Heute wollen wir mit dir über Einhörner sprechen. Falls du jetzt denkst, hier folgt ein Exkurs über die fabelhaften Pferdewesen mit der Regenbogenmähne, müssen wir dich jedoch leider enttäuschen. Was in der Welt der Finanzen hinter dem englischen Begriff „Unicorns“ steckt, ist aber nicht weniger spannend.

Als Einhörner (Englisch: „Unicorns“) bezeichnet man junge Unternehmen, die vor ihrem Börsengang einen Marktwert von einer Milliarde US-Dollar erreicht haben. Oft handelt es sich dabei um vielversprechende Technologie-Start-Ups, denen im Zuge der Digitalisierung ein disruptives Potenzial zugetraut wird. Anders gesagt: Selbst, wenn sie noch kein Geld verdienen, trauen ihnen Analysten und Investoren zu, dass sie den Markt in Zukunft auf den Kopf stellen werden. Den Namen der behörnten Fabelwesen bekamen sie deshalb, weil es sie so selten gibt.

Denn nur ein erlesener Kreis von vielversprechenden Unternehmen schafft es in den Club: Laut dem Risikokapitalanbieter CB Insights gibt es derzeit 249 Unicorns auf der Welt. Sie bringen es zusammen auf einen Marktwert von knapp 830 Milliarden US-Dollar. Unter den Top 10 finden sich einige Firmen, die euch sicherlich ein Begriff sind:

  1. Uber (USA, Marktbewertung: 68 Mrd. $)
  2. Didi Chuxing (China, 56 Mrd. $)
  3. China Internet Plus Holding (China, 30 Mrd. $)
  4. Airbnb (USA, 29,3 Mrd. $)
  5. SpaceX (USA, 21,5 Mrd. $)
  6. Palantir (USA, 20 Mrd. $)
  7. WeWork (USA, 20 Mrd. $)
  8. Toutiao (China, 20 Mrd. $)
  9. Lu.com (China, 18,5 Mrd. $)
  10. Pinduoduo (China, 15 Mrd. $)

Auffällig dabei: Die wertvollsten Unicorns der Welt stammen allesamt aus den USA und China. Der bekannteste Einhorn-Besitzer dürfte dabei Tesla-Gründer Elon Musk sein, der nicht nur die Automobilbranche, sondern mit SpaceX auch die Raumfahrt revolutionieren will.

In Deutschland gibt es nur vier Unternehmen, die ohne Börsengang einen Marktwert in Milliardenhöhe erreichen: dazu zählen derzeit Ottobock, die Auto1 Group, die NuCom Group und CureVac. Die Einhörner sind hierzulande also sehr selten zu sehen. Und sobald sie den Gang an die Börse wagen sollten, verlieren sie automatisch ihren Status. Anders gesagt: Vom Reich der Fantasie geht es dann in die harte Realität der Finanzwelt.

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