Du willst gute Aktien finden? Unter den tausenden verschiedenen Unternehmen die richtigen zu finden, ist gar nicht so einfach. Wichtig ist vor allem, schlechte Aktien zu vermeiden. Wie das geht, erfährst du jetzt.

1. Wachsen Gewinn und Umsatz?

An der Börse sind die Kennziffern Umsatz und Gewinn am wichtigsten. Der Gewinn sogar noch mehr als der Umsatz. Denn nur wenn ein Unternehmen auf lange Sicht Gewinn einfährt und diesen Gewinn regelmäßig steigert, wird die Aktie zulegen.

Der Gewinn ist so wichtig, weil Aktionäre ja Teilhaber am Unternehmen sind. Das bedeutet, sie haben einen Anspruch auf einen Teil des Gewinns und bekommen ihn in Form der Dividende oder Kursgewinne. Schlechte Aktien machen also zu wenig Gewinn oder im schlimmsten Fall sogar Verlust. Und das auf lange Sicht.

2. Gibt es einen positiven Cashflow?

Der Cashflow wird vor allem von Profi-Anlegern beobachtet. Der Begriff bezeichnet vereinfacht gesagt das Ergebnis vom Gelausgang und Geldeingang. Ein Unternehmen hat einen positiven Cashflow, wenn es real mehr eingenommen, als ausgegeben hat.

Gute Aktien haben einen guten Cashflow, weil das Unternehmen dann wirklich Geld verdient. Dieses Geld kann es für Übernahmen, Investitionen, Aktienrückkäufe oder Dividenden benutzen. Schlechte Aktien generieren keinen positiven Cashflow und haben somit auch nicht das nötige Geld für Investitionen und Co.

3. Schlechte Aktien haben ein schlechtes Management

Diesen Punkt lassen viele Anleger oft aus. Dabei ist er sehr wichtig. Denn nur mit einem guten Management kann ein Konzern lange Zeit bestehen. Und gute Aktien haben meistens ein gutes Management. Das kann man an der Transparenz und Glaubwürdigkeit sehen. Werden die Ziele, die versprochen wurden, auch wirklich erreicht? Geht man offen mit Fehlern um? Tut das Management alles dafür, das Unternehmen langfristig zu managen? Oder geht es nur um den nächsten Quartalsgewinn?

4. Zahlt das Unternehmen eine gute und steigende Dividende?

Macht ein Unternehmen Gewinn, so schüttet er einen Teil des Gewinns in Form der Dividende an die Anleger aus. Dadurch wird die Dividende ein wichtiger Baustein beim Vermögensaufbau und ist charakteristisch für gute Aktien.

Eine gute Dividendenrendite bewegt sich zwischen drei und fünf Prozent. Viel wichtiger ist aber noch das jährliche Dividendenwachstum. Denn dadurch ergibt sich ein Zinses-Zins-Effekt, von dem du langfristig profitieren kannst.

Achte bei Unternehmen aber auch darauf, dass sie nicht mehr Dividenden auszahlen, als sie Gewinn machen. Auf Dauer kann das nicht gut sein. Wie du die Dividendenstrategie richtig umsetzt, kannst du bei uns lesen.

Schlechte Unternehmen wachsen weder ordentlich, noch zahlen sie eine gute Dividende. Daran erkennst du schlechte Aktien.

5. Schlechte Aktien haben schlechte Bewertungen

So, nun kommen wir zu den richtig harten Kennziffern. Das sind vor allem das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV), das Kurs-Cashflow-Verhältnis (KCV) und das Kurs-Buchwert-Verhältnis (KBV).

Dabei gibt das KGV an, wie viele Jahre es beim aktuellen Kurs dauert, bis der Gewinn den Preis rechtfertigt. Bei einem KGV von zehn, hat der Unternehmen also den aktuellen Marktwert innerhalb von zehn Jahren verdient. Ein KGV von 10 gilt als gut. Ab 20 wird es eher teurer, aber man muss auch die Branche anschauen. Tech-Unternehmen oder Konsumgüter-Konzerne haben oftmals ein etwas höheres KGV.

Das KCV setzt den Cashflow mit dem Kurs in Verhältnis. Diese Kennzahl zeigt also, wie viel freies Geld im Verhältnis zum Kurs zur Verfügung steht. Hier gilt der Richtwert: Je niedriger das KCV, desto besser.

Zuguterletzt zeigt das KBV, wie viel die Vermögensgegenstände eines Unternehmens im Verhältnis zum Kurs wert sind. Bei einem KBV von 1 wäre das Unternehmen fair bewertet. Alles darunter zeigt eine Unterbewertung. Oftmals liegt der Wert aber etwas über 1.

6. Gute Aktien haben gesellschaftliche Akzeptanz

Gute Aktien haben einen guten Stand in der Gesellschaft. Das sorgt dafür, dass gut über sie berichtet wird, dass es kaum negative Meinungen und Meldungen gibt und dass das Unternehmen deswegen gut wachsen und verdienen kann.

Was für Auswirkungen negative Presse und Meinungen haben kann, sehen wir in Deutschland aktuell an der Autoindustrie. Eigentlich verdienen sie gut Geld, doch die Meinungen sind aktuell so schlecht, dass das auf den Kursen lastet.

7. Politische Wegbereiter

Auch die Politik kann Aktien nach oben oder nach unten schicken. Gute Aktien profitieren von Entscheidungen der Politik. Manchmal kann die Politik aber auch gute Aktien abwürgen, weil schlechte Gesetze erlassen werden. Vor allem im Gesundheitsbereich oder im Energiebereich kommt das oft vor. E.ON und RWE wurden von der Politik zum Beispiel komplett kaputt gemacht.

Manche Aktien profitieren aber deswegen von der Politik, weil sie mit dem Zeitgeist gehen. Schlechte Aktien verlieren durch politische Entscheidungen.

Halte die Augen also nach guten Aktien offen und vermeide schlechte Aktien.

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