An deutschen Schulen sind Geld- und Finanzthemen ganz bestimmt nicht das Gesprächsthema Nr. 1 – weder im Unterricht, noch auf dem Pausenhof. Ein Wettbewerb soll das ändern: Gesucht werden Schüler, die Finanzwissen auf kreative Art und Weise im YouTube-Format vermitteln. Was hinter “Finanztuber” steckt.

Unter Jugendlichen hat YouTube längst das Fernsehen als Leitmedium abgelöst. Laut der JIM-Studie ist die Videoplattform mit Abstand das beliebteste Online-Angebot unter den 12- bis 19-Jährigen in Deutschland. Worüber Kinder und Jugendliche in der Schule sprechen, welche Nachrichten sie lesen und welche Themen sie bewegen, hängt heutzutage also ganz maßgeblich von Online-Videos ab.

Schüler werden Finanztuber

Um dieses Potenzial für die finanzielle Bildung junger Menschen zu nutzen, hat die Deutsche Bank den Wettbewerb “Finanztuber” ins Leben gerufen. Die Idee: Schüler erstellen kurze Videoclips, in denen sie Gleichaltrigen Finanzwissen auf unterhaltsame und kreative Art vermitteln. Die einzige Vorgabe lautet: Die Clips dürfen maximal drei Minuten lang sein. Welches Thema das Video behandelt – ob Taschengeld, Ferienjob oder Altersvorsorge – und wie es umgesetzt wird, liegt ganz bei den Teilnehmern. Mitmachen können Schüler der 6. bis 8. Klasse in ganz Deutschland.

https://www.youtube.com/watch?time_continue=24&v=YemxOQuOTmc

Jugendliche wissen (zu) wenig über Geld

Dass der Bedarf nach finanzieller Bildung an Schulen groß ist, zeigt die aktuelle Jugendstudie des Bankenverbands. Demnach haben Jugendliche in Deutschland große Wissenslücken bei Finanzthemen: nur jeder fünfte kann ungefähr die aktuelle Inflationsrate schätzen. Zwei Drittel wissen nicht, wie eine Börse funktioniert. Allerdings wünscht sich gleichzeitig eine klare Mehrheit der Jugendlichen mehr Informationen über diese Themen.

Genau hier setzt “Finanztuber” an: Die Kurzfilme sollen elementares Wissen über Geld und Finanzen vermitteln – von Schülern für Schüler. Natürlich müssen dabei auch die Fakten stimmen. Deshalb erarbeiten sich die teilnehmenden Schüler in Gruppen gemeinsam mit ihren Lehrern wichtiges Grundlagenwissen: Was ist Geld? Wo kommt es her? Warum sollte man sparen? Was sind Zinsen? Welche Vor- und Nachteile hat ein Sparschwein? Aus Fragen wie diesen könnte am Ende ein origineller, kurzer Clip entstehen.

An erfolgreichen Vorbildern mangelt es den Finanztubern nicht: So gibt es auf YouTube schon heute einige Kanäle, die sich mit Finanzwissen für eine junge Zielgruppe beschäftigen. An dieser Stelle seien nur Aktien mit Kopf (137.000 Abonnenten) Mission Money (78.000 Abonnenten), oder Madame Moneypenney (1600 Abonnenten) erwähnt.

Noch bis zum 18. April können Schüler ihr Video auf finanztuber.de einreichen. Nach einem Online-Voting ziehen die meistgewählten Videos in eine Endrunde ein, in der schließlich eine Jury die Gewinner des Wettbewerbs kürt. Die fertigen Clips werden am Ende ins Netz gestellt – natürlich auf YouTube.

 

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