Über eine Gehaltserhöhung freut sich jeder. Aber wie genau bekomme ich sie? Was, wann und wie frage ich meinen Chef am besten? Das und nützliche psychologische Tipps zur Gehaltsverhandlung erfährst du hier – so klappt es mit der Gehaltserhöhung

Wann kann ich eine Gehaltserhöhung verlangen?

Für die Gehaltserhöhung muss ein bestimmter Grund vorliegen. Das kann zum Beispiel bei einer Beförderung der Fall sein, bei neuen Aufgaben, bei mehr Verantwortung oder, wenn du einen beruflichen Erfolg verbucht hast. Lege dir deine Gründe schon im Vorhinein gut zurecht. Generell kannst du dein Gehalt alle 18 bis 24 Monate neu verhandeln. Auch der Zeitpunkt ist von wichtiger Bedeutung. Statt deinen Chef also einfach so zu überfallen, bitte ihn um ein Feedback-Gespräch und lass dir einen Termin geben. Denn ist dein Chef gestresst und muss direkt zum nächsten Termin, könnte es schwierig werden, ihm deine Gründe in Ruhe zu erläutern.

Wie viel mehr Geld ist legitim?

Informiere dich bereits im Vorfeld darüber, was für ein Gehalt für deinen Beruf und die jeweilige Branche legitim ist. Stell keine zu hohen Forderungen aber verkaufe dich auch nicht unter Wert. In der Regel sind je nach Begründung zwei bis zehn Prozent mehr Gehalt realistisch. Sollte das Gespräch nicht so laufen wie erhofft, bleibe höflich und gehe Kompromisse ein. Oft trifft man sich auch in der Mitte.

Diese psychologischen Tricks verhelfen dir zur Gehaltserhöhung

Trick 1: Sprich nicht von einer “Gehaltserhöhung”

… sondern von einer “Gehaltsanpassung”. Damit bleibst du zum einen höflich und wirkst nicht zu fordernd, machst auf der anderen Seite aber auch deinen Wert für das Unternehmen deutlich.

Trick 2: Keine Macht dem Konjunktiv

Du bittest nicht um etwas, du verhandelst. Oft sind leider Frauen schüchterner beispielsweise “zu” höflich, wenn es um die Gehaltsverhandlung geht. Statt „Mir ist das unangenehm, aber könnte ich eventuell etwas mehr Geld bekommen? Würde das gerade in das Budget passen?“ also nicht den Konjunktiv verwenden, sondern direkt sagen, was man möchte – denn schließlich hat man dafür ja auch gute Gründe.

Trick 3: Reden ist Silber, Schweigen ist Gold

Bei unangenehmer Stille zwischen dem Chef und einem selbst reden sich viele aus Nervosität gleich um Kopf und Kragen. Auch bekannt als: Standby Stress. Nachdem du also gesagt hast, was du möchtest – „Ich möchte nächstes Jahr fünf Prozent mehr verdienen.“ – sag nichts mehr und warte ab. Damit lässt du deinem Chef zum einen Bedenkzeit, zeigst aber auch deine Entschlossenheit. Wenn er dich nach dem Warum fragt, kannst du ihm deine zuvor wohl überlegten Argumente darlegen. Dann sag wieder nichts und warte auf seine Reaktion.

Trick 4: Die Macht des Wörtchens “weil”

In Harvard fand man in einem Experiment heraus, dass Menschen eher bereit sind jemandem einen Gefallen zu tun, wenn dieser sein Anliegen mit dem Wort „weil“ begründet. So komisch eine Bitte oft auch sein mag: Das Wort „weil“ löst bei Menschen eine automatische, positiv-eingestellte Antwort aus.

Mehr Tipps und fünf konkrete Verhandlungsstrategien findest du hier.

No go’s bei der Gehaltserhöhung

  • Vergleiche niemals das Gehalt deiner Kollegen mit deinem
  • Nimm als Argument nie private Gründe wie einen Hausbau
  • Droh nicht gleich mit der Kündigung oder setze deinen Chef unter Druck
  • Verwende nicht den Konjunktiv

Ein Recht auf eine Gehaltserhöhung gibt es übrigens nicht. Hier sind deine Verhandlungskünste gefragt. Ausnahmen gibt es bei Fällen wie Diskriminierung. Solltest du feststellen, dass du aufgrund deines Geschlechts, deines Alters oder deiner Herkunft weniger Lohn als deine Kollegen bekommst, hast du das Recht auf mehr Gehalt.

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