Du hast die ersten Not-Groschen angespart und vielleicht investierst du sogar schon in Aktien oder einen ETF – Nun fragst du dich, ob dein Geld noch mehr kann. Vielleicht sogar Bausparen? Lassen dich die aktuell niedrigen Zinsen zögern, ob du überhaupt bausparen solltest? Wir haben uns diese Frage auch gestellt und sind ihr auf den Grund gegangen.

Für was brauch ich das Bausparen?

Du kannst das Bausparen für vier verschiedene Dinge nutzen. Zur Sicherung günstiger Bauzinsen für eine Immobilienfinanzierung in einigen Jahren. Zum Geldansparen,  zum Bausparen um den direkten Erwerb einer Immobilie über ein Bausparsofortdarlehen zu realisieren oder du nutzt das Bausparen für Renovierung, Instandhaltung und Modernisierung deiner Wohnung oder deines Hauses.

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Welche Art des Bausparens ist aktuell sinnvoll?

Bausparen ist sinnvoll, um sich niedrige Zinsen sichern und als Renovierungs- oder Instandhaltungsrücklage

Auch wenn die Bauzinsen gerade noch niedrig sind, nach jedem Tief wird auch bald wieder ein Hoch kommen und somit voraussichtlich die Zinsen ansteigen. Leider können wir jetzt nur spekulieren, wann diese tiefe Schlucht, in welcher sich die Zinsen aktuell befinden ein Ende hat. Auch kann man nicht genau sagen, wie hoch die Zinsen steigen werden. Doch schaut man sich die Immobilienpreise im Gebiet der teuersten Städte, wie München, Freiburg oder Stuttgart an, mussten wir leider feststellen, dass entweder die guten Angebote bereits verkauft sind, oder die Häuser, die zum Kauf stehen, tatsächlich nochmal deutlich teurer geworden sind. Es stellt sich also die Frage, ob ein Immobilienerwerb aktuell sinnvoll ist.

Doch der Bausparvertrag soll dir wohl auch eher dabei helfen in den nächsten fünf bis zehn Jahren ein Haus zu kaufen, also bitte nicht nervös werden. Ganz im Gegenteil! Mit einem Bausparvertrag kannst du die steigenden Zinsen umgehen und – Zack! – dir die aktuellen 1 %-Zinsen auch in Zukunft sichern.

Wie funktioniert das mit dem Bausparen?  Ein Beispiel:

Gehen wir davon aus du würdest im Jahr 2018 noch einen Bausparvertrag abschließen. Mit dem Ziel, dir in Zukunft darüber eine Immobilie, sei es ein Haus oder eine Wohnung, kaufen und finanzieren zu können. Die geringste Vorlaufzeit beträgt hierbei 4 Jahre und die längste Spar-Zeit beträgt 15 Jahre. Also kannst du dann zwischen 2022 und 2033 den Bausparvertrag einlösen. Wichtig ist jetzt nur noch, wie hoch dein Sparziel für deine künftige Immobilie sein sollte.

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Gehen wir jetzt davon aus, dass du dir in zwölf Jahren für 200.000 Euro eine Immobilie kaufen möchtest. Nun gibt es beim Bausparen genau zwei Phasen: die Ansparphase und die Darlehensphase.

In der Ansparphase zahlst du zuerst regelmäßig Geld ein und erhältst darauf Zinsen. Die sind mit aktuell um die 0,1 Prozent nicht der Rede wert und bringen dir so leider auch gar keinen Vorteil. Was aber aktuell der Bringer ist, ist der Darlehenszins. In der Darlehensphase bekommst du dann ein Darlehen von der Bausparkasse. Der Zinssatz dafür wird schon heute festgelegt. Zusammen ergeben diese beiden Summen dann deine Wunsch-Bauspar-Summe von 200.000 Euro.

Denke immer daran:

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Wie finde ich einen guten Bausparvertrag?

In dem Moment, in dem du deinen Bausparvertrag abschließt, entscheidest du dich auch für eine Zinsbindung. Da aktuell nur der Darlehenszins dir Vorteile, oder genauer gesagt ein kleines Plus bietet, ist nicht nur die Dauer der Zinsbindung, sondern auch die Höhe des Darlehenszinses ein Indiz für einen guten Bausparvertrag.

Der Darlehenszins sollte hierbei so klein wie möglich ausfallen. Da wir davon ausgehen, dass in Zukunft das marktübliche Zinsniveau für Baukredite wieder steigen wird, wirst du hier einen klaren Vorteil haben. Denn du hast dir für eine gewisse Zeit, einen Top-Darlehenszins gesichert.

Entscheidest du dich also nach 12 Jahren dafür, das Bausparen zu nutzen und ein Haus oder eine Wohnung zu kaufen, passiert folgendes: Gehen wir davon aus, du hast damals eine Zinsbindung von 10 Jahren und einen Darlehenszins von 2,3 Prozent erhalten, dann wirst du in den kommenden zehn Jahren das Geld, welches du von der Bausparkasse bekommen hast plus 2,3 Prozent Zinsen zurückzahlen.

Übrigens: Wohnungsbauprämien werden nur ausgezahlt, wenn der Bausparvertrag auch zum Kauf einer Immobilie genutzt wird.

Deshalb solltest du derzeit den Bausparvertrag nicht zum Sparen nutzen

Du kannst dich in zwölf Jahren aber auch dazu entscheiden, dir das Geld, welches du in der Ansparphase eingezahlt hast, wieder auszahlen zu lassen. Aber für das Sparen mit dem Bausparvertrag gibt es derzeit auch noch bessere Alternativen mit höherer Rendite. Ein winziger Vorteil würde das Sparen dir bringen: du hättest kaum Verluste. Aber ist es das wert? Eher nein. Schließlich kommen da noch Abschlussgebühren auf dich zu, die zwischen 300 und 500 Euro (Anteilig zu deiner Sparsumme) liegen.

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