Elon Musk hat diese Woche die Welt geschockt – mit 53 Zeichen. Er will Tesla von der Börse nehmen. Was? Wie? Warum? Was passiert ist und wie ein Börsenabgang funktioniert – die wichtigsten Fragen haben wir hier kurz für dich beantwortet.

Was ist genau passiert?

Konkret überlegte Elon Musk live auf Twitter, Tesla zu privatisieren – also von der Börse zu nehmen. Das sollte zu einem Aktienkurs von 420 Dollar passieren. Die Finanzierung sei gesichert, sagt er.

Die Reaktionen an der Börse sind heftig ausgefallen. Am Vortag lag der Aktienkurs von Tesla bei 341,99 US-Dollar. Am Dienstag ging sie dann so steil nach oben, wie die Raketen von SpaceX: Mittags stand sie schon bei 367 Dollar – das ist ein Anstieg von 7,4 Prozent. Es gingt soweit, dass die NASDAQ den Handel der Aktie kurzzeitig stoppte. Als wieder gehandelt werden konnte, stieg der Kurs nochmals. An der Spitze des Tages waren die Anteilsscheine zwischenzeitlich bei 379 Dollar. Das war der höchste Stand seit Mitte September 2017 (389,61 Dollar).

Warum hat die Börse den Handel gestoppt?

Mit seinem Tweet hat Musk für ganz schön viel Aufregung gesorgt. Das ging soweit, dass die NASDAQ den Handel der Tesla-Aktien zwischenzeitlich gestoppt hat. Das nennt sich “Circuit Breaker”. Die Börse macht das genau dann, wenn sie Anleger und Investoren vor Überreaktionen schützen möchte. Dies soll ihnen dann Zeit geben, um sich zu informieren und keine voreiligen Entscheidungen zu treffen.

Ein anderes Beispiel war in China im Januar 2016. Dort wurde der Handel auf der kompletten Börse für 15 Minuten gestoppt, als die Kurse einbrachen.

Warum will Musk Tesla von der Börse nehmen?

Musk fühlt sich seit dem Börsengang in seiner Arbeit wohl wie in Zwangsjacke. Denn damit kommen gewissen Pflichten, unter anderem muss Musk nun alle drei Monate, die Quartalszahlen präsentieren und sich somit auch der Öffentlichkeit stellen. Denn Anleger und Investoren wollen natürlich wissen, wie es steht. Das geht ihm deutlich gegen den Strich. Erst im Mai polterte er bei der Präsentation der neusten Zahlen gegen die Fragen der Analysten. Er bezeichnete sie schlicht als “langweilig” und beantwortete manche Fragen gar nicht, weil sie ihm zu trivial waren.

Auch würden die Schwankungen der Aktie alle Mitarbeiter nur ablenken. Diesen Druck will er wohl von sich und seinen Mitarbeitern nehmen.

Wie funktioniert ein Börsenabgang?

Bei einem freiwilligen Börsenrückzug haben Aktionäre die Möglichkeit, ihre Aktien zurück zu verkaufen oder diese zu behalten. Musk stellt sich das so vor:

Wir erinnern uns, Musk möchte das bei einem Preis von 420 Dollar festsetzen. Damit stiege der Wert den Unternehmens nochmals um über 10 Prozent und läge bei knapp 72 Milliarden Dollar. Wie er das finanziell gestalten möchte, hat er bisher noch nicht gesagt. So ein teures Unternehmen wurde noch nie von der Börse geholt. Der bisherige Rekord liegt bei 45 Milliarden Dollar – das war das texanische Unternehmen Energy Future Holdings. Hier endete die Aktion in der Pleite.

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