In den letzten Wochen war dieses Wort jeden Tag zu lesen und zu hören. Die Rezession droht. Aber was bedeutet das eigentlich für uns alle? Ist das schlimm? Und wie kann ich mich schützen?

Was ist eine Rezession?

Eigentlich ist das ganz normal. Vielleicht kannst du dich noch an den Wirtschaftskreislauf von früher erinnern. Meistens wird der etwas in der Schule unterrichtet. Dabei gibt es die vier Wirtschaftsphasen Expansion, Boom, Rezession und Depression.

Die Expansion zeichnet aus, dass die Auftragsbücher voll sind, die Unternehmen und Menschen konsumieren, es eine niedrige Arbeitslosigkeit gibt und alles wächst. Im Boom zeichnet sich bereits ab, dass das Wachstum nachlässt. Nun gibt es vermehrt Unternehmensübernahmen (was zuletzt zu sehen war), einige Unternehmen scheiden bereits aus dem Markt aus (gab es auch) und es wird nicht mehr so viel konsumiert.

Nun kommt es zur Rezession. Das ist aber erstmal gar nicht schlimm, sondern im Wirtschaftskreislauf normal. Überproduktion und Überstunden werden abgebaut, die Menschen sparen mehr und konsumieren weniger und der Wirtschaft geht es etwas schlechter. Eine Rezession wird so definiert: Gab es in mindestens zwei aufeinanderfolgenden Quartalen kein Wirtschaftswachstum oder sogar einen Rückgang gegenüber dem Vorquartal. so spricht man von einer Rezession. Du siehst: Man kann sogar in einer Rezession sein, ohne dass es schlechter wird. Die Wirtschaft wächst nur einfach nicht. By the way: Japan befindet sich seit über 130 Quartalen in einer Rezession. Und die Menschen leben noch.

In der Depression sieht es dann wirklich düster aus. Da liegt die Wirtschaft am Boden und es gibt eine hohe Arbeitslosigkeit. Meist muss der Staat eingreifen, um die Notlage zu lösen. Doch es muss nicht nach jeder Rezession zu einer ausgeprägten Depression kommen.

Droht uns jetzt eine Rezession?

Dazu haben wir bei Dr. Ulrich Stephan, Chefanlagestratege bei der Deutschen Bank, nachgefragt. Und der Experte sagt: „Die Zahlen aus der Wirtschaft sind noch ganz ordentlich. Vor allem der Konsum sieht recht stabil aus.“ Dabei stellt der Konsum eine wichtige Größe dar, um die Wirtschaft zu stabilisieren. Oft investieren der Staat und Unternehmen viel. Doch wenn das mal nachlässt, unterstützt der Konsum der Menschen die Wirtschaft.

„Was aber besorgniserregend ist, das sind die Stimmungsindikatoren aus der Wirtschaft.  Die sind sogar katastrophal schlecht.“ Das merkte man auch zuletzt in Deutschland, weil einige Unternehmen viele Stellen abbauen oder sogar schließen. Doch auch das ist in einem Wirtschaftskreislauf normal.

„Was das verarbeitende Gewerbe angeht, stecken wir schon in der Rezession. Bei den Dienstleistungen noch nicht”, erläutert Dr. Ulrich Stephan. Bedeutet: Aktuell ist die Lage nicht ganz klar. Vermutlich bekommen wir eine Rezession, aber da wir immer weniger Industrieproduktion und immer mehr Dienstleistungen haben, kennt man die Auswirkungen noch nicht so genau.

Wie schütze ich mich?

Nun musst du keine große Angst vor der Rezession haben. Doch es gibt einige Punkte, die du beachten kannst, um dich gut auf eine Rezession vorzuberieten: „Es ist eine interessante Konstellation, weil es keine wirkliche Alternative zu Aktien gibt. Auch die Anleihen sind nicht mehr so attraktiv. Aktien bleiben vor allem durch ihre Dividenden attraktiv. Und die Zentralbanken werden dagegenhalten. Man muss in den nächsten Monaten aber aufpassen”, erklärt der Experte der Deutschen Bank.

„Ich würde raten, dass man etwas vorsichtiger ist und sich absichert. Aber im Grundsatz bei guten Aktien bleibt.“ Dazu gehört, dass man kein geliehenes Geld in Aktien steckt sondern nur solches, dass man nicht zum Überleben braucht. Außerdem sollte man keine Hebelprodukte nutzen und lieber breit in Aktien, Anleihen und Gold investieren. Wie das am besten geht, liest du hier.

Mehr Tipps und aktuelle Meinungen hört ihr im Podcast der Deutschen Bank.

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