Sie sind der Schrecken aller Anleger und Investoren: Finanzblasen. Sie entstehen, wenn ein Markt sehr stark übertreibt und viel zu viel Geld in den Markt fließen. Die Preise steigen derart an, dass Euphorie entsteht, jeder mitmachen möchte und am Ende viele Leute ihr Geld verlieren. Aber wie erkennt man Finanzblasen rechtzeitig und was können wir von Tulpen, Silber und Bitcoins lernen?

Die Tulpenblase

Es gibt ein neues Buch von Torsten Dennin mit dem Titel “Von Tulpen zu Bitcoins”. Darin beschreibt der Experte, wie es in den vergangenen Jahrhunderten zu Finanzblasen kommen konnte und was man daraus lernen kann.

In den 1630ern verfielen die Niederländer in eine Art Tulpenwahn. Wirtschaftlich ging es den Menschen gut, sie lebten im Überfluss. Irgendwann avancierten die hübschen Tulpen und ihre Tulpenzwiebeln zu einem Statussymbol der Oberschicht. Immer mehr Menschen wollten sich mit Tulpen eindecken. Weil die Produktion nicht hinterherkam, handelte man mit Optionsscheinen auf zukünftige Tulpen. Irgendwann stiegen die Preise derart an, dass jeder schnell reich werden wollte. Im Jahr 1637 verschlang eine Tulpenzwiebel das Zwanzigfache eines Jahresgehalts eines Hadwerkers oder den Wert eines großen Hauses. Dann platzte die Blase, weil niemand mehr so viel Geld aufbringen konnte. Über Nacht verloren die Tulpen ihren Wert.

Dazu schreibt Dennin: “Die Tulpenmanie ist der erste gut dokumentierte Marktcrash in der Geschichte der Finanzmärkte. Und fast vier Jahrhunderte lang war sie die größte Finanzblase der Geschichte, viel größer als der Schwarze Freitag oder der Dotcom-Crash des Jahres 2000.”

Die verschiedenen Finanzblasen

Tulpen werden heute zwar nicht mehr gehandelt. Doch es gibt auch Finanzblasen beim Getreide, bei Silber, bei Öl und bei vielen weiteren Rohstoffen. Und diese werden auch heute alle noch gehandelt, sodass es theoretisch wieder zu einer Blasenbildung kommen kann.

Welche interessanten Geschichten es rund um diese Finanzblasen gibt, erzählt Torsten Dennin in seinem Buch. Dabei beleuchtet er auch die Umstände, die zu den Übertreibungen führten. Das ist also nicht nur interessant, sondern auch spannend un kurzweilig zum Lesen.

Die Bitcoinblase

Für Torsten Dennin ist es die größte Finanzblase seit der Tulpenmanie. Als der Bitcoin im Jahr 2017 von unter 1000 Dollar auf über 20.000 Dollar zulegte und daraufhin in 2018 rund 80 Prozent seines Wertes verlor, platze eine gewaltige Kryptoblase.

Die Menschen lernten Bitcoin zu dieser Zeit erst kennen und viele wollten schnell reich werden. Sie hörten davon, dass sich der Bitcoin fast monatlich verdoppelte und jeder wollte noch schnell aufspringen. Doch das gelang nicht. Viele Menschen erlitten große Verluste, während andere wiederum reich wurden.

Auch hier entkoppelte sich der “faire Preis” enorm vom Preis an den Börsen. Niemand achtete mehr darauf, ob diese Preise wirklich real waren oder einfach nur pure Spekulation. Demzufolge war der Preisrückgang von rund 80 Prozent gesund, damit der Bitcoin-Preis wieder ein angemessenes Level erreichen konnte. Auch wenn es für viele Anleger sehr schmerzhaft war.

Finanzblasen rechtzeitig erkennen

Um eine Finanzblase zu erkennen musst du darauf achten, in welchem Bereich die Preise ernorm gestiegen sind. Jetzt kannst du dich fragen, ob die Preissteigerung gerechtfertigt war oder ob die Menschen nur spekulieren. Wird mit dem realen produkt gehandelt oder mit Terminkontrakten und Optionsscheinen? Nur wenn die reale Nachfrage und das reale Angebot in etwa zusammenpassen, wird es nicht zu einer Blasenbildung kommen.

Welche spannenden Finanzblasen es noch gab und was du daraus lernen kannst, erfährst du im Buch von Torsten Dennin. “Von Tulpen zu Bitcoins – Eine Geschichte der größßten Finanzblasen und wie man sie erkennt” erscheint im Finanzbuchverlag und kostet 24,99 Euro.

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