Es hört sich utopisch an, aber selbst wenn sich dein Gehalt nächstes Jahr nicht bessert, wirst du mehr Geld auf dem Konto haben. Wie das geht, verraten wir dir hier. Diese Lohnerhöhung 2019 wartet auf dich.

Mehr netto vom brutto

Der alte Spruch „mehr netto vom brutto“ gilt 2019 erst recht. Als Bruttolohn wird ja der Betrag bezeichnet, den dir dein Arbeitgeber theoretisch ohne Abzüge bezahlt. Auf dem Konto kommt aber nur ein Teil davon an – der sogenannte Nettolohn. Vom Bruttolohn gehen zuerst folgende Abzüge runter:

  • 9,30 Prozent Rentenversicherung
  • 1,50 Prozent Arbeitslosenversicherung
  • 1,275 Prozent Pflegeversicherung
  • 7,30 Prozent Krankenversicherung
  • Plus der Zusatzbeitrag, der von Krankenkasse zu Krankenkasse unterschiedlich ist und bis zu weitere 1,5 Prozent betragen kann.

So, da ist schon mal ordentlich was runter, von deinem Bruttolohn. Danach folgen noch die Lohnsteuer (der Prozentbetrag richtet sich danach, wie viel du verdienst) und der Solidaritätszuschlag, sowie die Kirchensteuer.

Was dir jetzt übrig bleibt, das ist dein Nettolohn. Aber was hat das mit der Lohnerhöhung 2019 zu tun? Die gute Nachricht: 2019 bekommst du eine Lohnerhöhung, weil du weniger Sozialabgaben und Steuern bezahlen musst.

Weniger Sozialabgaben 2019

Es ändert sich folgendes: Die Beiträge für die Arbeitnehmer zu Arbeitslosenversicherung sinken zwar um 0,25 Prozentpunkte auf 1,25 Prozent. Aber: Dafür steigen die Beiträge zur Pflegeversicherung um den gleichen Betrag. Das ist also ein Nullsummenspiel. Allerdings: Der Zusatzbeitrag bei der Krankenversicherung wird nun wieder hälftig zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber aufgeteilt. Bis 2018 mussten die Arbeitnehmer das alleine bezahlen. Nun kommt es also darauf an, wie hoch dein Zusatzbeitrag ist. Das kannst du entweder deiner Lohnabrechnung entnehmen oder hier bei deiner Krankenkasse nachschauen: https://www.krankenkassen.de/gesetzliche-krankenkassen/krankenkasse-beitrag/zusatzbeitrag/ . Grundsätzlich dürfte dir das schon mal einige Euro im Monat mehr in die Kassen spülen.

Lohnerhöhung 2019 dank Steuersenkung

Ja, die Steuern werden ein kleines bisschen über Umwege gesenkt: Der Grundfreibetrag wird von 9000 Euro auf 9168 Euro angehoben. Bis zu diesem Jahreseinkommen fallen keine Steuern an. Du zahlst also auch ein paar Euro weniger Steuern, wenn du darüber verdienst. Zusätzlich steigt der Kinderfreibetrag auf 7620 Euro. Das bringt dir allerdings nur etwas, wenn du Kinder hast. Die Lohnerhöhung 2019 weist also noch Tücken auf.

Was kommt am Ende raus?

Das ist individuell, weil es auf dein Gehalt, deine familiäre Situation und deiner Krankenkasse ankommt. Aber grundsätzlich wird sich dein Nettoverdienst 2019 auf jeden Fall erhöhen – solange du keine Gehaltskürzung bekommst 😉 Hier aber drei Beispiele mit einem Krankenkassenzusatzbeitrag von ein Prozent:

1500 Euro Monatseinkommen:

Du erhältst 13 Euro pro Monat mehr netto. Das sind 156 Euro im Jahr mehr.

3000 Euro Monatseinkommen:

Du erhältst eine Lohnerhöhung von 23 Euro pro Monat. Im Jahr sind das 276 Euro zusätzlich.

4500 Euro Monatseinkommen:

Du bekommst 32 Euro pro Monat mehr. Aufs Jahr gerechnet sind das 384 Euro.

Deinen eigenen Nettolohn kannst du beispielsweise auf dieser Seite ausrechnen lassen und mit deinen individuellen Angaben füttern: https://www.nettolohn.de/ . Achte in der fünften Zeile auf das richtige Jahr!

Du siehst, 2019 wartet eine Lohnerhöhung auf dich, ohne, dass du mehr tun musst. Wenn du dein Gehalt aber wirklich steigern willst, solltest du auf eine echte Gehaltserhöhung setzen. Dafür reicht diese Lohnerhöhung 2019 noch nicht aus. Und nicht auf den Staat und seine Abgabenentlastung hoffen. Eine weitere Veränderung gibt es fürs nächste Jahr noch: Der Mindestlohn wird am 1.1.2019 von 8,84 Euro pro Stunde auf 9,19 Euro angehoben.

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