Jetzt und in Zukunft soll alles ganz schnell gehen: Person A schickt Geld in einem Moment los, im nächsten ist es schon bei Person B. Was Paypal schon lange kann, wollen die Sparkassen jetzt auch. Das Wettrennen um Instant Payment hat begonnen, doch haben die Banken eine Chance?

Die Sparkassen haben Instant Payment eingeführt

Seit Dienstag bieten die deutschen Sparkassen ihren rund 50 Millionen Kunden Überweisungen in Echtzeit an. Dabei erreicht das Geld den Empfänger binnen Sekunden – Blitzüberweisungen wird das genannt oder auch Instant Payment. Das ist immer möglich: 24 Stunden am Tag, 7 Tage die Woche, 365 Tage im Jahr. Die maximale Überweisungssumme im europäischen Raum liegt bei 15.000 Euro.

Damit sei die Sparkassen-Finanzgruppe die erste Institutionsgruppe in Deutschland, die diese Technik anbiete, sagte Helmut Schleweis, Präsident des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes,  am Dienstag gegenüber der Deutschen Presse-Agentur. Während viele Sparkassen das System schon seit dem 10. Juli 2018 umsetzen, folgen andere im Laufe des Jahres. Kunden der Hypo-Vereinsbank können ihr Geld schon seit letztem November in Sekundenschnelle verschicken. Damit war sie die erste und bis diese Woche einzige Bank in Deutschland mit diesem Angebot. Die Deutsche Bank sowie die Volks- und Raiffeisenbanken wollen folgen.

Paypal im Sparkassenstil

In einem Moment ist das Geld hier, im nächsten dort ­– erinnert dich das System an etwas? Genau, klingt nach Paypal. Wie bei Paypal können Menschen sekundenschnell Geld schicken. Anders wie bei Paypal: Der Empfänger kann das Geld gleich bei sich abheben. Doch der entscheidende Unterschied ist wohl dieser: Wer aktuell bei Banken online blitzüberweist, muss dafür blechen. Instant Payment kostet bei der Hypo–Vereinsbank 50 Cent pro Zahlung. Allein beim teuersten Kontomodell ist der Service kostenlos. Bei den Stadtsparkassen München zahlen Kunden 50 Cent pro Überweisung, die Sparkasse Hannover verlangt sogar ganze zwei Euro. Andere Banken verlangen je nach Kontoart Gebühren oder nicht.

Echtzeit bedeutet übrigens, dass eine Geldüberweisung innerhalb von zehn Sekunden auf dem Empfängerkonto sein soll. Heute dauert das noch meist mindestens einen Arbeitstag. Die Sache hat nur einen Haken: Instant Payment funktioniert nur, wenn der Sender und der Empfänger einen Zugang zu der Technik haben. Das bedeutet: Kann der Empfänger noch nicht Instant empfangen, kommt das Geld nicht früher an. Der Sender kann dann also schnell senden, wie er möchte.

Warum ist Instant Payment praktisch?

Warum Blitzüberweisungen sinnvoll sein können zeigen diese Beispiele: Nehmen wir an, du möchtest einen Gebrauchtwagen kaufen. Um das Auto gleich mitnehmen zu können, musste man das Geld bisher bar mitnehmen. Jetzt kann man es direkt vor Ort überweisen und der Händler hat es gleich auf dem Konto. Auch wenn du online einkaufen bist, wird dein T/Shirt oder Smartphone erst dann verschickt, wenn der Shop das Geld auf dem Konto hat. Wie anfangs gesagt, alles wird schneller. Ob die deutschen Banken das Rennen um Instant Payment jedoch gewinnen können ist fraglich. Denn solange Paypal gerade im Onlinehandel weiterhin von den meisten Shops unterstützt wird, entscheiden wir uns doch lieber für die kostenlose Zahlmethode.

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