Die Rente steckt in Schwierigkeiten. Wegen des demographischen Wandels müssen in Zukunft immer weniger Beitragszahler immer mehr Rentner finanzieren. Wie lange geht das noch gut? Und was kann ich selbst tun, um eine sichere Altersvorsorge aufzubauen?

Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: Im Moment kommen auf 100 Beitragszahler in Deutschland 60 Rentner. Doch schon in zehn Jahren wird dieses Verhältnis bei etwa 1 zu 1 liegen. Setzt sich die Entwicklung ungebrochen fort, sind die Aussichten gerade für die junge Menschen düster. Sie werden länger arbeiten und höhere Abgaben bezahlen müssen – und am Ende trotzdem eine immer niedrigere Rente erhalten.

Die Politik versucht das Problem auf der einen Seite zu lösen, indem sie Steuergelder in die Rentenversicherung pumpt. Schon jetzt ist dieser Zuschuss der größte Posten im Bundeshaushalt. Etwa ein Drittel aller Einnahmen des Bundes gehen wieder für die Rente raus. Ein Irrsinn. Bis 2022 wird er auf mehr als 110 Milliarden Euro wachsen.

Auf der anderen Seite streitet sich die Bundesregierung um neue sozialpolitische Geschenke. Die SPD will die Renten von Geringverdienern kräftig aufstocken. Rund vier Milliarden Euro würde diese Grundrente jährlich kosten. Weitere Rentengeschenke wurden in der Vergangenheit gemacht und weitere werden folgen. Teilweise sind die richtig und wichtig, weil sie ämeren Menschen helfen. Doch zugleich sind es auch Wahlgeschenke an die älteren Generationen. Klar, sie sind bald in der Überzahl.

Die Politik steckt in einem Dilemma. Einerseits gilt es, das Rentensystem langfristig zu stabilisieren. Andererseits wollen die Parteien kurzfristig Wahlen gewinnen. Dafür brauchen sie Stimmen der 21 Millionen Rentner in Deutschland, die etwa ein Drittel der Wahlberechtigten ausmachen. Das eine mit dem anderen in Einklang zu bringen, ist schwierig.

Mehrheit findet die Rentenpolitik ungerecht

Viele Bürger sind besorgt, dass die junge Generation bei alldem vergessen wird. Laut einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Civey im Auftrag der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft finden mehr als zwei Drittel der Deutschen, dass die aktuelle Rentenpolitik zu Lasten der Jüngeren geht. Gleichzeitig wächst die Angst vor Altersarmut.

Was bedeutet das für dich und deine Altersvorsorge? Punkt eins: Auf die staatliche, umlagefinanzierte Rente allein solltest du dich nicht verlassen. Es ist alles andere als sicher, dass die Politik eine zukunftsfeste Lösung finden wird, um allen Beitragszahlern einen angemessenen Lebensunterhalt im Alter zu garantieren.

Punkt zwei: Suche dir ein zweites Standbein. Das kann zum Beispiel der private, kapitalgedeckte Vermögensaufbau sein. Wie du schon mit kleinen Investitionen in Aktienfonds eine Altersvorsorge aufbauen kannst, zeigen wir dir Woche für Woche in unserer 25-Euro-Challenge. Eine weitere Alternative ist eine private, staatlich bezuschusste Rentenversicherung (Riester-Rente). Ebenfalls denkbar ist ein betriebliches Modell, bei dem dein Arbeitgeber die Altersvorsorge mitfinanziert.

In allen Fällen gilt: Je früher du anfängst, desto besser. Denn das Renten-Dilemma wird in den kommenden Jahrzehnten sicherlich nicht verschwinden.

Autor*in