Heute Nacht wurde der neue Bundeshaushalt für 2019 beschlossen. Insgesamt will die Groko nächstes Jahr mit 356,4 Milliarden Euro ganze 13 Milliarden mehr ausgeben als 2018. Die sogennannte „schwarze Null“ soll trotzdem stehen bleiben. Zu verdanken ist das den sprudelnden Steuereinnahmen. Wir erklären, warum dich der stinklangweilige Bundeshaushalt interessieren sollte. Und was der Bundeshaushalt 2019 mit der Rente zu tun hat.

1. Es ist dein Geld

Wenn du Steuern bezahlst, dann fließt dein Geld auch in den Bundeshaushalt. Du hast also ein Recht dazu, zu erfahren, was mit deinem Geld passiert. Werden unnötige Ausgaben getätigt? Wird das Geld effizient eingesetzt? Ich finde: Jeder von uns sollte einmal im Jahr eine Aufstellung darüber bekommen, was man von seinem Steuergeld bezahlt hat und wovon man vielleicht auch profitiert hat.

2. Familien und Steuerzahler werden entlastet

Gute Nachricht für 2019: Familien und Steuerzahler werden entlastet. So steigt das Kindergeld für das erste und zweite Kind von 194 Euro auf 204 Euro, für das dritte Kind auf 210 Euro und ab dem vierten Kind auf 235 Euro pro Monat. Man sollte sich also vor allem auf vierte und fünfte Kinder spezialisieren, weil das ein höheres Kindergeld gibt 😉

Zudem wird der Steuerfreibetrag (bis zu diesem Betrag zahlt man auf sein Einkommen keine Steuern) von 9000 Euro in den nächsten Jahren schrittweise auf 9408 Euro angehoben. Für Singles soll das für 2019 ein Jahresplus von 207 Euro geben und für Familien sogar über 400 Euro. Mal eine gute Nachricht.

3. Rente wird bis 2025 festgezurrt

Kommen wir zu einem Problempunkt: Die Rente soll nach Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD) mindestens bis 2025 stabil sein. Bedeutet: Das Rentenniveau soll bei 48 Prozent fixiert werden und der Beitragssatz (aktuell 18,6 Prozent) soll bis 2025 nicht über 20 Prozent steigen. Rentenniveau bedeutet, dass man 48 Prozent des Durchschnittslohns bekommt. 48 Prozent ist also gar nicht mal so viel. Das riesige Problem ist nun aber, dass die Rente massiv mit unseren Steuergeldern bezahlt wird. Und ein weiteres Problem: Es ist ja ganz schön, dass das Rentenniveau fixiert werden soll. Aber die wirklich schwere Zeit kommt erst nach 2025, weil dann noch mehr Babyboomer in Rente gehen. Das Jahr 2025 ist also ein Scheinjahr. Und der Beitragssatz kann ja steigen. Von heute 18,6 Prozent auf 20 Prozent. Das kann uns jedes Jahr hunderte Euro kosten. Das ist also alles andere als ein Erfolg. Zudem steigen die Renten seit Jahren mehr als die Inflation. Viele junge Leute verdienen aber nicht mehr und so entsteht eine größere Ungerechtigkeit. Hier sollte die Politik auf jeden Fall nachbessern, damit es keinen Generationenkonlfikt gibt.

4. Die Rente sprengt den Bundeshaushalt

Eigentlich sollte ja der Beitrag, den wir von unserem Lohn in die Rentenkasse einbezahlen, die Rente der Älteren finanzieren. Das klappt aber schon lange nicht mehr, weil es einfach zu wenige junge Beitragszahler gibt. Deswegen schießt der Staat jedes Jahr Geld aus den Steuereinnahmen dazu. Mittlerweile sind wir bei über 100 Milliarden Euro pro Jahr angekommen! Fast ein Drittel des Bundeshaushalts geht nur für die Rente drauf! Prognose: Massiv steigend. Wir Jungen finanzieren die Rente also doppelt und dreifach, durch Beitragszahlungen, unsere Steuerbelastung und durch die hohe Mehrwertsteuer auf unseren Konsum. So sagt auch Johannes Vogel (FDP): “Ein schlechter Tag für die Generationengerechtigkeit. Besser wäre es, wenn wir die Rente zukunftssicher modernisieren – die Skandinavier machen uns das erfolgreich vor.”

 

Unter diesem Link findest du den letzten Plan für den Bundeshaushalt 2019. Beachte: Die Zahlen kommen aus dem Juni und sind nicht die konkreten endgültigen Zahlen. Sie unterscheiden sich aber nur wenig. So bekommst du ein Gefühl dafür, wie viel ausgegeben wird.

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