Oh, Schreck! Die deutsche Wirtschaft ist erstmals seit mehr als drei Jahren geschrumpft. Die Kleingeldhelden erklären, was die Konjunkturflaute für dich und deine Geldanlage bedeutet.

2018 war ein schwieriges Jahr für Deutschland. Erst kam die Regierungskrise, dann das schockierende WM-Aus der Nationalmannschaft in Russland und jetzt auch noch ein Wirtschaftseinbruch. Zum ersten Mal seit Anfang 2015 ist die deutsche Wirtschaft laut dem Statistischen Bundesamt geschrumpft, nämlich um -0,2 Prozent im dritten Quartal. Das sind aus unserer Sicht die drei wichtigsten Lehren, die junge Anleger jetzt beachten sollten.

1.Kein Grund zur Panik

Der erste und wichtigste Punkt: Ein Wirtschaftsabschwung ist ein ganz normaler, wiederkehrender Teil im Konjunkturzyklus. Auf eine wirtschaftliche Hochphase wie in den vergangenen Jahren folgt zwangsläufig ein Punkt, an dem die Auftragsbücher der Industrie nicht mehr ganz so voll sind und die Produktion zurückgefahren wird. Die Wirtschaftsleistung, gemessen am BIP, nimmt ab. Passiert das in zwei aufeinanderfolgenden Quartalen, sprechen wir von einer Rezession. Eine solche erwarten jedoch weder die Bundesregierung noch Ökonomen wie Bundesbank-Chef Jens Weidmann. Den Grund für die Konjunkturdelle sehen Experte vor allem darin, dass die deutsche Autoindustrie zuletzt weniger Fahrzeuge produziert und ins Ausland exportiert hat. Trotz der schlechten Nachrichten ist die erste Faustregel für Anleger und Sparer also: Ruhe bewahren und nicht in Aktionismus verfallen.

2. Der Aktien-Boom ist vorbei

Der DAX hat seit Jahresbeginn bereits etwa 13 Prozent an Wert verloren. Analysten der DZ Bank und der LBBW rechnen zwar damit, dass sich der deutsche Aktienmarkt in der ersten Jahreshälfte 2019 erholen wird und der DAX wieder über 13.000 Punkte steigt. Doch nichtsdestotrotz zeichnet sich ab, dass die jahrelange Euphorie an den Börsen zu Ende geht. Der Handelsstreit zwischen den USA und China, der drohende chaotische Brexit sowie die instabile wirtschaftliche Lage der drittgrößten EU-Volkswirtschaft Italien sorgen dafür, dass Unternehmer und Investoren pessimistischer in die Zukunft blicken.

Im Umfeld einer weltweit abflauenden Konjunktur ist mittelfristig bestenfalls mit stagnierenden Börsenkursen zu rechnen, weil die deutsche Wirtschaft stark vom Export von Waren in andere Länder abhängig ist.

3.  Die Geldanlage überprüfen

Wenn ihr Geld in ETF-Indexfonds (zum Beispiel auf den DAX) investiert habt, solltet ihr einfach Geduld an den Tag legen. Denn nach einer Konjunkturdelle oder gar einer handfesten Rezession hat sich der deutsche Aktienindex in der Vergangenheit stets erholt und sein Vorkrisenniveau sogar  übertroffen. Die Grafik unten zeigt den DAX-Verlauf seit seiner Gründung. Wir lernen daraus: Langfristig gesehen steigen die Aktienmärkte immer.

Trotzdem ist es je nachdem, wie euer Depot aufgestellt ist, eine Überlegung wert, die Geldanlage breiter zu streuen und defensiver auszurichten. Das heißt, dass ihr euer Geld nicht nur in konjunkturabhängige Wertpapiere (zum Beispiel aus der Technologie-, Maschinenbau- oder Automobilbranche) investiert, sondern auch auf Wirtschaftszweige setzt, die erwiesenermaßen auch in Zeiten einer schwächelnden Konjunktur stabil bleiben. Klassischerweise sind das die Gesundheits- oder auch die Nahrungsmittelindustrie. Spezielle ETFs für solche defensiven Wertpapiere, die euch unabhängiger von der aktuellen Wirtschaftslage machen, gibt es bereits, etwa den MSCI World Health Care.

Eine andere, wohlgemerkt riskantere Option ist es, Rohstoffe einzubeziehen. So gibt es zum Beispiel ETFs auf Gold oder Silber. Die Edelmetalle profitieren häufig von fallenden Aktienmärkten. Wir würden die Strategie jedoch nur fortgeschrittenen Kleingeldhelden empfehlen, da die Rohstoffpreise starken Schwankungen unterliegen.

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