Mit deiner Investition die Welt verbessern und dabei auch noch Geld verdienen? Das geht! Alles, was du zum Thema nachhaltiges Investieren wissen musst, erklären wir dir hier

Nachhaltiges investieren: Kurzfristiger Hype oder Dauer-Jackpot?

Kein anderes Thema ist gerade so sehr im Gespräch: Nachhaltigkeit. Umweltschutz. Klimawandel. Die Rettung unseres Planeten. Tausende Schüler demonstrieren jeden Freitag auf den Straßen, die Politik ist ratlos und Unternehmen stellen ganze Geschäftsmodelle auf den Kopf. Da war es nur eine Frage der Zeit, bis es das Thema schließlich auch an die Börsen schaffte. Nachhaltiges Investieren geht mittlerweile mit einer Vielzahl von Angeboten. Das hat zwei Vorteile: Erstens: Du rettest damit selbst ein kleines bisschen die Welt. Denn mit deinem Investment förderst du Unternehmen, die entweder aktiv etwas für die Nachhaltigkeit machen, oder gerade dabei sind, sich dahin umzustellen. Nachhaltigkeit betrifft hier aber nicht nur die Umwelt. Sie steht auch für faire Arbeitsbedingungen und eine gute Behandlung der Mitarbeiter. Dazu später mehr. Zweitens: Mit nachhaltigen Investments kannst du gerade viel verdienen. Sie starten zurzeit richtig durch. Unternehmen, die hingegen alles, nur nicht nachhaltig sind, verlieren gerade eher an Kurs. Viele fragen sich aber zurecht: Ist nachhaltiges Investieren ein langfristiger Trend, oder springen nur alle blindlings auf den Hype-Train „Nachhaltigkeit“ auf?

„Wir müssen einen funktionierenden Planeten an unsere Nachkommen weitergeben, und das wird uns eben nach und nach bewusster“, meint jedenfalls Dr. Ulrich Stephan, Chef-Anlagestratege der Deutschen Bank. Klingt eigentlich weniger nach kurzfristigem Hype. Und das Thema Umwelt ist wohl auch nichts, was wir von heute auf morgen einfach wieder vergessen werden. Doch woher weiß ich nun, wann eine Anlage nachhaltig ist? Denn: Nicht jedes Unternehmen, das behauptet, nachhaltig zu sein, ist auch nachhaltig. Und nachhaltige Unternehmen müssen nicht zwingend etwas mit der Umwelt zu tun haben.

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Nachhaltig Investieren – was hat es mit “ESG” auf sich?

Zunächst: Eine einheitliche Definition für nachhaltige Geldanlagen gibt es noch nicht. Aber: Es gibt „ESG“ – die derzeit wohl bekanntesten drei Buchstaben der Wallstreet. „ESG“ beschreibt Kriterien, die eine nachhaltige Geldanlage schon ziemlich gut definieren. Mittlerweile wird ein Unternehmen nicht mehr nur anhand seiner Bilanz und anderen Zahlen bewertet. Man achtet zunehmend darauf, ob es auch „ESG“-konform ist.

E = Environmental. Dieses Kriterium bewertet direkt den Umwelt-Aspekt. Das „E“ beurteilt also, wie umweltfreundlich ein Unternehmen ist. Wie geht es mit seinen Rohstoffen um? Reduziert es Co2? Verzichtet es auf Tierversuche? Haben die Tätigkeiten der Firma nur geringe Auswirkungen auf die Umwelt? Unternimmt es sogar selbst etwas gegen den Klimawandel?

S = Social. Das soziale Kriterium einer nachhaltigen Anlage. Wie bereits erwähnt – eine nachhaltige Geldanlage beleuchtet nicht ausschließlich den Umweltaspekt. Behandelt das Unternehmen seine Mitarbeiter fair? Untersagt es Kinderarbeit? Werden die Mitarbeiter ausreichend bezahlt? Achtet es auch auf die Auswahl seiner Zulieferer? Behandelt ein Unternehmen seine Mitarbeiter gut, arbeiten diese auch effektiver. Dadurch entsteht ein besserer Output des Unternehmens – und auch deiner Investition.

G = Governance. Hier ist von der Unternehmensführung die Rede. Herrscht im Unternehmen Korruption? Bestechung? Wie viel Gehalt bekommt der Vorstand? Sorgt der Vorstand für ein gutes Nachhaltigkeitsmanagement? Ist der Aufsichtsrat gut aufgestellt? Ist alles transparent und einsehbar im Unternehmen?

Nachhaltig investieren lohnt sich zweimal

Legst du also Geld in ein Unternehmen an, welches ESG-konform ist, investierst du nicht nur in eine vielversprechende Anlage. Du unterstützt dabei auch faire und umweltfreundliche Bedingungen für die Umwelt und die Menschen. Auch mehrere Studien fanden bereits heraus, dass eine Integration der ESG-Kriterien in Unternehmen einen langfristig positiven Einfluss hat und auch für den Erfolg des Unternehmens sorgt – wovon wiederum du als Anleger profitierst. Eine Anmerkung hat Dr. Ulrich Stephan von der Deutschen Bank allerdings noch: „Wir müssen die Wirtschaft nachhaltiger aufstellen. Wir sind auch schon einen ganzen Schritt weitergekommen. Wir sind auf dem richtigen Weg. Aber wir sollten nicht nachlassen in den Anstrengungen – Stichwort: Klimawandel.“

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