Kaum ein anderes Problem treibt junge Menschen so sehr um wie die Sorge vor der Altersarmut. Aber warum tun so wenige etwas dagegen? Und was kannst du tun, um richtig für das Alter vorzusorgen?

Altersarmut ist die zweitgrößte Sorge der Generation Y

Wer um die Jahrtausendwende herum geboren wurde, hat fast sein ganzes Leben noch vor sich. Das Studium, der erste Job oder die Familiengründuing stehen für die Mitglieder der Generation Y gerade bevor. Der Ruhestand ist für die sogennanten “Millenials” dagegen noch in weiter Ferne. Eine Studie hat untersucht, was diese jungen Leute in ihrer Lebenslage umtreibt . Und wie sie sich finanziell für die Zukunft aufstellen. Die Marktforschungsgesellschaft Toluna hat dazu im Auftrag der Nürnberger-Versicherung 1000 Menschen im Alter von 18 bis 29 Jahren online befragt

Die Ergebnisse sind brisant: Jeder zweite Millenial (50,4%) hat demnach Angst vor der Altersarmut, insbesondere unter Frauen ist diese Sorge sehr verbreitet. Nur die Furcht vor Terrorismus ist in der Generation insgesamt stärker ausgeprägt.

Warum verzichten Millenials auf die Altersvorsorge?

Die Studienergebnisse zeigen gleichzeitig ein großes Paradoxon auf: Obwohl sich junge Leute vor der Altersarmut fürchten, tun viele trotzdem nichts dagegen. 54,2 Prozent verzichten bisher darauf, Geld für die Altersvorsorge zurückzulegen.

Warum ist das so? Die Antworten der jungen Generation sind vielfältig. Fast jeder fünfte Befragte ist davon überzeugt, in Zukunft immer noch ausreichend Geld für den Lebensunterhalt zu verdienen, um auch im Alter davon leben zu können. 17 Prozent sagen, dass sie kein Geld übrig haben, um für das Alter vorzusorgen. 14,3 Prozent geben ihr Geld lieber jetzt aus, weil sie nicht wissen, was später kommt. 12,6 Prozent finden Sparen in der derzeitigen Niedrigzinsphase sinnlos. Und jeder Zehnte versteht die finanziellen Angebote zur Altersvorsorge einfach nicht.

Was kannst du gegen Altersarmut tun?

Die erste Antwort ist: Verlasse dich nicht auf die staatliche Altersvorsorge. Wegen der demographischen Entwicklung wird die umlagefinanzierte Rente immer unsicherer. Um in deinem Leben finanziell unabhängig zu bleiben, solltest du selbst vorsorgen.

Die zweite Antwort klingt banal: Fang an. Ganz egal, ob du dich für klassische Sparformen, eine Betriebsrente oder eine Geldanlage entscheidest. Denn je früher du dir eine finanzielle Vorsorge aufbaust, desto größer sind die Chancen auf Erfolg.

Eine finanzielle Vorsorge ist dabei keineswegs nur Wohlhabenden vorbehalten. So kannst du zum Beispiel schon mit 25 Euro im Monat in einen ETF-Aktienfonds investieren. Ein kleiner Betrag, der gegen eine große Zukunftsangst schon sehr viel bewirken kann. Im nächsten Abschnitt verraten wir dir noch, warum du trotz allem keine Angst vor der Altersarmut haben musst.

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Warum du dich nicht vor der Altersarmut fürchten musst

  1. Vor Altersarmut musst du dich nur dann fürchten, wenn du während deines Erwerbslebens nur wenig und/oder unregelmäßig verdienst und nicht privat vorsorgst
  • Berechne frühzeitig deine spätere Rentenerwartung und versuche, Lücken frühstmöglich auszugleichen

2. Im Alter musst du dich nicht finanziell einschränken, wenn du etwa eine eigene Immobilie hast (ist aber auch nicht immer das Wundermittel) und wenn du ein bisschen Geld ansparst

  • versuche hin und wieder Geld auf die Seite zu legen oder eröffne zum Beispiel einen Wertpapiersparplan ab 25 Euro

3. 22 Prozent der Deutschen legen im Monat gar nichts zurück und weitere 20 Prozent weniger als 50 Euro: Das ist insofern schlecht, als dass du dann kaum für dich vorsorgen kannst. Und das hat erstmal noch gar nichts mit dem Alter zu tun. Was ist denn, wenn dein Kühlschrank, dein Auto oder dein Computer kaputt geht? Wenn du rein gar nichts zurücklegst, wird es wirklich schwer

  • Wir empfehlen, drei Netto-Monatsgehälter für Notfälle zurückzulegen. Erst danach wird angelegt

4. Es herrscht finanzielle Unwissenheit an allen Fronten! Oben, unten, vorne, hinten – nichts. So glauben alle Befragten im Durchschnitt, dass man mit Aktien jährlich 1,5 Prozent Gewinn machen kann. In der Realität sind es aber mindestens sechs bis acht Prozent pro Jahr. Außerdem halten viele immer noch an Sparbuch und Lebensversicherung fest.

  • Es müssen aber nicht nur Aktien sein. Es gibt ganz viele Anlagemöglichkeiten, mit denen du auch mit weniger Risiko Geld verdienen kannst. Diese scheinen aber überhaupt nicht bekannt zu sein. Das deutsche Schulsystem scheint in diesem Punkt zu versagen

5. Jeder dritte Mann gab an, nicht privat fürs Alter vorsorgen zu können. Bei den Frauen sind es sogar erschreckende 43 Prozent. Wo soll denn das hinführen?

  • Hier kommt es darauf an, deine monatlichen Kosten im Blick zu haben und zu sparen. Wenn du auf gar keinen Fall sparen kannst, musst du zwingend mehr Geld verdienen. Entweder durch Lohnerhöhungen, einen besser bezahlten Job oder Nebenverdiensten. Zugegeben, das ist gar nicht so einfach. Versuchen solltest du es aber.

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