Wer von beiden ist reicher? Person A, die 10.000 Euro auf der Bank hat und jeden Monat 1000 Euro zum Leben braucht? Oder Person B, die 40.000 Euro auf der Bank hat und jeden Monat 5000 Euro zum Leben braucht?

Reichtum messen wir oft in Geld. Doch das ist nicht ganz richtig. Denn es gibt auch Menschen, die viele Millionen verdient haben und nach kurzer Zeit wieder arm waren. Es gibt Fußballer, Schauspieler, Musiker, Lotto-Gewinner, die Millionen auf dem Konto hatten und dennoch nie reich waren. Denn Reichtum sollte man nicht nur in Geld rechnen, sondern vor allem in Zeit.

Warum ist Zeit aussagekräftiger als Geld?

Natürlich hat Reichtum auch mit Geld zu tun. Aber um zu unserem kleinen Rätsel vom Beginn zurückzukommen: Person A ist tatsächlich reicher, obwohl sie “nur” 10.000 Euro auf der Bank hat und Person B 40.000 Euro. Wie kann das nun sein? Der Schlüssel liegt darin, dass Person A aufgrund des niedrigeren Lebensstandards mit dem Geld zehn Monate überleben kann. Person B hingegen hat zwar mehr Geld, gibt aber deutlich mehr aus und kann somit nur acht Monate überleben. Dann ist das Geld weg.

Unrealistisch ist das keineswegs. Oft zeigt sich, dass Menschen ihren Lebensstandard mindestens in dem Umfang erhöhen, indem sie mehr Geld bekommen. Nach einer Gehaltserhöhung wird auch mehr Geld ausgegeben. Klar, man kann sich nun mehr leisten. Aber wirklich reicher wird man dadurch nicht. Viel wichtiger ist es, länger mit seinem gesparten Geld auszukommen, um wirklich finanziell freier und damit auch reicher zu sein.

Wie werde ich wirklich reicher?

Für den Erfolg brauchen wir ein Zusammenspiel aus mehr Geld und weniger Ausgaben. Liste einmal auf, wie viel Vermögen du hast. Am besten ist frei verfügbares Geld oder solches, was du schnell bekommen könntest. Dann listest du auf, wie viel Geld du jeden Monat ausgibst. Klar, das schwankt mal. Führe dafür am besten über mehere Monate ein Haushaltsbuch, entweder per App oder auch handschriftlich. Das ist zwar etwas Arbeit, aber es wird sich doppelt und dreifach für dich lohnen.

Nun hast du dein Vermögen und deine monatlichen Ausgaben. Teile nun dein Vermögen durch die Ausgaben und du erhältst die Anzahl an Monate, die du überleben könntest, selbst wenn kein Geld mehr hereinkommt. Aber was für ein Wert ist nun gut?

Das Wirtschatfs- und Sozialwissenschaftliche Institut (WSI) hatte Ende 2017 eine Studie zum Vermögen der Deutschen veröffentlicht. Demnach hätten 30 Prozent der Haushalte ein Vermögen, mit dem sie nur einige Wochen bis wenige Monate auskommen. Zum Vermögen zählten die Forscher auch Immobilien. Weitere 20 Prozent kämen etwa zwei Jahre mit dem Geld zurecht, weitere 30 Prozent sogar acht Jahre. Ganze zehn Prozent der Haushalte würden demzufolge sogar 13 Jahre aushalten und fünf Prozent gar 21 Jahre.

Wenn du jetzt zwischen zwei und acht Jahren mit deinem Geld auskommst, dann ist das ein wirklich guter Wert. Natürlich spielt auch das Alter eine Rolle. Bist du noch in deinen 20ern, wirst du eher weniger Vermögen haben. Doch je älter du bist und wirst, desto mehr sollte es schon sein.

Tipps und Tricks zum Reicherwerden

Es ist nicht einfach aber machbar. Wichtig ist vor allem, die monatlichen Fixkosten zu senken. Miete, Auto, Versicherungen, Handytarife, Strom und vieles weitere ziehen dir jeden Monat Geld aus der Tasche. Schaue hier, was du günstiger haben kannst. Setze dir feste Budgets für Dinge wie Freizeit, Urlaub und Lebensmittel.

Wichtig ist aber auch, mehr Geld zu verdienen. Das kann über Gehaltserhöhungen passieren, über Nebenjobs oder über ein eigenes Business.

Ganz elementar ist auch die Geldanlage. Mittels Aktien, Fonds und ETFs kannst du dir auch schon mit wenige Geld ein Vermögen aufbauen. Der Vorteil: Du musst dafür nicht arbeiten, sondern dein Geld erledigt das automatisch für dich. So kannst auch du reicher werden und länger von deinem Geld leben. Bedenke: Reichtum bemisst sich nicht nur in Geld, sondern ebenso in Zeit.

Wichtige Tipps für deinen Vermögensaufbau, findest du hier.

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