Wie gut sind Kinder und Jugendliche in Deutschland auf Finanzfragen vorbereitet? Eine Umfrage zum Schulstart zeigt: Die Deutschen stellen der Finanzbildung schlechte Noten aus.

Für manche Kinder ist es ein Graus, für andere ein Grund zur Freude: die Sommerferien sind vorbei. Mitllerweile hat in vielen Bundesländern das neue Schuljahr begonnen. Aus diesem Anlass befragte das Zinsportal WeltSparen 2.045 Bundesbürger, wie es um die Bildung zu Finanzfragen hierzulande steht. Wissen unsere Kinder, wie sie richtig für das Alter vorsorgen? Wie sie ein Girokonto bei einer Bank eröffnen? Oder einen vernünftigen Handyvertrag abschließen? So viel sei verraten: Das Zutrauen in diese Fähigkeiten ist leider sehr gering.

Jeder Zweite sieht Finanzbildung negativ

Auf die Frage, welche Schulnote sie der allgemeinen Finanzbildung der Deutschen geben würden, antworteten die Befragten nämlich folgendermaßen:

  • Note 1 (Sehr gut): 5%
  • 2 (Gut): 5%
  • 3 (Befriedigend): 28%
  • 4 (Ausreichend): 30%
  • 5 (Mangelhaft): 22%
  • 6 (Ungenügend): 4%

Dabei ist bemerkenswert: Mehr als die Hälfte der Befragten stellt der Finanzbildung in Deutschland eine schlechte Note aus. Ginge es um einen Schüler, müsste man sagen: Versetzung gefährdet.

Umso mehr Menschen sind dafür, finanzielle Themen fest im Lehrplan zu verankern. 60 Prozent der Bundesbürger finden, dass Finanzbildung bereits in der Schule vermittelt werden sollte. Besonders groß ist die Zustimmung in Bayern (68 Prozent). Schließlich gibt es derzeit keine flächendeckende Beschäftigung mit Finanzfragen im Unterricht an deutschen Schulen. Bislang gibt es lediglich ein Schulfach Wirtschaft in einigen Bundesländern wie Nordrhein-Westfalen oder Niedersachsen.

Umso mehr Menschen sind dafür, finanzielle Themen fest im Lehrplan zu verankern. 60 Prozent der Bundesbürger finden, dass Finanzbildung bereits in der Schule vermittelt werden sollte. Besonders groß ist die Zustimmung in Bayern (68 Prozent). Schließlich gibt es derzeit keine flächendeckende Beschäftigung mit Finanzfragen im Unterricht an deutschen Schulen. Bislang gibt es lediglich ein Schulfach Wirtschaft in einigen Bundesländern wie Nordrhein-Westfalen oder Niedersachsen.

Dass es gerade jungen Leuten an Finanzwissen fehlt, zeigten bereits andere Untersuchungen. So kennt nur jeder fünfte Jugendliche kennt ungefähr die aktuelle Inflationsrate in Deutschland. Nicht einmal die Hälfte kann erklären, was eine Rendite ist. Ebenso wissen zwei Drittel nicht, wie die Börse funktioniert.

Großer Nachholbedarf bei Altersvorsorge

Besonders großen Aufklärungsbedarf sehen die Deutschen bei der Altersvorsorge: 61 Prozent bezeichnen die Rente als wichtigstes Thema der Finanzbildung. Dahinter folgen Steuern (59 Prozent) und Verträge (50 Prozent). Beinahe jeder zweite Bundesbürger findet Wissen über Finanzprodukte (48 Prozent) entscheidend.

“Sich bereits in frühen Jahren mit Finanzthemen zu beschäftigen birgt großes Potential. So können von Anfang an Unsicherheiten aus dem Weg geräumt und Hürden abgebaut werden”, sagt WeltSparen-Gründer Tamaz Georgadze zu den Studienergebnissen. Mehr Bildung in diesem Bereich könne zu mehr Mündigkeit, besseren Entscheidungen und besserer Vorsorge führen.

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