Du planst eine Familie, weißt aber nicht, ob das Geld dafür reicht? Du möchtest auch nach der Geburt des Kindes arbeiten und etwas dazuverdienen? Dafür gibt es eine Lösung, die sogar über das Elterngeld hinausgeht. Für wen das Elterngeld Plus wahre finanzielle Vorteile bietet und was dieses Modell alles kann, erklären wir dir jetzt.

Was ist Elterngeld Plus?

Das Elterngeld Plus ist neben dem Basis Elterngeld und Partnerschaftsboni das Modell für alle Väter und Mütter, die in ihrer Elternzeit in Teilzeit arbeiten. Es hat das Ziel, es Eltern zu ermöglichen, Familie und Beruf besser managen zu können. Hierbei kann es während der ersten 14 Lebensmonate des Kindes ausgezahlt werden. Im Gegensatz dazu wird das Basis Elterngeld nur die ersten 12 Lebensmonate entrichtet. Wer jetzt denkt, prima, dann lass ich mir doch lieber mehr auszahlen, der hat sich leider zu früh gefreut.

Es gibt bei der Plus-Variante nicht mehr Geld. Das Geld für 12 Monate Basis Elterngeld wird beim Plus-Modell halbiert und doppelt so lang ausgezahlt. Beim Elterngeld Plus ist es unwichtig, ob nur ein Elternteil oder beide vorhaben, schnell in den Beruf zurück zu kommen. Sprich: Du kannst Elterngeld Plus beziehen, dein Partner oder Partnerin muss es aber nicht zwingend auch beantragen.

Wann und wie beantrage ich Elterngeld?

Erst ab der Geburt deines Kindes kannst du den Elterngeldantrag stellen. Du solltest die Unterlagen bis zum dritten Lebensmonat eingereicht haben, denn weiter rückwirkend wird der Antrag nicht berücksichtigt. Du könntest also bares Geld verlieren, wenn du den Antrag nicht rechtzeitig abgibst. Beim Bürgerservice deines jeweiligen Wohnortes erhältst du die Unterlagen für deinen Antrag auf die Eltern-Zulage. In der Regel gibt es einen umfangreichen Anhang, in welchem nochmals alles erläutert wird. Wer in Berlin oder Sachsen wohnt, kann dort sogar digital seinen Elterngeldantrag ausfüllen. In Baden-Württemberg beispielsweise geht der Antrag dann an die L-Bank, die Staatsbank für Baden-Württemberg. Hier kannst du dich auch telefonisch beraten lassen sowie du den Antrag elektronisch ausfüllen.

Unser Tipp: Besorg dir schon vor der Geburt den Antrag und fülle ihn so weit es bereits möglich ist aus. Auch deine Unterlagen zum Anhang mit Nachweisen zu deiner bisherigen Arbeit kannst du schon mal vorbereiten. So musst du dich direkt nach der Geburt deines Kindes nicht mehr um alles kümmern und kannst den Antrag ohne Stress fertig machen und rechtzeitig abschicken. Auch wenn dir das Ausfüllen des Antrags schwer fallen sollte, weil dir der Durchblick noch fehlt, gib nicht auf. Wer sich mit seinen Finanzen und Geldern auskennt, lebt glücklicher.

Arbeiten in der Elternzeit mit Elterngeld Plus

Mit Elterngeld Plus hast du die Möglichkeit bis zu 30 Stunden in der Woche zu arbeiten. Das heißt du könntest 3 ½ Tage in der Woche deinem Job nachgehen, oder mit deinem Arbeitgeber eine andere Regelung finden. Es ist schließlich auch möglich, weniger als die 30 Stunden zu arbeiten. So zum Vergleich: Beziehst du Basis Elterngeld, dann ist es dir gestattet bis zu zehn Stunden in der Woche zu arbeiten. Diese Regelung gilt übrigens sowohl für Selbstständige, wie auch für Angestellte und ebenso für beide Elternteile.

Elterngeldrechner

Bei der Berechnung des Elterngeld werden zunächst die Arbeits- und Verdienstverhältnisse beider Elternteile in den zwölf Monaten vor der Geburt des Kindes abgefragt. Diese zwölf Monate gelten als sogenannten Bemessungszeitraum. Zusätzlich wird beim Elterngeld Plus abgefragt, wie viel du nun in deiner Elternzeit verdienen wirst. Das heißt für dich: Halte deine Unterlagen bereit und mach dir – solltest du selbstständig tätig sein einen möglichst realistischen Plan zu deinen zukünftigen Einnahmen. Auch wenn du schon länger selbstständig tätig bist, kann es durchaus sein, dass du weniger Projekte annimmst. Je besser du dein künftiges Gehalt einschätzen kannst, umso einfacher hast du es mit der Beantragung des Elterngeld Plus.

Jeder Zuverdienst wird dir auf das Elterngeld angerechnet beziehungsweise davon abgezogen. Auch Mini-Jobs zählen dazu. Welche Auswirkungen das auf dein Elterngeld hat, kannst du dir am Besten mit Hilfe des Schnellrechners vorrechnen lassen.

Hinweis für Selbstständige

Falls du dich nun fragst, was ist, wenn du weniger Geld verdienst, als du beim Antrag für Elterngeld Plus angegeben hast, lass dich beruhigen. Du bekommst das Geld, dass dir zusteht, ausgezahlt. Solltest du allerdings zu viel Geld erhalten haben, so gilt das Gleiche: Was zu viel ist, musst du zurückzahlen. Unser Tipp: Solltest du davon betroffen sein, ggf mal mehr Elterngeld zu erhalten, da du deutlich mehr verdient hast, dann lege direkt Geld zurück. Sonst musst du diese Summe nach deinem Bezug auf einmal aufbringen. Du kannst mit deiner Bezugs-Stelle absprechen in welchem Rhythmus du den Nachweis über deine Tätigkeit erbringen möchtest. Wenn du auf Nummer sicher gehen willst, dann ist monatlich oder nach jedem Quartal sicherlich ratsam. Alternativ kannst du auch jährlich oder nach dem Ende des Bezugszeitraums die Nachweise über deinen Verdienst erbringen.

Kleingeldhelden-Tipp: Wenn du in Elternzeit (bis zu 36 Lebensmonate deines Kindes) bist und als Selbstständige in der gesetzlichen Krankenkasse bist, musst du bei geringem oder unregelmäßigem Einkommen die Beitragsgebühren der Krankenkasse gegebenenfalls nicht zahlen. Aber bitte kläre das immer individuell mit deiner Versicherung ab.

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