Der Verhaltensökonom Dan Ariely sagt in seinem neuen Buch „Teuer ist realtiv“, dass unser Gehirn nicht dafür gemacht sei, mit Geld umzugehen. Zu leicht ließen wir uns beeinflussen und so auch etwas vorgaukeln.

 

Unser Gehirn ist nicht dafür gemacht, mit Geld umzugehen

„Unser Gehirn ist nicht dafür gemacht, mit Geld umzuegehen“, sagt Dan Ariely. Das begründet er damit, dass evolutionstechnisch kein Mechanismus in unserem Hirn dafür vorgesehen ist. Geld ist eine relativ neue Erfindung gemessen an der Zeit, die sich der Mensch bereits entwickelt. Zunächst begann man damit Waren gegen andere Waren auszutauschen. Zum Beispiel eine Kuh gegen etwa ebenso viel Getreide. Später wies man bestimmten Gegenständen einen Wert zu, und das erste Geld entstand. So konnte man beispielsweise auch mit Muscheln bezahlen. Doch nun beginnt das von Dan Ariely gennante Problem. Wir denken noch in alte Logikmuster und handeln nach unseren bereits erlebten Erfahrungen. Diese Muster führen häufig dazu, dass wir falsche Entscheidungen im Umgang mit Geld treffen.

 

Der häufigste Fehler im Umgang mit Geld laut Dan Ariely

Ein großer Streich, den uns unser Gehirn spielt, ist die Selbsttäuschung. Problematisch wird das meist, wenn wir Preise in Relation zueinander sehen. Also, wenn wir uns eine Spielekonsole für 300 Euro kaufen und da schon ein Spiel im Wert von 50 Euro dabei ist, fällt es uns leichter, uns für die Spielekonsole zu entscheiden. Schließlich bekommen wir ja etwas „fast gratis“ dazu.

Was wir nicht sehen, ist, dass wir das Spiel im Wert von 50 Euro beispielsweise online für 20 Euro hätten kaufen können und die Konsole allein nur 250 Euro gekostet hätte. Zudem schlägt der Verhaltensökonom vor, stets zu prüfen, ob es uns das Geld auch wert ist. Vielleicht ist das Spiel nicht so attraktiv, oder eben 50 Euro ein zu hoher Preis für das Spiel. Ebenso bei Kleidung oder dem Kauf eines Autos. Hier kosten meist zusätzliche Wünsche sehr viel Geld. Doch wir kaufen sie dennoch. Auch, wenn wir einzeln für beispielsweise eine Klimaanlage niemals so viel Geld ausgegeben hätten, oder eine Nachrüstung günstiger gewesen wäre.

 

Wieso ist es ein Problem, dass wir uns selbst täuschen lassen von unserem Hirn?

Nun könnte man natürlich sagen, dass man sich auch einmal etwas gönnen dürfe. Doch auf der anderen Seite, ist jede Kaufentscheidung, eine Entscheidung Geld wegzugeben. Dieses Geld bleibt uns nicht mehr für andere Ausgaben. Dan Ariely erklärt außerdem, dass dieses Verhalten genau zwei Probleme in der heutigen Zeit mit sich führt. Er sagt, da wir viel höhere Lebenserwartungen haben und weniger jüngere Menschen – im Vergleich – in unser Rentensystem einzahlen, ist es wichtig, dass wir so leben, dass wir auch im Alter genug Geld zur Verfügung haben. Daher ist es ihm ein großes Anliegen in seinem Buch „Teuer ist relativ“ die Menschen für den Umgang mit Geld zu sensibilisieren.

 

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