Ob du nun Hund- oder Katzenmensch bist, Kaninchen oder Pferde magst – die Trendtiere des Internets 2018 sind eindeutig bunt, haben große Augen und existieren nur virtuell: CryptoKitties. Du willst endlich beim Trend mitreden? Sehr gut, denn es wird höchste Zeit. Neue Exemplare der Generation 0 kommen nur noch bis November 2018 auf den Markt. Also los!

Fangen wir von vorne an …

Was ist CryptoKitties?

CryptoKitties sind virtuelle Katzen: man kann sie weder anfassen noch streicheln; sie legen sich auch nicht schnurrend auf deinen Bauch. Zumindest schauen sie dann auch nicht hochnäsig auf dich herab, weil ihnen das Essen nicht schmeckt. Allenfalls kann man sich das Bild seiner Katze ausdrucken und auf das Nachttischchen stellen. Denn eine Kryptokatze hat kein weiches Fell und warme Tatzen, sie ist ein digitales Sammelkärtchen.

Optisch sind die kleinen ein Hingucker: bunt, knuffig, mit großen Augen und winzigen Pfötchen. Ihre Identität setzt sich aus verschiedenen vererbbaren Merkmalen zusammen. Diese heißen – surprise, surprise – „Cattributes“. Dazu gehören Farben wie „Brownies“, „Lemonade“ oder „Purplehaze“. Außerdem gibt es variierende Münder, Augenformen und Fellmuster. Manchen tragen ein Basketball- oder Draculakostüm, andere verwandeln sich zu Merlin, werden ein Oktopus oder ihnen wachsen Flügel und Hörner.

Bild: Axiom Zen
Bild: Axiom Zen

 

Was mache ich mit virtuellen Katzen?

Es funktioniert im Grunde wie ein Sammelspiel. Du weißt schon, als du klein warst. Damals waren es vielleicht erst knuffige Kuscheltiere, später Pokémon-Karten oder Diddle-Papier, immer mit dem Ziel: möglichst viele, möglichst seltene, möglichst wertvolle.

Der Tech-Nerd von heute lebt sein Sammlertum mit virtuellen Kitties aus. Und nicht nur der. Denn um am Spiel Spaß zu haben, musst du kein Blockchain-Experte sein. Die ersten CryptoKitties kamen am 28. November 2017 auf dem Markt. Allein bis zum 8. Dezember gaben Spieler knapp sieben Millionen Euro für die Tierchen aus – die, wir betonen es nochmal, nur virtuell existieren. Das Sammeln, Handeln und Züchten nahm solche Ausmaße an, dass die virtuellen Kitties den Handel auf Ethereum – immerhin Heimat einer der größten Kryptowährungen – deutlich verlangsamte.

Wie kaufe ich CryptoKitties?

CryptoKitties läuft auf Ethereum. Daher brauchst du, um auf Shopping-Tour zu gehen, die Kryptowährung Ether und eine Ether-Geldbörse. Sobald das erledigt ist, kann’s auch schon losgehen. Weil’s im Video dann doch etwas leichter verständlich ist, gibt’s hier die offizielle Schritt-für-Schritt-Anleitung:

Die virtuellen Tiere kannst du aber auch züchten. Und das geht so:

Wie züchte ich CryptoKitties?

Am Anfang ist das Ei. Kein Witz, wenn sich zwei – eigentlich geschlechtslose – CryptoKitties paaren, schlüpft ihr Junges aus einem Ei. Möchtest du, dass deine Katzen Nachwuchs bekommen, gibt es drei Möglichkeiten:

1. Du kannst zwei deiner eigenen Katzen miteinander paaren.
2. Du bietest eine deiner Kitties zur Zucht an – und verdienst dabei sogar noch Geld. Dann gehört das neue Kätzchen aber dem Käufer.
3. Du hältst selbst nach einer Katze Ausschau, mit der du gerne eine deiner eigenen kreuzen würdest. Hast du eine gefunden, zahlst du deren Besitzer den gewünschten Preis und die neue Katze gehört dir.

Dabei ist zubeachten, dass je öfter eine Katze gedeckt wird, desto länger musst du warten, bis sie sich wieder paaren kann. Du musst also abwägen, mit wem du sie paaren willst und wie viel du dafür ausgeben oder verlangen möchtest.

Je nach den Merkmalen der Eltern hat die frisch geschlüpfte Katze andere Eigenschaften. Besonders begehrt sind sogenannte „fancy“ Kitties. Diese kannst du auch selbst züchten. Wie, das siehst du in diesem Video:

Wie viel ist ein Kryptokätzchen Wert?

Jede CryptoKitty ist einmalig (da sie einen individuellen Code besitzt) und hat einen monetären Wert in Ether, der Kryptowährung von Ethereum. Wie viel eine Katze Wert ist, ergibt sich durch ihre „Cattributes“. Viele der Kryptokatzen ähneln sich optisch. Manche haben allerdings seltene Genkombinationen, die ihnen besondere Eigenschaften geben. Und wie so oft im Leben gilt: Seltenen Merkmalen sind begehrter und daher teurer.

Ein weiteres Kriterium ist das Alter. Bis November 2018 erstellt CryptoKitties alle 15 Minuten zufällig eine Katze. Diese gehören zur Generation 0. Je älter eine Katze ist, desto höher ist auch ihr Preis: Generation 1 ist besser als 10. Denn die Generation der Eltern bestimmt logischerweise auch die des Nachwuchs. Paart sich zum Beispiel ein Kitty der Generation 2 mit einem der Generation 4, gehören die Babys der Generation 5 an.

Virtuelle Kätzchen gibt es aktuell für 64 Cent. Das teuerste CryptoKitty ist Genesis, es ist das allererste und bekam im Dezember letztes Jahr für über 100.000 Euro ein neues Herrchen.

 

Wie verdiene ich mit virtuellen Kätzchen Geld?

Zuerst ist wichtig: CryptoKitties sind keine Kryptowährung sondern Token. Das heißt, hinter jedem Katzenbild verbrigt sich eine einzigartige Zeichenkette auf der Blockchain, ein Token. Diese kann man besitzen oder auf der Blockchain hin und her schicken. Und dabei Geld verdienen.

Dazu kannst du Katzen kaufen und wieder teurer verkaufen (Die Generation 0 wird nach November 2018 sicher wertvoller) oder selbstgezüchtete Nachkommen verkaufen.

Auch die Entwickler verdienen an ihren Tieren: Von jeder Transaktion erhalten sie 3,75 Prozent. Wer sich nun denkt, dass die Entwickler aber auch selbst mit eigenen Kitties sehr viel Geld verdienen können, der kann beruhigt sein. Dieter Shirley, CryptoKitties Technischer Architekt sagte 2017 in einem Interview gegenüber Newswire: “The CryptoKitties economy is entirely decentralized and impossible for the development team to manipulate. Anyone on the team with knowledge of the breeding algorithm is prohibited from playing.”

Alle Vorgänge kosten aber auch Geld. So kommt zu jedem Kauf oder Züchtvorgang eine Art Bearbeitungsgebühr dazu, die sich “Gas” (dt.: Treibstoff) nennt.

Die Preise im Spiel und die der Katzen ergeben sich durch den Erfolg der CryptoKitties und durch die verwendete Technik. Wie bei Kryptowährungen werden bei Ethereum – wo das Spiel läuft – alle Käufe, Verkäufe und Paarungen mit anderen Kitties in der Blockchain dokumentiert.

Ob Katzenfan oder nicht – eines ist wichtig: Als Investment sind CryptoKitties hochspekulativ. Ein Spiel eben. Denn wie bei Kryptowährungen auch haben diese nur solange einen Wert, wie er ihnen zugemessen wird. Wollen nächstes Jahr alle lieber Hasen, könnte es schwierig werden.

Wie viel Ether gerade Wert ist erfährst du hier.

via GIPHY

 

Warum gibt es CryptoKitties?

Zunächst, Katzen sind goldig – auch virtuell. Aber natürlich hatten die Entwickler ein größeres Bild im Hinterkopf. Denn: Die Kätzchen sollen Blockchain-Technologien für dich und mich erfassbar machen – egal ob Finanz-Tech-Nerd oder nicht. Geht es nach den Entwicklern, soll das Sammelspiel ein spielerischer Einstieg in die Blockchain-Technologie und Kryptowährungen sein.

Das Potential in CryptoKitties sehen auch renomierte Investoren aus dem Silicon Valley, wie zum Beispiel der Andreessen Horowitz Partner Balaji Srinivasan. Er ist davon überzeugt, dass CryptoKitties zeigt, wie internationaler Handel von Vermögenswerten auf Blockchain-Technologien aussehen kann. Ihm zufolge beweißt das Spiel, dass man Vermögenswerte dezentralisiert handeln kann – ohne, dass Banken, Broker oder andere Institutionen zwischengeschalten werden müssen. Und genau wegen diesem Ideal fühlen sich so viele von der Blockchain angezogen.

Im März 2018 hat die Firma CryptoKitties in einer Finanzierungsrunde, angeführt von Andreesssen Horowitz und Union Sware Ventures, 12 Millionen Dollar eingesammelt.

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