Das Crowdinvesting überträgt das Schwarmprinzip auf die Finanzwelt. Welche Renditechancen und welche Risiken bietet das Modell für Anleger? Ein Überblick.

Was ist Crowdinvesting?

Beim Crodinvesting handelt es sich um eine neue, digital organisierte Finanzierungsform. Dabei sammeln zahlreiche Investoren über Online-Plattformen vergleichsweise kleine Beträge, um sich gemeinsam an jungen Unternehmen oder auch Immobilien zu beteiligen.

Wie funktioniert Crowdinvesting?

So funktioniert es: Zunächst schreiben Unternehmen auf speziellen Online-Plattformen ein Crowdinvestment aus. Zum Beispiel ein frisch gegründetes Start-Up, das eine Anschubfinanzierung braucht. Die Schwelle für die Investition legt die Firma auf 250.000 Euro fest. Danach steigen die Investoren in die digitalen Finanzierungsrunde ein. Manche steigen per Knopfdruck mit 500 Euro ein, andere vielleicht mit 5000 Euro. Sobald die 250.000 Euro erreicht sind, wird die Investition abgeschlossen. In der Regel erhalten die Mikroinvestoren im Gegenzug für ihr Geld eine fest vereinbarte Verzinsung. Manche Jungunternehmen geben aber auch sogenannte Genussrechte an die Crowdinvestoren aus. Das heißt, dass sie am künftigen Gewinn des Unternehmens beteiligt werden.

Das Prinzip ist simpel und verlockend: Gemeinsam sind wir stark. Denn was ein einzelner Privatanleger womöglich finanziell alleine niemals stemmen könnte, wird in einer Gruppe von Mitstreitern plötzlich möglich: ein Investment in ein vielversprechendes Start-Up in Berlin zum Beispiel, oder die Beteiligung an Eigentumswohnungen in bester Lage in Frankfurt am Main.

Warum Crowdinvesting beliebter wird

Auch für Unternehmen ist das Crowdinvesting eine interessante Option. Schließlich kommen sie dadurch an frisches Geld, ohne sich von mächtigen Großinvestoren abhängig zu machen. Schließlich erhalten diese mit ihren Beteiligungen häufig auch Stimmrechte im Unternehmen. Weil das Volumen jedoch in der Regel kleiner als das von klassischen Investmentrunden ist, machen vor allem junge Unternehmen und Start-Ups beim Crowdinvestment mit.

Dass sich die Schwarmfinanzierung wachsender Beliebtheit erfreut, zeigt die Datenbank der Online-Plattform Crowdinvest. Sie zählt bis heute knapp 2400 Projekte in Deutschland, die durch Crodinvestments finanziert wurden oder werden. Die Summe aller Investitionen beläuft sich auf 777,4 Millionen Euro. Mit 474 Millionen Euro floss der größte Teil davon in Immobilien, 276 Millionen Euro gingen an Unternehmen.

Doch ist das Crowdinvestment auch für dich als Kleinanleger tatsächlich eine gute Option? Das sind die Chancen und Risiken:

Vorteile von Crowdinvesting

  • Ein Crowdinvestment ist bereits mit relativ kleinen Beträgen möglich: Die Einstiegshürden sind bei Crowdinvestments der Natur der Sache nach relativ niedrig. Auf Companisto kannst du dich etwa bereits ab einem Betrag von 100 Euro an Start-Ups zu beteiligen. iFunded bietet ab einer Mindestsumme von 500 Euro ein Crowdinvestment in Immobilien an.
  • Hohe Renditen sind möglich: Potenziell verspricht das Crowdinvestment eine ertragreiche Geldanlage. Viele Start-Ups bieten eine jährliche Verzinsung von 5 bis 8 Prozent der Anlagesumme für ein crowdbasiertes Darlehen an. Über die durch Gewinnbeteiligung erzielten Renditen liegen keine belastbaren Durchschnittszahlen vor. Generell müssen Crowdinvestoren beachten, dass viele Start-Ups erst nach mehreren Jahren Gewinn machen – wenn überhaupt.
  • Gezielte Investitionen: Beim Crowdinvestment wählst du sehr genau aus, wohin dein Geld fließt. Das bietet dir die Chance, dich an Projekten zu beteiligen, die dir persönlich besonders am Herzen liegen. Zum Beispiel kannst du mit deinem Investment gezielt Start-Ups im Bereich erneuerbarer Energien fördern.

Nachteile von Crowdinvesting

  • Das Risiko von Crowdinvestments ist hoch: An dieser Stelle muss klar gesagt sein, dass dir als Anleger bei jedem Crowdinvestment ein Totalverlust droht. Punkt. Denn falls das Unternehmen scheitert, verlierst du im schlimmsten Fall all dein eingezahltes Geld. Laut einer Studie im Auftrag des Bundesfinanzministeriums aus dem Jahr 2018 betrug die Ausfallquote bei Crowdinvestments gut 14 Prozent. Das heißt, dass etwa jedes sechste durch Crowdinvestment finanzierte Unternehmen scheitert.
  • Ein vorzeitiger Ausstieg ist selten möglich: Crowdinvestment laufen in der Regel über eine fest vereinbarte Laufzeit. Sie kann in manchen Fällen bis zu zehn Jahre dauern. Du solltest daher nur bei der Schwarmfinanzierung mitmachen, wenn du auch tatsächlich über die komplette Laufzeit hinweg auf das investierte Geld verzichten kannst.
  • Verbraucherschützer sehen Crowdinvesting kritisch: Für ein sinnvolles Investment sollten dir alle wichtigen Informationen über das Unternehmen und die Bedingungen der Geldanlage zur Verfügung stehen. Doch das ist bei Crowdinvestments zu oft nicht der Fall. Der Verbraucherzentrale Bundesverband bemängelt, dass Anleger auf Crowdinvesting-Plattformen häufig schlecht informiert werden. Laut einer Untersuchung des Marktwächters Finanzen auf 33 Crowdinvesting-Plattformen waren die Angaben zu einzelnen Projekten häufig unpräzise, die Ausführungen zu Laufzeit und Kündigungsmöglichkeiten unklar oder Informationsblätter unvollständig.

Mit Crowdinvesting Geld verdienen

Das Crowdinvesting ist eine spannende neue Finanzierungsform, keine Frage. Für junge Anleger ist es als verlässliche Geldanlage jedoch nicht empfehlenswert. Klar, die Renditechancen sind verlockend. Aber das Risiko ist zumeist ungleich größer. Für dich als Kleinanleger sollte ein Crowdinvestment daher nur dann in Frage kommen, wenn du dich über die Rahmenbedingungen deiner Investition und das Geschäftsmodell der Firma hervorragend informiert fühlst – und du im Notfall auf das Geld verzichten kannst.

Hast du aber ein gutes Projekt gefunden und willst dort investieren, so kannst du mit Crwodinvesting durchaus Geld verdienen. Bei Renditen von fünf bis acht Prozent erscheint das auch vielversprechend. Wenn du weitere Arten suchst, um Geld investieren und verdienen zu können, dann schaue unter dem Link vorbei.

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