Wie viel Geld hat die Weltbevölkerung? Wie sind die Vermögen verteilt? Und wie steht Deutschland im internationalen Vergleich da? Diese Fragen beantwortet die neue globale Vermögensstudie der Allianz. Das sind die vier wichtigsten Erkenntnisse.

1. Die Welt wird immer reicher

Die guten Nachrichten zuerst: 2017 sei “ein nahezu perfektes Jahr für die Anleger” gewesen, heißt es im neuen “Global Wealth Report” der Allianz-Versicherung. Vor allem durch die boomenden Börsenkurse ist das Geldvermögen weltweit um 7,7 Prozent gewachsen. Es liegt nun bei 168,3 Billionen Euro – eine unvorstellbare Summe. Würde man nur eine Billion Euro in 50-Euro-Scheinen aneinander legen, könnte man damit 70 Mal den Erdball umrunden.

2. Die Vermögensungleichheit ist groß

Obwohl  im Großen und Ganzen immer mehr Menschen in den vergangenen Jahren in den Mittelstand aufsteigen konnten, sind die Vermögen der Welt immer noch sehr ungleich verteilt, wie die Studie zeigt. So besitzen die reichsten zehn Prozent der Weltbevölkerung  fast 80 Prozent der gesamten Netto-Geldvermögen. Für die untere Bevölkerungshälfte – das sind rund 2,5 Milliarden Menschen – verbleibt dagegen weniger als ein Prozent.

Zur Bemessung der Vermögensverteilung hat die Allianz einen neuen Index gebildet. Das Ergebnis: Deutschland gehört im internationalen Vergleich zu den Ländern, in denen die Vermögen am ungleichsten verteilt sind. Nur in den USA, Dänemark, Südafrika, Indonesien und Großbritannien geht die Vermögensschere laut Allianz noch weiter auseinander. Die ausgewogenste Verteilung der Vermögen findet sich in der Slowakei, Belgien und Südkorea.

3. Die Vermögen der Deutschen wachsen – aber auch ihre Schulden

Auch die Deutschen haben mehr Geld in der Tasche: Unser Netto-Geldvermögen betrug 2017 pro Kopf durchschnittlich 52.390 Euro, ein sattes Plus von fast 2.500 Euro im Vergleich zum Vorjahr. Die Allianz erklärt dies durch die hohen Sparanstrengungen der Deutschen ( „Spar-Europameister“), obwohl das konservative Sparverhalten und der niedrige Wertpapierbesitz der Deutschen das Vermögenswachstum sogar noch hemmt. Insgesamt steht Deutschland auf Platz 18 der wohlhabendsten Nationen. Spitzenreiter sind die Schweizer mit einem Netto-Geldvermögen von fast 174.000 Euro pro Kopf. Dahinter folgen die USA und Schweden.

Gleichzeitig wuchsen aber auch die Schulden der Deutschen deutlich, nämlich um 3,4 Prozent. Das sei der höchste Anstieg der Verschuldung seit 2000, heißt es im Allianz-Bericht.

4. Geldanleger müssen sich auf turbulente Zeiten einstellen

An eine Wiederholung des “nahezu perfekten” Jahres 2017 für Anleger an der Börse glaubt die Versicherung jedoch nicht. Ihr Ausblick für die Zukunft fällt eher pessimistisch aus, erklärt Allianz-Chefvolkswirt Michael Heise: „Die Zeichen stehen auf Sturm: Höhere Zinsen, Handelskonflikte und eine zunehmend populistische Politik verursachen Spannungen und Turbulenzen. Die ersten Monate dieses Jahres haben darauf schon einen Vorgeschmack gegeben.”

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