Links wischen, rechts wischen. Match! Na bitte, so soll es doch sein. Was gibt es Schöneres, als das Finanz-Tinder? Wer will schon neue Partner kennenlernen, wenn er vielversprechende und ehrliche Investments treffen kann? Und dabei vielleicht den Berater aus der Bank der Zukunft? Noch ist das Finanz-Tinder nur eine Idee – entsprungen im Rahmen des Bootcamps future.challenge für junge Leute im Quartier Zukunft der Deutschen Bank. Doch wer weiß? Vielleicht wird es bald Wirklichkeit.

Wie funktioniert Finanz-Tinder?

Bislang ist es nur ein Konzept: Du nimmst dein Smartphone und bekommst Investments vorgeschlagen. Das können Aktien sein, ETFs, Fonds oder sogar auch Investments in Unternehmen, die nicht an der Börse notiert sind. Wischst du nach links, so interessiert dich dieses Investment nicht. Wischst du nach rechts, bekundest du dein Interesse. Jetzt könnte es die Möglichkeit geben, dass du einem echten oder virtuellen Bankberater zugewiesen wirst, der dieses Investment auch spannend findet oder sich sehr gut damit auskennt. Schon ist es ein Match und du kannst dich über deine persönliche Geldanlage informieren.

Spannend? Diese Idee wurde von vier jungen Teilnehmern der future.challenge von Deutsche Bank in Berlin ersonnen. In Zukunft könnte es so oder so ähnlich umgesetzt werden. Es verdeutlicht, dass Banken mehr in Richtung digital, Smartphone und individuelle Kundenbedürfnisse denken müssen. Man kann nicht mehr einfach nur Standard-Produkte anbieten. Angebote sollten individueller auf jeden einzelnen Kunden abgestimmt sein. Beim Finanz-Tinder in der Bank der Zukunft kann der Kunde beispielsweise vorher einstellen, wie viel er investieren will, in welche Branchen, in welche vielleicht nicht, wie riskant das sein soll und welche Rendite er erwartet. Eine spannende Idee, die vielleicht eines Tages Wirklichkeit werden kann. Denn die wichtige Frage ist doch:

Wie kann die Bank der Zukunft aussehen?

In der future-challenge der Deutschen Bank geht es darum, das Banking bereit für die Zukunft zu machen. Der Mensch soll im Mittelpunkt stehen und die Bank sich seinen Bedürfnissen anpassen. Zu lange hätten die traditionellen Institute das verschlafen, so der Tenor der Teilnehmer an diesem Tag. Deswegen gibt es die future.challenge, um von den Teilnehmern zu erfahren, was sie sich für die Bank der Zukunft wünschen. Kim Kranz und Heike Gerhardt gestalten diesen Tag aktiv mit und wollen die Bank nahbarer und erlebbarer machen. “Wir haben heute zwölf junge Teilnehmer aus ganz Deutschland hier, die an der Bank der Zukunft tüfteln sollen”, erklärt Heike Gerhardt. Gerhardt ist für die Content Stratgie und Kooperationen zuständig. “Die Teilnehmer haben immer tolle Ideen und diese können wir direkt bei uns umsetzen”, erklärt sie. Der Austausch mit Kunden und vor allem den jungen Menschen, sind ihr und Kim Kranz wichtig.

Zusammen mit Kim Kranz, Vice-President Strategic Marketing Deutsche Bank, bindet Heike Gerhardt die jungen Menschen mehr in den Bankalltag ein. Schließlich hat die Generation heute ganz andere Bedürfnisse. “Es ist für mich ganz klar, dass ich alle Bankgeschäfte von meinem Smartphone aus erledigen kann”, erklärt eine Teilnehmerin. Anders ginge es gar nicht mehr. Eine Bank, die das nicht anbiete, hätte bei ihr keine Chance. Die Teilnehmer sind sich an diesem Tag alle sicher: Die Bank der Zukunft findet digital statt. Und dennoch braucht es hin und wieder den Kontakt in der realen Welt: Bankberater sind also nicht ganz weg zu denken. Aber sie müssen mehr auf die Bedürfnisse der Kunden eingehen und nicht einfach die Produkte verkaufen, die die beste Provision bringen. So müssen Banken und Kunden wieder besser zusammen finden. In der Bank der Zukunft ist das möglich.

Quartier Zukunft der Deutschen Bank

So soll die Bank von Morgen aussehen: Nahbar, ein Erlebnisbereich und nah an den Bedürfnissen der Menschen. Verkaufen? Das war gestern. Erleben, das ist die Zukunft der Bank. Wir waren im Quartier Zukunft der Deutschen Bank in Berlin und haben uns das Konzept angeschaut. Hier sind unsere Eindrücke:

Deutsche Bank Berater
Banking der Zukunft

Restaurant, Kinderbetreuung, Co-Working-Space. Sind wir in einem hippen Viertel in Brooklyn, New York? Drinnen könnte man es glauben, aber nein, wir sind in Berlin. Im Quartier Zukunft der Deutschen Bank. Eine Vorzeigefiliale, die sich den Kundenbedürfnissen anpasst. Staubiges, altes Bank-Image? Ist hier nicht zu finden. „Natürlich sehen nicht alle Filialen so aus“, erklärt Nadin Chucher, die verantwortlich für das Konzept zeichnet. „Aber alles, was sie hier sehen, haben unsere Kunden sich so gewünscht. Für den Erfolg können wir nichts – das waren unsere Kunden.“ Man fühlt sich wohl und merkt nur beiläufig, dass man sich in einer Bank befindet. Bankautomaten die Bargel ausspucken? Gibt es nur draußen um die Ecke. Hier ist alles digital.

Banking der Zukunft
Blick ins Quartier Zukunft

Tatsächlich ist das Quartier Zukunft einladend. Speisen und Getränke kosten, dafür ist der Coworking-Space kostenlos. Es wird viel Englisch gesprochen, die Kundschaft ist international. „Ein großer Teil der Kunden kommen aus dem Ausland. Wir sind eine Marke“, sagt ein Mitarbeiter des Quartier Zukunft. Das Konzept ist gelungen. Aber müssten nicht viel mehr Banken so aussehen und diesen Service bieten?

Kim Kranz gibt Tipps für die Projekte und Präsentationen.

Das Konzept überzeugt und kann richtungsweisend für die Zukunft sein. Doch die ganze Bank sollte sich ändern. Dafür ist dieser Tag da und die Präsentation der Teilnehmer-Ideen. Eine davon ist das Finanz-Tinder.

Michael Tirpitz, Marketing Director Deutsche Bank, ist am Abend von den Ergebnissen der Workshop-Teilnehmer begeistert. Neben dem Finanz-Tinder gibt es noch eine App, die alle Bankkanäle, sowie Social Media zusammenfasst und dem Nutzer und Kunden somit ein ganzheitliches Erlebnis mit Kontaktmöglichkeiten und Hilfestellungen bietet. Zudem entwickelten die jungen Teilnehmer das Konzept eines Gadgets, mit dem die Bank immer dabei ist, aber das noch viel mehr kann. “Das waren alles tolle Ideen, die wir sicherlich weiter verfolgen werden. Und ihr alle seid herzlich dazu eingeladen, mit uns daran zu arbeiten”, verspricht Tirpitz. Die Ideen seien wichtig für die Bank, die noch mehr Zugang zu der jungen Zielgruppe wolle. “Bei uns tut sich gerade sehr viel”, folgert Michael Tirpitz.

Mit Maßnahmen wie der future.challenge oder auch dem Finanz-Tinder kann die Bank der Zukunft entstehen. Die Bank ist keine Instanz mehr, sondern erleichtert das Leben von Menschen. Sie verkauft keine Produkte, sondern hilft den Menschen, mehr aus ihrem Geld zu machen. Sie ist keine Bank mehr, sondern die Bank der Zukunft.

 

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