Du zückst die EC-Karte einmal zu oft und schon ist es passiert: dein Girokonto rutscht ins Minus. Bei vielen Banken gilt ab dann der Dispokredit. Was du beim Dispo beachten solltest, wie hoch die Kosten sind und wann sich doch eher ein Ratenkredit lohnt…

Jeder kennt es: Wenn sich der Monat dem Ende zuneigt, sind die finanziellen Vorräte ab und an erschöpft. Gerade, wenn du aus dem Urlaub zurückkommst oder eine hohe Rechnung für die Auto-Reparatur bezahlen musstest. Trotzdem geht das Leben weiter, oder? Der Kühlschrank sollte noch ein paar Tage lang voll sein. Und das Geburtstagsgeschenk für die Freundin kann eventuell eben auch nicht warten.

Manchmal bleibt dir deshalb vielleicht keine andere Wahl, als das Konto zu überziehen. Das ist nicht schlimm, wenn du weißt, was du tust. Denn Banken bieten für diesen Fall einen sogenannten Dispositionskredit an. Er hilft dir, wenn du einmal knapp bei Kasse bist.

Was ist der Dispokredit?

Die meisten Banken gewähren dir heute einen Dispokredit auf ein Girokonto. Das heißt, dass du das Konto bis zu einem gewissen Grad überziehen darfst. Dafür musst du keinen Antrag stellen, es passiert ganz automatisch. Im Opimalfall wird der Dispokredit dann nach einigen Tagen in den roten Zahlen mit der nächsten Gehaltszahlung wieder beglichen.

Für jeden Dispo wird ein fester Rahmen bei der Bank vereinbart, zum Beispiel über 500 Euro. Das heißt, dass bis zu einem Minus von 500 Euro die Bank einspringt. Der Dispokredit ist also eine Art geduldete Überziehung deines Kontos. Aber Vorsicht: Wenn du ihn in Anspruch nimmst, kostet dich das Geld.

Eine Mindestgebühr für den Dispokredit dürfen Banken nicht erheben. Für die Kontoüberziehung stellen sie dir jedoch Zinsen in Rechnung. Die Kosten sind von Bank zu Bank unterschiedlich hoch. Einige Institute verlangen auf die Summe, die sie dir kurzfristig leihen, nur 4 Prozent Dispozinsen, anderen dagegen satte 13 Prozent. Laut Stiftung Warentest fallen für Dispokredite im Schnitt Zinsen in Höhe 9,72 Prozent an.

Wenn das Konto mit einer geringen Summe nur für wenige Tage im Minus bleibt, ist das kein großes Problem. Ein Beispiel laut Dispo-Rechner: Wenn dir die Bank fünf Tage lang einen Dispo über 100 Euro bei einem Zinssatz von 10 Prozent gewährt, kostet dich das 14 Cent. Das ist unnötig, aber zu verschmerzen.

Teuer wird es, wenn dein Konto über lange Zeit hinweg im Minus bleibt. Dann türmen sich die Zinsen auf. Du solltest also unbedingt darauf achten, dein Konto schnellstmöglich wieder auszugleichen. Richtig gefährlich wird es für dich, wenn du den festgelegten Disporahmen sprengst. Die dann fälligen Überziehungszinsen können 15 bis 20 Prozent der Schuldensumme betragen. Im schlimmsten Fall kann die Bank das Girokonto sperren.

Viel gesprochen wird über den Dispo nicht. Tatsächlich ist er aber beileibe keine Seltenheit. Laut einer smava-Umfrage haben zum Jahreswechsel 2019 mehr als zehn Millionen Deutsche einen Dispokredit genutzt. Schließlich standen nach den Feiertagen noch Geschenke auf der Rechnung, außerdem fallen im Januar für viele Verbraucher hohe Kosten durch Versicherungen an.

Wirkt sich der Dispokredit auf die Schufa aus?

Der Dispokredit hilft aus, wenn du mal kurzzeitig in den roten Zahlen steckst. Aber musst du dadurch negative Konsequenzen befürchten? Beispiel Schufa. Die Wirtschaftsauskunft misst die Kreditwürdigkeit von Verbrauchern. Die Schufa-Auskunft wird bei Bewerbungen oft von Vermietern verlangt , um die Zahlungsfähigkeit von Mietern zu prüfen. Kann es für dich zum Problem bei der Wohnungssuche werden, wenn du dein Konto einmal per Dispo überzogen hast? Generell gesprochen musst du dir deswegen keine Sorgen machen. Bei der Schufa gibt es einen Eintrag darüber, wenn du ein Girokonto mit Dispokredit nutzt. Das ist aber heutzutage so geläufig, dass es sich nicht negativ auf die Schufa-Auskunft auswirkt, dass es sich nicht negativ auf die Schufa-Auskunft auswirkt.

Problematisch wird es erst dann, wenn du wie oben beschrieben den Disporahmen überziehst oder den Dispokredit für lange Zeit nicht ausgleichst. Das kann zu Sanktionen der Bank führen, die das Geldhaus dann ebenfalls an die Schufa meldet.

Dispokredit vs. Ratenkredit

Solltest du dich jetzt fragen, ob du den Dispokredit auch für größere Anschaffungen nutzen kannst, haben wir eine klare Antwort für dich: Nein, dafür ist der Dispo nicht empfehlenswert. Wegen der hohen Zinsen solltest du ihn nur in Ausnahmefällen bei kurzfristigen finanziellen Engpässen nutzen. Außerdem sollte er nur bei relativ kleinen Beträgen in Anspruch genommen werden. Eine Kontoüberziehung ist definitiv nicht als dauerhafte finanzielle Lösung geeignet.

Es gibt viel bessere Alternativen, um größere Investitionen wie ein neues Auto oder eine Waschmaschine selbst bei kleinem Geldbeutel zu stemmen. Zum Beispiel den Ratenkredit. Das heißt, dass du dir ein Darlehen bei der Bank leihst. Es kann sich um 1 000 Euro, aber auch um 50 000 Euro handeln.

* Du willst finanziell auf alles vorbereitet sein? Hier kannst du dich direkt über Dispo- und Ratenkredite bei der Deutschen Bank informieren

Praktisch am Ratenkredit ist nun, dass du den gesamten geliehenen Betrag nicht auf einmal zurückzahlen musst. Stattdessen kannst du ihn in einem festgelegte Zeitraum in monatlichen Raten plus Zinsen begleichen. Der Zinssatz bleibt in der Regel immer gleich. Der Ratenkredit kann dabei sehr flexibel ausgestaltet werden: du kannst die Raten über eine Laufzeit von wenigen Monaten, aber auch über Jahre hinweg abbezahlen. Beachte dabei, dass die Länge der Laufzeit die Höhe der Zinsen beeinflusst. Wie immer lohnt sich ein ausführlicher Vergleich verschiedener Anbieter.

Der große Vorteil beim Ratenkredit ist seine langfristige Planbarkeit. Du kannst sehr genau und sicher kalkulieren, wie du mit einem Ratenkredit eine größere Investition finanzierst. Das Modell kommt für dich in Frage, wenn du über ein stabiles, regelmäßiges Einkommen verfügst. Ist das nicht der Fall, ist von einem Ratenkredit abzuraten. Denn die Raten sind auch dann fällig, wenn du deinen Arbeitsplatz verlierst oder aus anderen Gründen auf Einkommen verzichten musst. Dann besteht die Gefahr der Überschuldung.

Heute haben wir also gelernt, dass es dank Dispo keine Katastrophe ist, das Konto mal zu überziehen. Aber ein Dauerzustand sollte es ebenfalls nicht sein – es gibt bessere Alternativen. Falls du jetzt noch weitere Geldstrategien suchst, um dir größere Anschaffungen leisten zu können, empfehlen wir dir diesen Artikel.

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