Millennials haben mit Anlegen und Aktien (noch) wenig am Hut. Warum genau diese Generation mächtigen Einfluss an den Finanzmärkten ausüben wird.

Hipster-Börse?

Hochwasserhose, überdimensionale Brille, Hipster-Bart. Der Millennial “travelt” gerne, geht auf Festivals, postet auf Instagram und entspannt bei Netflix. Diese Spezies soll künftig auf dem Aktienmarkt den Ton angeben? Mit Anlegen und Finanzierungen hat sie erstmal wenig zu tun. Warum also sollte eine Generation, die mit ihren Interessen und Neigungen so weit von der Börse entfernt ist, wie der Berliner Flughafen von seiner Eröffnung, solch einen Einfluss auf die Finanzmärkte ausüben?

Bei den Millennials (Generation Y) läuft vieles anders, als bei den Vorgänger-Generationen. Die Babyboomer, als erste Nachkriegsgeneration, sind eher konservativ, mögen Autos, Immobilien, Sparen. Auch beim Anlegen greifen sie zu den sicheren, bekannten Firmen, die eine sichere Dividende versprechen. Millennials sind da weitaus liberaler, dynamischer. Sparbücher füllen – out. Materialismus? Überflüssig. Sie definieren sich durch Erfahrungen, Erlebnisse. Mehr Konsum, weniger Materialismus.
(Crash-Kurs: Die Babyboomer sind die erste Nachkriegsgeneration, geboren zwischen 1945-1965. Es folgt die Generation X von den Jahren 1965 bis 1980 und von dort bis zu den frühen 2000ern ordnet sich die Generation Y ein.)

Vier Gründe, warum Millennials die Anleger von morgen sind

1. Millennials müssen vorsorgen, denn die staatliche Rente wird für ein gutes Leben im Alter nicht mehr ausreichen. Der luxuriöse und konsumorientierte Lebensstil kann nicht ewig ohne jegliche Vorkehrungen andauern.

2. Keine Generation war jemals so groß. Sie überholt die vorigen Generationen immer mehr – ihre Meinungen und Einstellungen werden bei Unternehmen und damit auch auf den Finanzmärkten vorherrschen.

3. Noch nie war eine Generation von ihren Eltern so gut mit Kapital ausgestattet. Irgendwann muss ein Umdenken stattfinden, wo man dieses sinnvoll anlegen kann.

4. Millennials werden immer schlauer. Noch nie war eine Generation so gut ausgebildet. Niemals gab es so viele Frauen, die studieren konnten. Mehr Bildung bedeutet mehr Geld, das dann in die Kapitalmärkte fließen könnte. Sie sind dabei, die vorherrschende Gruppe bei Einkommen, Wohlstand und Konsum zu werden.

Und was heißt das für die Zukunft der Aktienmärkte?

Millennials sind Digital Natives: Die erste Generation, die mit dem Internet aufgewachsen ist. Sie kaufen online, sie kommunizieren online, sie leben online. Für sie zählt Innovation, Smartphones, technische Durchbrüche, Reisen, Erleben. Auch Umweltbewusstsein und Klimaschutz sind wichtige Themen. Davon profitieren vor allem Unternehmen, die ihren Fokus auf diese Dinge konzentrieren.

Fest steht: Die Millennials werden kommen. Sie müssen kommen. Wer schon jetzt einen groben Überblick haben möchte, welche Aktien in Zukunft “Generation Y-tauglich” sind, kann schon mal einen Blick darauf werfen.

Die Bank of America eine Liste von Aktien erstellt, die vom Trend der Millennials profitieren könnten. Darunter sind auch Netflix, Facebook und Spotify.

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