Werden die Deutschen so langsam mit Aktien und Aktienfonds warm? Laut einer neuen Studie ist die Zahl der Aktienbesitzer in Deutschland im vergangenen Jahr zum vierten Mal in Folge gestiegen.

Die Deutschen haben einen Ruf als Aktienmuffel. Im Vergleich zu Bürgern anderer Staaten legen sie ihr Geld traditionell lieber auf Sparkonten, anstatt es in Wertpapiere zu investieren. Angesichts der anhaltenden Nullzinsen scheint sich das allerdings langsam zu ändern. Laut einer aktuellen Auswertung des Deutschen Aktieninstituts ist die Zahl der Aktien- und Aktienfondsbesitzer in Deutschland im vergangenen Jahr um 244 000 gewachsen.

Aktienfonds in Deutschland so beliebt wie seit 2007 nicht

Damit besitzen jetzt insgesamt 10,3 Millionen Bundesbürger Aktien oder Aktienfonds. Das sind 16,2 Prozent der Gesamtbevölkerung. Gewiss: Diese Quote ist in den USA, Großbritannien oder Schweden immer noch deutlich höher. Der Trend in Deutschland zeigt jedoch klar nach oben. So ist die Zahl der Aktienbesitzer im vierten Jahr in Folge gestiegen. Aktien und Aktienfonds sind bei den Deutschen heute so beliebt wie seit 2007 nicht mehr, als die weltweite Finanz- und Wirtschaftskrise ausbrach.

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Sitz der Deutschen Börse: Frankfurt am Main

Doch warum verzichten immer noch fünf von sechs Deutschen auf die Geldanlage an der Börse? Interessante Antworten darauf lieferte kürzlich eine Umfrage des Deutschen Aktieninstituts und der Börse Stuttgart. Demnach scheuen die Bundesbürger Aktien vor allem deshalb, weil sie das Risiko als zu hoch empfinden.

Dabei ist ein kluges, breit gestreutes Investment in einen Aktienfonds langfristig gesehen eine recht sichere Sache. Diese Erkenntnis scheint sich auch in Deutschland langsam durchzusetzen, wie die jüngsten Daten des Aktieninstituts zeigen. Während Einzelaktien unbeliebter werden (- 373.000 Aktionäre), ist die Zahl der deutschen Aktienfondsbesitzer im Jahr 2018 um 617.000 gewachsen.

Aktienfonds können Schlüssel für die Altersvorsorge sein

Ob der Aufstieg der Aktienfonds in Deutschland so weitergeht?„Zuversichtlich für die nächsten Jahre stimmt, dass der Aufwärtstrend der vergangenen Jahre alle Bevölkerungsgruppen erfasst hat und auch die jüngeren Jahrgänge stärker an Aktien interessiert sind,“ sagt Christine Bortenlänger, Geschäftsführender Vorstand des Deutschen Aktieninstituts.

Sie fordert jedoch größere Anstrengungen von der Politik, um die Geldanlage in Aktien- und Aktienfonds stärker zu fördern. Denn dies sei gerade für die Rente unerlässlich, so Bortenlänger: “Statt weiter am Umlagesystem herumzudoktern, muss die Politik auf Aktien in der Altersvorsorge setzen, um das wohl größte sozialpolitische Problem der kommenden Jahre zu entschärfen.“

Foto: Deutsche Börse AG

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