Mit dem Bafög haben viele junge Leute zu kämpfen. Oft wird es auch unverständlicherweise nicht gewährt. Heute zeigen wir dir, was elternunabhängiges Bafög ist und wie du es bekommst.

Was ist elternunabhängiges Bafög?

Beim elternunabhängigen Bafög handelt es sich um eine Art staatliche Unterstützung in finanzieller Form, die zur entsprechenden Kostendeckung des Lebensunterhalts während der Ausbildungszeit vorgesehen ist. Eine Besonderheit bei dieser Art Bafög ist dabei, dass dieses unabhängig vom Einkommen der Eltern gewährt werden kann. Dieser Umstand liefert bereits den Hauptunterschied zum regulären Bafög, welches in der Regel an der Höhe der Einkommen der Eltern, bzw. deren Vermögensstand festgemacht wird.

Bei dieser Form der Bafög-Zahlungen bilden derartige Kennzahlen keinerlei Einfluss auf die Höhe des zu berechnenden Bafögs. Folglich ist die Berechnungsgrundlage beim elternunabhängigen Bafög abweichend gestaltet. Wir zeigen dir jetzt, wer überhaupt Anspruch auf ein elternunabhängiges Bafög hat. Wie hoch die zahlenmäßige Gestaltung eines elternunabhängigen Bafögs aussieht. Und wie der Beantragungs- und Auszahlungsprozess und der Rückzahlungsprozess bei dieser Form des Bafögs gestaltet wird.

Wann bekommt man elternunabhängiges Bafög?

Der Erhalt von Bafög, welches elternunabhängig erteilt werden soll, ist in der Regel an die folgenden Grundvoraussetzungen gekoppelt:

  • für das in Anspruch nehmen musst du mindestens das 25. Lebensjahr vollendet und damit nicht mehr unterhaltspflichtig sein.
  • Solltest du jedoch unter 25 Jahre alt sein, ist eine Ausnahme zur Gewährung des elternunabhängigen Bafögs nur dann vorgesehen, wenn deine Eltern potentiell verstorben sind und Vollwaise bist.
  • Darüber hinaus haben auch junge Mütter, die in einem eigenen Familienstand leben, die Chance, elternunabhängiges Bafög zu beantragen.

Dabei gibt’s altersmäßige Obergrenzen: der Auszubildende oder Studierende darf bei Antragstellung und bei Beginn der Ausbildung oder des Studium das 35. Lebensjahr noch nicht vollendet haben. Besitzt du jedoch bereits eine abgeschlossene Berufsausbildung oder einen Studienabschluss wie z.B. den Bachelor, so kann die weitere Förderung nur dann erteilt werden, insofern du danach mindestens einer dreijährigen Berufstätigkeit nachgegangen bist. Neben Studium und Ausbildung kannst du dieses Modell aber zum Beispiel auch zum Nachholen deines Abiturs nutzen. Denn auch dafür kann der Staat elternunabhängiges Bafög gewähren. Übrigens kannst du elternunabhängiges Bafög unter den genannten Voraussetzungen auch dann beantragen, wenn du potentiell auch selbst schon verheiratet sein solltest – der Gesetzgeber zieht hier keinerlei Grenzen zwischen ledigen Antragstellern und Verheirateten.

Wie hoch ist elternunabhängiges Bafög?

Ein elternunabhängiges Bafög wird in der Regel in gleicher Höhe wie das reguläre Bafög erteilt. Auch hier gilt folglich die Obergrenze in Höhe von 735 Euro pro Monat. Darüber hinaus sind Beiträge zur gesetzlichen Krankenkassenversicherung mit bis zu 86 Euro beschussbar. Solltest du als Schüler die Leistungen des elternunabhängigen Bafögs in Anspruch nehmen wollen, ist der Höchstbeitrag jedoch etwas niedriger. Des Weiteren richtet sich die Höhe des zu erhaltenden, elternunabhängigen Bafögs auch nach Faktoren wie deinem Wohnort und deinem Ausbildungs- oder Studienstandort. Lebst du noch bei deinen Eltern, so beläuft sich der Höchstbetrag auf entsprechend 537 Euro monatlich. Weiterhin zählen aber auch deine eigenen Einkünfte dazu. So werden Einkünfte aus einem unselbstständigen Arbeitsverhältnis, die monatlich 450 Euro übersteigen, der Bafög-Berechnung gegengerechnet. Außerdem darf sich dein Vermögen zum Zeitpunkt der Beantragung auf maximal 7.500 Euro belaufen. Außerdem müssen Fördergelder wie zum Beispiel bereits erteilte Stipendien über 300 Euro mit angegeben werden.

Wann und wie viel elternunabhängiges Bafög du zurückzahlen musst

Auch das elternunabhängige Bafög musst du zurückzahlen. Eine Ausnahme bildet hierbei jedoch das Schüler-Bafög, welches eine Art Förderung ohne Erstattung vorsieht. Bei Ausbildungs- oder Studien-Bafög hingegen musst du maximal 10.000 Euro zurückzahlen. Insofern du innerhalb deines Bezugszeitraums jedoch einen höheren Betrag von Staat in Form von Bafögs erhalten hast, so fällt dessen überschüssige Tilgung zu Lasten des Staates. Eine frühestmögliche Rückzahlungsaufforderung beginnt in der Regel fünf Jahre nach der Absolvierung der zu fördernden Ausbildung.

Diese Regelung wurde vom Staat deshalb so getroffen, dass du als Bafög-Nehmer auch genügend Zeit hast. In dieser Zeit sollst du dir nach deiner absolvierten Ausbildung einen passenden Job suchen und genügend verdienen. Mit dem Geld bedienst du dannd ie folgenden Rückzahlungsraten. Die Rückzahlmodalitäten sehen vor, dass du die Raten bequem bedienen kannst und dass diese keinerlei, finanzielle Belastung für dich darstellen. In der Regel wird das elternunabhängige Bafög in vierteljährlichen Raten beglichen. Die Höhe dieser Vierteljahresrate kannst du selbst festlegen. Jedoch muss diese mindestens 315 Euro betragen – damit beläuft sich deine Rückzahlungsbelastung also auf mindestens 105 Euro monatlich.

Darüber hinaus besteht für dich natürlich auch die Möglichkeit, die Bafög-Last auch in einer Komplettsumme, bzw. auch in mehreren, größeren Teilsummen zu erstatten. Bei der ersten Variante kannst du stellenweise mit attraktiven Bafög-Nachlässen rechnen, bzw. gestaltet sich auch die zweite Variante als im Vergleich zur Ratenzahlung wesentlich lukrativer für dich. Anspruch auf einen Rückzahlungsrabatt hast du folglich immer dann, insofern du zunächst mindestens 50 Prozent der entsprechenden Bafög-Summe mit der ersten Rate begleichst.

Wo du alle notwendigen Formulare für das elternunabhängige Bafög erhalten kannst

Die entsprechenden Formulare für die Beantragung von elternunabhängigen Bafög kannst du dir ganz unkompliziert auf der Webseite Bundesministeriums für Bildung und Forschung herunterladen. Hier findest du alle notwendigen Formulare. Außerdem findest du hier auch noch zusätzliche Informationen rund um die Themenbereiche Bafög-Förderung, deren Beantragung sowie Rückzahlungsmodalitäten. Des Weiteren kannst du hier auch alle zum Thema zugehörigen Paragraphen aus dem Bundesaubildungs- und Förderungsgesetz einsehen.

Wo finde ich Rechner für elternunabhängiges Bafög?

Mittlerweile gibt es im Netz eine Vielzahl kostenloser und unverbindlicher Bafög-Rechner, mit denen du jetzt ganz einfach die Höhe deines potentiellen, elternunabhängigen Bafögs berechnen kannst. Eine gute Anlaufstelle für diese Thematik bietet dir z.B. der kostenlose Bafög-Rechner des beliebten Portals Studies Online. Mit diesem kannst du unter Berücksichtigung vielerlei Faktoren dein individuell zu erwartendes, elternunabhängiges Bafög vorab berechnen. Darüber hinaus kursiert im Netz aber auch noch eine Vielzahl weiterer, kostenloser Rechentools zur Berechnung der zu erwartenden Höhe der Bafög-Zahlungen unter deinen Voraussetzungen.

Welche Formulare du für die Beantragung des elternunabhängig zu gewährenden Bafögs benötigst

Für die Beantragung der Bafög-Förderung dieser Gestaltungsart musst du lediglich die auf der Webseite des Bundesministeriums für Bildung und Forschung verfügbaren Formblätter FB1 & FB2 ausgehändigten Formulare ausfüllen. Die gleichen Formulare müssen dann noch durch deinen jeweiligen Ausbilder oder durch deine Hochschule ausgefüllt und unterschrieben werden. Darüber hinaus musst du Einkommen über den besagten Grenzen in Form von Einkommensnachweisen und Nachweisen deines Girokontobestands den entsprechenden Unterlagen beifügen. Zudem ist für die Beantragung ein offizielles und gültiges Ausweisdokument in Form eines Personalausweises zur Vorlage (eingescannt) notwendig. Die genannten Unterlagen und Nachweise sendest du dann an das zuständige Bafög-Amt.

Wie schnell der Beantragungsprozess der elternunabhängigen Bafög-Förderung vonstatten geht

Um zum benötigen Bezugszeitpunkt auch tatsächlich rechtzeitig über dir die potentiell zustehenden Bafög-Zahlungen verfügen zu können, empfehlen wir dir eine rechtzeitige Beantragung. In der Regel dauert der Beantragungsprozess rund 2 bis 3 Monate. In Ausnahmefällen kannst du bei einer versäumten Beantragung aber auch rückwirkende Bafög-Ansprüche geltend machen. Diese Vorgehensweise ist jedoch mit deutlich mehr Aufwand verbunden und stellt für dich ein potentielles Risiko dar, da du die ausstehenden Bafög-Beträge zwar unter Umständen nachgezahlt bekommst, du den Zeitraum bis dahin jedoch erst einmal von deinem eigenen Geld überbrücken musst.

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