Und wieder rumpelt es ordentlich beim Bitcoin. In einem Jahr hat die Digitalwährung rund 75 Prozent an Wert verloren. Was ist denn da eigentlich los? Und warum bekriegen sich zwei Gruppen im Netzwerk?

Warum der Bitcoin gerade fällt wie ein Stein

Der Bitcoin Kurs ist in den vergangenen zwei Wochen nochmals um rund 30 Prozent abgesackt. Am 9. November 2018 kostete ein Bitcoin noch 6411 US-Dollar, heute, am 23. November sind es nur noch 4301 Dollar. Das ist ein Minus von genau 32,9 Prozent. Zur Erinnerung: Noch im Dezember 2017 stand der Bitcoin bei fast 20.000 Dollar. Jeder dachte, er könnte mit Kryptowährungen reich werden. Doch dann folgte der harte Fall. Die Blase platzte. Das kannst du hier nachgucken.

Zum Verständnis: Wir sind pro Kryptowährungen. Die meisten Leute sind aber einfach nur stur in die Kryptowährungen reingegangen, ohne sich richtig Gedanken zu machen. Das rächt sich jetzt. Der Bitcoin fällt, weil er nicht mehr so oft in den Medien vertreten ist. Es finden sich weniger Käufer und diejenigen, die ihn in den vergangenen Jahren günstig kauften, verscherbelten die Währung und nahmen so massig Geld ein. Jetzt muss sich erst neuer Optimismus bilden.

Der Bitcoin Krieg

Hinter den Kulissen tobt ein Bitcoin-Krieg. Und das ist keine Übertreibung. Bei Kryptowährungen ist es ja so, dass es eine Blockchain gibt. Sie ist ein Programm, dass es erlaubt, Zahlungen ohne eine Instanz wie eine Bank durchzuführen. Dazu braucht es Rechenpower von Computern. Diese rechnen komplizierte Codes aus und dabei entstehen Bitcoins oder andere Kryptowährungen. Immer wenn genug Codes gerechnet wurden entsteht ein neuer Block – die Blockchain wird länger. Jetzt gibt es aber immer wieder Leute, die die Blockchain ändern wollen. Sie wollen sie schneller machen oder effizienter oder noch andere Sachen. Deswegen spaltete sich letztes Jahr Bitcoin Cash von Bitcoin ab. So etwas nennt man „Fork“. Wie eine Gabelung kannst du dir das vorstellen. So und jetzt tobt bei Bitcoin Cash ein neuer Krieg. Es gibt zwei Gruppen, die unterschiedliche Sachen wollen und jeder versucht, so viel Rechenpower wie möglich, hinter sich zu bringen. Wer das schafft, gewinnt den Krieg. Vereinfacht gesagt. Es ist um ein Vielfaches komplizierter. Aufgrund dieses Krieges sind viele Leute zusätzlich verunsichert.

Satoshi gegen „Bitcoin-Jesus“

Dabei bekämpfen sich Craig Wright und Roger Ver. Wright soll angeblich eine Mail an Ver mit den Worten „Du bist mein Feind“ geschrieben haben. Dabei behauptet Craig Wright, der legendäre Bitcoin-Erfinder Satoshi Nakamoto zu sein. Wer Satoshi ist, liest du hier. Man weiß aber nicht, ob es wirklich Wright ist. Dahingegen wird Roger Ver auch „Bitcoin-Jesus“ genannt. Kein Scherz. Er ist aber ebenso umstritten, wie vielleicht reich. Diese Unsicherheiten und Unwägbarkeiten sorgen dafür, dass es im Moment unruhig im Bitcoin-Kosmos ist.

Bitcoin kaufen oder nicht? 

Auf kurze Sicht dürfte der Bitcoin-Kurs weiternachgeben. Um den „Bitcoin-Krieg“ zu bezahlen, dürften die sogennanten Miner (das sind die Leute, die die Blockchain rechnen) weiterhin Bitcoins verkaufen. Aus charttechnischer Sicht dürfte der Kurs noch die 4000 Dollar-Marke testen und vielleicht sogar die 3000 Dollar-Marke. Bei 3000 Dollar würde ich Bitcoin mit einem kleinen Investment kaufen. Man sollte aber damit rechnen, dieses Geld im schlimmsten Fall zu verlieren. Also nur „Spielgeld“ nehmen, auf das man auch verzichten kann. Sollte sich der Kurs dann erholen, kann man mit einer zweiten Tranche einsteigen. Aber erstmal abwarten, wie sich der Bitcoin-Krieg entwickelt. Oder einfach Bitcoin-Jesus fragen. Der sollte es ja wissen.

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