Die klassische Geldanlage erscheint häufig kompliziert und mühsam. Digitale Vermögensverwalter versprechen Hilfe, indem Roboter euer Geld in die Hand nehmen. So kannst du auch mit wenig Geld in Digitale Vermögensverwalter investieren.

Was sind digitale Vermögensberater?

Die Digitalisierung verändert die Finanzbranche. Heute können intelligente Algorithmen die Arbeit von Vermögensberatern aus Fleisch und Blut übernehmen. Diese digitalen Vermögensverwalter (im Englischen auch Robo-Advisors genannt) versprechen, dein Geld  transparent und kostengünstig in Aktien, Anleihen und Fonds anzulegen – und das ganz automatisch. Wie risikoreich die Geldanlage sein soll, entscheidest du zu Beginn durch die Beantwortung eines Fragebogens. Alles andere regelt dann der Computer selbst.

Die größten Anbieter von digitalen Vermögensverwaltern in Deutschland heißen Scalable, Cominvest, Liqid und Quirion. Der Markt wächst: Experten schätzen, dass bis 2022 weltweit mehr als vier Billionen US-Dollar in der Hand von Robo-Advisors liegen werden. Die Großbanken wollen den Trend nicht verpassen. So bietet neben der Deutschen Bank (Robin) auch die Commerzbank (Cominvest) bereits eigene digitale Vermögensverwalter an.

Was sind die Vorteile?

Ein großer Pluspunkt der Robo-Advisors sind die geringen Kosten. Sie betragen je nach Anbieter zwischen 0,15 und 1 Prozent der Anlagesumme und sind damit deutlich niedriger als die Depotführung durch einen klassischen Vermögensberater. Einsteigen kannst du bei manchen digitalen Vermögensverwaltern bereits mit einer Mindestanlagesumme von 500 Euro. Kostengünstiger ist nur die Geldanlage und Depotführung aus eigener Hand.

Die Bedienung der digitalen Vermögensberater ist einfach. Die Geldanlage wird am Laptop oder auf dem Smartphone eingerichtet. Die Fahrt zur nächsten Bankfiliale könnt ihr euch also sparen.

Die entscheidende Frage ist jedoch, ob die digitalen Vermögensverwalter dein Geld tatsächlich profitabel anlegen. Ein Test von brokervergleich.de zeigt, dass acht führende Robo-Advisors in Deutschland innerhalb der letzten zwei Jahren eine Rendite von durchschnittlich acht Prozent erzielten. Ein ordentlicher Wert.

Was sind die Nachteile?

Auf der anderen Seite bieten dir die Robo-Advisors keine Beratung und relativ wenig Flexibilität. Sobald das Investment einmal getätigt ist, gibt es nur noch wenig Spielraum für Veränderungen. Schließlich baut das Management des Portfolios vor allem auf historischen Daten und wirtschaftswissenschaftlichen Modellen auf, mit denen der Algorithmus gefüttert wird.

Hinzu kommt, dass die digitalen Vermögensberater dabei noch zu jung sind, um ihre Tauglichkeit in Krisensituationen abschließend zu bewerten. Eine Studie des Instituts für Vermögensaufbau während des Dax-Abschwungs Anfang 2018 kommt zu dem Ergebnis, dass es zwischen den Anbietern große Unterschiede bei der Risikostreuung gibt. Einige Robo-Advisor wie der von Scalable waren von der Börsenflaute demnach deutlich stärker betroffen als andere.

Es bleibt also abzuwarten, ob die Robo-Advisors tatsächlich die bessere Alternative für die Geldanlage sind. Die Stiftung Warentest betont deshalb, dass Finanzanfänger besser die Finger von den digitalen Vermögensverwaltern lassen sollten. Falls ihr euer Geld den digitalen Vermögensverwaltern anvertraut, solltet ihr euch zuvor möglichst genau über ihre Anlagemodelle und Risiken informieren.

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