wirklich auf Papier/ Thermopapier sein, oder geht das nicht auch digital?

Die Zukunft des Papier-Zwangs: Der digitale Kassenbeleg

Kommen wir nun zur vielversprechenden Lösung: Dem digitalen Kassenbeleg. Schon seit einiger Zeit gibt es diverse Papierbon-Apps auf dem Markt. Von „Wunderbon“, über „Anybill“ bis hin zu „Bill.less“. Doch bei einigen dieser Systeme ist der Mehrwert nur auf Kundenseite. Diese können den bereits ausgedruckten Beleg abscannen und so digitalisieren und besser aufbewahren. Wer Fan, von Spar-Apps ist, dem könnten auch Papierbon-Apps zusagen.

Papierbon-App: „Admin“ – Der Papierbon ist Geschichte

Vielversprechend klingt allerdings die App „Admin“. Sie ermöglicht es – ebenso wie „Wunderbon“, dass der Kassenbeleg direkt auf das Smartphone in die App über ein QR-Code übertragen wird. Somit fällt der ganze „Papier-Kram“ weg. Innerhalb der Anwendung kann man seine belege dann noch in Ordner-Systeme entsprechend ablegen. Die Ordner können dann auch für andere Nutzer, wie dem Steuerberater freigegeben werden.

In Sachen Nachhaltigkeit und Digitalisierung also ganz weit vorn! Na, das ist doch genau nach unserem Kleingeldhelden-Geschmack! Im Übrigen sollen die Daten, welche durch das Ansammeln der Art der Ausgaben von Kunden, gesammelt werden können, nicht weitergegeben und somit auch nicht für Markt- und Nutzeranalysen genutzt werden. Noch ist die App nicht auf dem Markt. Allerdings kann man sich schon jetzt registrieren und sich so noch seinen Wunsch-Nutzernamen sichern.

Autor*in