Für viele kann sie sehr interessant sein, aber nur wenige machen sie: Die Studentensteuererklärung. Wir zeigen dir, warum und wie du sie einreichen solltest.

1. Muss ich als Student eine Steuererklärung machen?

Für Studenten ist die Steuererklärung in der Regel keine Pflicht. Denn die meisten von ihnen verdienen durch Nebenjobs weniger als den steuerlichen Freibetrag von 9.168 Euro im Jahr bzw. 764 Euro pro Monat. Nur wer darüber liegt oder Einkünfte aus einer selbständigen Tätigkeit hat, muss die Steuererklärung machen.

Nichtsdestotrotz würden wir Studenten generell empfehlen, freiwillig eine Studentensteuererklärung abzugeben. Tatsächlich lohnt sich das fast immer  – sogar dann, wenn du überhaupt kein Einkommen hast.

Studentensteuererklärung


2. Bis wann muss ich die Studentensteuererklärung abgeben?

Hier kommen gute Nachrichten: In diesem Jahr hast du für deine Steuererklärung mehr Zeit. Bislang war der Stichtag zur Abgabe traditionell der 31. Mai. Doch jetzt gibt es zwei Monate Aufschlag. Die neue Frist läuft bis zum 31. Juli 2019. Das gilt dann, wenn du die Steuererklärung für das Jahr 2018 online mit Elster einreichst. Falls sich ein Steuerberater oder Lohnsteuerhilfeverein darum kümmert, müssen die Unterlagen bis zum 28. Februar 2020 beim Finanzamt eingehen. Aber generell unterscheidet sich die Abgabefrist zwischen einer normalen und einer Studentensteuererklärung nicht.


3. Welche Studienkosten kann ich absetzen?

Als Student kannst du eine Vielzahl von Ausgaben in der Steuererklärung als Werbungskosten angeben. Dazu zählen:

  • Semesterbeiträge

Die Studiengebühren für das Erststudium wurden mittlerweile in allen Bundesländern abgeschafft. Trotzdem zahlen Studierende an deutschen Hochschulen in der Regel einen Semesterbeitrag. Die Preisspanne liegt zwischen 50 und 250 Euro.

  • Arbeitsmittel

Grundsätzlich kannst du alle Arbeitsmittel, die du speziell für dein Studium angeschafft hast, in der Steuererklärung angeben. Dazu zählen Laptops und Tablets, Möbel wie Bücherregale sowie Fachliteratur. Auch die Kosten für das Erstellen von Abschlussarbeiten oder Bewerbungsunterlagen sind absetzbar.

  • Fahrtkosten

Insbesondere musst du die Fahrten zwischen Universität und Wohnort beachten.

  • Telefonkosten

Für die Telefon- und Internetnutzung zu Studienzwecken kannst du 20 Euro pro Monat geltend machen.

  • Umzüge

Wenn du das Hotel Mama für das Studium verlassen hast, zahlt sich das für dich in der Steuererklärung aus. Den Umzug kannst du von der Steuer absetzen: die einmalige Pauschale beträgt 764 Euro. Wichtige Voraussetzung: durch den Umzug muss sich die Distanz zwischen Wohnort und Uni verkürzen.

  • Girokonto

Das Finanzamt erstattet ohne Beleg bis zu 16 Euro im Monat für Kontoführungsausgaben.

  • Praktikum

Wenn du für ein Praktikum in eine andere Stadt ziehst, solltest du das auf jeden Fall in der Steuererklärung angeben. Der Staat erstattet eine Verpflegungspauschale von 48 Euro pro Tag.

  • Auslandssemester oder -praktikum

Das Auslandssemester ist für viele Studenten eine schöne, aber auch kostspielige Erfahrung. Zum Glück kannst du viele Ausgaben vom Staat zurückbekommen: Unterkunftskosten bis zu 1000 Euro pro Monat, Reisekosten sowie Ausgaben für Sprachtests sind steuerlich absetzbar. Auch für Auslandsaufenthalte gilt eine tägliche Verpflegungspauschale von 48 Euro pro Tag. Allerdings nur für maximal drei Monate.


4. Welche Belege brauche ich?

Wie bereits unter Punkt 3 beschrieben kannst du als Student zahlreiche Ausgaben ohne Belege von der Steuer absetzen. Denn das Finanzamt erkennt Studienkosten bis zu 1000 Euro im Jahr pauschal an. Gehen deine Ausgaben darüber hinaus, musst du dich auf Nachfragen des Finanzamtes einstellen.

Für alle Fälle empfehlen wir dir, folgende Belege dafür bereitzuhalten:

  • die Immatrikulationsbescheinigung
  • Kontoauszüge über bezahlte Studiengebühren
  • Quittungen oder Kontoauszüge für den Kauf von Arbeitsmaterialien
  • Bescheinigung und Mietvertrag im Praktikum
  • Reisekostenbelege und Mietvertrag im Auslandssemester
  • Kontoauszüge über bezahlte Sprachtests

5. Wie nutze ich als Student den Verlustvortrag?

Weil die allermeisten Studenten weniger als den Steuerfreibetrag verdienen, können sie ihre Studienkosten nicht direkt von der Einkommenssteuer absetzen. Zum Glück gibt es da einen Trick: den Verlustvortrag. Stell ihn dir als Bierdeckel vor, auf dem du deine Studienkosten aufschreibst. Sobald du ein Gehalt über dem Freibetrag verdienst, winkt dir eine saftige Steuererstattung: Im Schnitt erhalten Studenten durch den Verlustvortrag rund 3.000 Euro vom Staat dank der Studentensteuererklärung zurück.

Ebenfalls gut zu wissen: Du kannst den Verlustvortrag sogar dann noch nutzen, wenn du gar nicht mehr studierst. Er gilt rückwirkend für bis zu sieben Jahre. Wie der Antrag auf den Verlustvortrag in der Steuererklärung ganz genau funktioniert, erklären wir hier.

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