Es war ein ganz normaler Markttag, eigentlich. Doch dann haben 53 Zeichen die Technologiebörse NASDAQ ganz schön aus der Bahn geworfen. Dein erster Gedanke gilt Trump? Nein, diese Woche war es ein anderer: Der Chef des Elektroautobauers Tesla Elon Musk. Wie Twitter die Börse beherrscht.

Sie kommen oft wie aus dem Nichts und bewegen dann Milliarden. Kurznachrichten bei Twitter sind schon lange kein belangloses Gezwitscher mehr. Sie zeigen unmittelbar Wirkung – auch an der Börse. Beispiele gefällig?

Wie hat ein Star so eine Macht auf Börse?

Im Februar 2018 hat der amerikanische Reality-TV-Star Kylie Jenner den Börsenkurs von Snap zum Absturz gebracht. Wie das? Sie erkundigte sich öffentlich, ob sie nach dem Update, die einzige sei, die die App nicht mehr öffnen könne. Der Kurs sank prompt – zwischzeiglich um acht Prozent. Das entspricht einem Börsenwert von rund 1,7 Milliarden Dollar.

Natürlich hat Jenners Meinung einen großen Einfluss auf ihre Fans. Sie lässt diese so nah an ihrem Leben teilhaben, dass sie über Fernseher und Smartphone eine Beziehung zu ihr aufbauen. Wenn Kylie nun kein Snapchat mehr benutzt, wollen die Fans das wahrscheinlich auch nicht. Die Fans schauen sich ihre Stories dann woanders an. Und Kylie gilt als die absolute Snap-Queen. Ist sie nicht mehr dort, kann das negative Auswirkungen auf den Konzern haben. Das macht Anleger nervös.

Twitter-Titan Trump

Der unangefochtene Twitter-König ist aber der US-amerikansiche Präsident Donald Trump. Zu den Firmen, die schon unter ihm leiden mussten, gehören der Luftfahrtkonzern Boeing, der Rüstungskonzern Lockheed Martin oder der Modekonzern Nordstrom. Warum er so einen Einfluss hat, ist fast selbstredend. Haben ihn vor seiner Kanditatur viele für seinen Geschäftssinn bewundert, hatte er als Kandidat nun als Präsident nochmal einen ganz anderen Einfluss auf die Menschen.

Doch es kann auch ein Segen sein, im Scheinwerferlicht des Präsidenten zu landen. Denn oft haben sich die Aktien genau dieser Unternehmen vergleichsweise gut entwickelt. Aus diesem Grund hat das Finanzunternehmen Bankrate einen Trump Index veröffentlicht. Hier kannst du dir diesen hier mal anschauen.

Jetzt hat es Tesla erwischt

Und nun löste Musk ein Beben aus.

Die Reaktionen der Anleger waren heftig. Der Kurs stieg so rasant, dass die Technologie-Börse NASDAQ, auf der Tesla gehandelt wird, den Handel der Aktie kurzzeitig stoppte. Zwischenzeitlich lag der Wert bei 379 Dollar – der höchste Stand seit Mitte September 2017 (389,61 Dollar).

Gerade er hat mit seinen kurzen Mitteilungen natürlich einen großen Einfluss auf seine Follower und damit auch die Anleger. Seine Aktienanleger sind meist von seinen Visionen begeistert, sicher teilweise sogar stolz darauf, an deren Realisierungen mitzuwirken.

Für einen Konzernchef ist es jedoch sehr untypisch und unprofessionell, so öffentlich mit einem Abschied von der Börse zu liebäugeln. Denn die Position bringt eine große Verantwortung mit sich.

Und rechtlich könnte der Vorfall jetzt auch Folgen haben. Denn Musks Gezwitscher trieb den Aktienkurs kräftig in die Höhe. Er bewegte Milliarden. War es alles nur ein Bluff? Zum Beispiel um Spekulanten, die gegen die Aktien gewettet haben, eins auszuwischen?! Sollte es so sein, kann das eine Klage wegen Marktmanipulation für Musk bedeuten.

Update 16. August 2018: Dem US-Fernsehsender Fox Business Network zufolge hat die US-Börsenaufsichtsbehörde SEC nun die Vorstandsmitglieder von Tesla gerichtlich vorgeladen. Die SEC untersucht, ob Elon Musk mit seinem Tweet vornehmlich den Aktienkurs des Unternehmens in die Höhe treiben wollte. Tesla und SEC haben dazu bisher keine Angaben gemacht. 

Was genau Elon Musk angestellt hat und wie ein Börsenabgang funktionieren würde. Das sagen wir dir hier.

 

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