Der Preis ist Schweiß: Neue Apps wie Sweatcoin versprechen dir im Gegenzug für deine sportliche Aktivitäten attraktive Prämien. Kann man mit Sport Geld verdienen? Und lohnen sich die Sport-Apps auch für dich?

Eines ist sicher: Mit Sport lässt sich gewiss gutes Geld verdienen. Fußballer Cristiano Ronaldo bekommt von Juventus Turin für seine Dienste 577.000 Euro – pro Woche. Der Berliner E-Sportler Kuro “KuroKy” Salehi Takhasomi sammelte bei “Dota 2”-Turnieren insgesamt schon Preisgelder in Höhe von 3,5 Millionen Euro ein. Zockernaturen versuchen sogar, mit Sportwetten ihren Lebensunterhalt zu bestreiten.

All diese Beispiele zeigen: Wer mit Sport reich werden will, braucht außergewöhnliches Talent, Ausdauer und auch eine Menge Glück. Doch auch für den Otto Normalbürger, der in diesem Jahr sicherlich nicht im Champions League-Finale stehen wird, bieten sich Alternativen an, um mit Sport Geld zu verdienen.

Sweatcoin: Diese App macht Bewegung zu Geld

Die britische Fitness-App “Sweatcoin” (zu deutsch “Schweißmünze”) verspricht Nutzern, ihre Schritte zu Geld zu machen. Bei der Veröffentlichung im Jahr 2018 sorgte dieses Konzept für einen regelrechten Hype: Nach ihrer Einführung verdrängte die App sogar WhatsApp von der Spitze der Android-Charts, bis heute wurde sie mehr als zehn Millionen Mal runtergeladen.

Das Grundprinzip von Sweatcoin ist recht einfach: Mit den GPS-Trackern deines Smartphones misst die App, wie viele Schritte du am Tag zurücklegst. Für jeweils 1000 Schritte wird dir eine Belohnung in Form einer digitalen Währung ausgezahlt – eben jene namensgebende “Sweatcoin”.  In der Standardversion der App entsprechen 1000 Schritte dabei 0,95 Sweatcoin. Und was ist das wert? Das Online-Portal sweatcoin-info schätzt, dass ein Sweatcoin einen realen Gegenwert von 0,01 bis 0,09 Euro hat. Somit sind 11 bis 100 Sweatcoins etwa einen Euro wert.

1000 Schritte = 0,95 SW

Deine Sweatcoins kannst du danach auf einem Marktplatz gegen Angebote oder Prämien eintauschen. Zum Beispiel stehen Amazon-Gutscheine oder PayPal-Guthaben im Tausch gegen die Coins zur Verfügung. Weiterhin werden Ernährungsprodukte, Yogakurse oder Rabatte auf Klamotten und Laufschuhe auf dem Marktplatz angeboten. Die App wird schließlich hauptsächlich durch Partnerschaften mit Sportartikelherstellern finanziert. Richtig teuer wird es, wenn ihr mit euren Sweatcoins Unterhaltungselektronik kaufen wollt: Ein iPhone 8 etwa kostet 20.000 Sweatcoins – umgerechnet 20 Millionen Schritte. Für die meisten Nutzer dürfte das unerreichbar bleiben.

Hohe Hürden & technische Probleme

Die Sache hat jedoch einen Haken: Wenn du die App kostenlos in der “Mover”-Version nutzt, kannst du täglich maximal 5 Sweatcoins einsacken. Die Upgrade-Versionen “Breaker”, “Shaker” und “Trouble Maker” kosten dich bis zu 30 Sweatcoins im Monat, ermöglichen aber auch Einnahmen von bis zu 20 Sweatcoins pro Tag. Dafür bräuchte es  allerdings satte 20.000 Schritte – schätzungsweise also 15 bis 20 Kilometer. So richtig lohnt sich die App also nur für Dauerläufer und echte Fitness-Junkies. Umso ärgerlicher ist es, dass die App nach Auswertungen des Fitness-Portals Evivam tatsächlich nur sieben von zehn Schritten misst.

Außerdem solltest du beachten, dass Sweatcoin nur draußen funktioniert und im selben Zuge ständig Daten über dich sammelt. Die App kennt deinen Aufenthaltsort und dein tägliches Bewegungsmuster. Du solltest sie also nur installieren, wenn dich das nicht stört.

Fazit: Lässt sich mit Sport Geld verdienen?

Die Sport-Kryptowährung Sweatcoin ist ein interessantes Bonusprogramm für alle, die schon jetzt täglich viele Schritte zurücklegen oder sich künftig mehr bewegen wollen. Für deine körperliche Aktivität winken dir im Gegenzug kleine Gutscheine und Rabatte. Du musst dafür allerdings bereit sein, mit deinen Daten zu bezahlen. Darüber hinaus sind die Hürden für hochwertige Prämien sehr hoch. Reich wie Ronaldo wird dich die App nicht machen. Doch selbst wenn du mit Sweatcoin keine großen Gewinne erzielen solltest, so ist die App doch zumindest ein guter Motivationsschub, um sich endlich mehr zu bewegen. Und das schadet sicherlich niemandem.

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