Würdest du Geldgeschenke von deinem Arbeitgeber freiwillig ablehnen? Obwohl keine Verpflichtungen daran geknüpft sind? Natürlich nicht. Und dennoch tun es über sieben Millionen Menschen in Deutschland. Die Rede ist von vermögenswirksamen Leistungen (VL). Diese Geldgeschenke vom Arbeitgeber können Arbeitnehmer annehmen und das Geld auf verschiedene Arten anlegen. Doch verzichten laut einer Studie des Research Center for Financial Services (CFin) etwa sieben Millionen Deutsche auf die vermögenswirksamen Leistungen – obwohl sie Anspruch darauf hätten. 1,6 Milliarden Euro gehen ihnen hierdurch jährlich verloren. In Deutschland können 20 Millionen Menschen bis zu 40 Euro im Monat vom Arbeitgeber bekommen. Viele wissen aber nichts davon. Dadurch verzichten sie vor allem auf die gewinnbringende Anlage vermögenswirksamer Leistungen mit ETFs.

Wer Anspruch auf vermögenswirksame Leistungen hat

Rund 20 Millionen Deutsche haben Anspruch auf vermögenswirksame Leistungen. Das richtet sich je nach Arbeits- und Tarifvertrag. Wer berechtigt ist, vom staatlich geförderten Sparen zu profitieren, kann dabei bis zu 40 Euro im Monat vom Arbeitgeber geschenkt bekommen. Dieser Wert variiert allerdings. Nicht jeder Arbeitnehmer bekommt 40 Euro. Im Öffentlichen Dienst gibt es beispielsweise 6,65 Euro im Monat, im Einzelhandel 13,33 Euro, in vielen Bereichen der Wirtschaft 26,67 Euro und in der Bankbranche 40 Euro. Es lohnt sich in den meisten Fällen, die Summe mit eigenen Mitteln bis auf 40 Euro oder mehr aufzustocken, falls der Arbeitgeber nicht die volle Summe bezahlt.

So kannst du von vermögenswirksamen Leistungen mit ETFs und Fonds profitieren

Arbeitnehmer haben vier verschiedene Möglichkeiten, die vermögenswirksamen Leistungen anzulegen: Mittels Banksparplan, durch die Abbezahlung eines Baukredits, durch einen Bausparvertrag oder durch einen Fondssparplan. Wer kein konkretes Immobilienprojekt vor der Brust hat, für den empfiehlt sich ein Fondssparplan. Dazu erklärt Rudolf Geyer, Sprecher der Geschäftsführung von ebase: „Ein VL-Sparplan mit Fonds und ETFs ist ein perfektes Produkt, um an die Wertpapieranlage herangeführt zu werden.“ Ebase ist in Deutschland der einzige Anbieter, der auch ETF-Sparpläne in Kombination mit vermögenswirksamen Leistungen anbietet. Bei VL-fähigen Aktiensparplänen fließt der Betrag in einen normalen Fonds oder ETF. Dabei sind nicht alle Produkte VL-fähig, wie es so schön heißt. Welche Fonds und ETFs sich eignen, muss jeweils bei der Depotbank angefragt werden. Die Depotbank ist der Anbieter oder die Bank, bei der du deinen VL-Sparplan einrichtest. Am Ende des Artikels befindet sich eine Tabelle mit ausgewählten Produkten.Natürlich gibt es noch viele weitere. Diese Tabelle dient nur als Anregung.

Wie kommst du an einen VL-Vertrag?

Wer einen Vertrag über vermögenswirksame Leistungen abschließen will, der erkundigt sich bei seinem Arbeitgeber nach dem Zuschuss. Ist das geklärt, sucht man sich einen Anbieter aus und schließt den VL-Vertrag ab. Zuguterletzt wird er dem Chef oder der Personalabteilung wieder vorgelegt. Nun zahlt der Arbeitgeber sechs Jahre lang in den Vertrag ein, ein siebtes Jahr muss der Vertrag „ruhen“. Es folgen keine Einzahlungen mehr, aber das Geld verzinst sich im besten Falle noch. Bereits nach dem Ablauf der ersten sechs Jahre, können Arbeitnehmer einen neuen VL-Vertrag abschließen. Entweder lassen sie sich das Geld auszahlen, oder lassen das bisher angesparte Kapital unberührt. „Wer sich die langfristige Durchschnitssrendite der großen Indizes anschaut wird sehen, dass sich eine dauerhafte Anlage lohnt. So kann der Zinses-Zins-Effekt am besten wirken“, sagt Geyer.

Bekommst du eine staatliche Förderung bei vermögenswirksamen Leistungen?

Einen großen Vorteil bieten VL-Angebote vor allen denjenigen, die noch zusätzlich vom Staat gefördert werden. Die sogenannte Arbeitnehmersparzulage erhalten Arbeitnehmer, die eine gewisse Einkommensgrenze nicht überschreiten. Bei einem Bausparvertrag oder der Tilgung eines Baukredits beträgt die Grenze 17.900 Euro zu versteuerndes Einkommen. Bei einem Sparplan für Fonds und ETFs liegt diese Grenze bei 20.000 Euro. Jeweils für Ledige. Bei Ehepaaren ist es die doppelte Summe. Bei einem Aktiensparplan gibt der Staat jedes Jahr 20 Prozent der eingezahlten Summe dazu, maximal aber 80 Euro.

Vermögenswirksame Leistungen mit ETFs und Fonds

Wer langfristig Vermögen aufbauen will, der kommt in der Niedrigzinsphase nicht um Fonds und ETFs herum. Diese eignen sich aufgrund der vorraussichtlichen Rendite am meisten. So hat der MSCI World – bestehend aus 1600 Unternehmen der Industrieländer – seit 1970 bis heute pro Jahr rund 6,8 Prozent Rendite gebracht. Diese Gewinnaussicht von 6,8 Prozent haben wir in unserem Rechenbeispiel (siehe Grafik) einberechnet. So ergibt sich nach sieben Jahren eine Summe von knapp 4000 Euro. Ohne staatliche Förderung. Je nachdem, wie hoch der Arbeitgeberanteil ausfällt, berechnet sich der Gewinn. Es zeigt sich jedoch, dass man bei positiver Börsenentwicklung immer gewinnt. Allerdings stellt sich nun die Frage: Sollen Anleger in Fonds oder ETFs anlegen?

Solltest du bei VL in ETFs oder Fonds investieren?

Hier kommt wieder die Glaubensfrage zwischen aktiver und passiver Anlage ins Spiel. Wer weiß, dass er nach sieben Jahren eine ordentliche Rendite haben will, der sollte sich für einen aktiv gemanagten Fonds entscheiden. Der Fondsmanager kann auf Börsenschwankungen reagieren und das Vermögen absichern. Aber: wer sein Geld länger als sieben Jahre investieren möchte, kann durchaus auf ETFs setzen, da diese deutlich kostengünstiger sind und die Rendite dadurch langfristig höher ausfallen dürfte. Durch die strikte Indexabbildung kann hier aber zwischenzeitlich ein deutlicher Verlust zubuche stehen. Egal wofür sich Arbeitnehmer entscheiden. VL-Sparen lohnt sich. Vor allem mittels ETFs und Fonds. Dazu erklärt Geyer von ebase: „Für ETFs bei VL-Sparplänen sprechen die geringen Kosten und der Faktor, dass aktive Fonds langfristig gesehen nur selten ihren Referenzindex schlagen.“

In dieser Grafik siehst du, wie viel Gewinn du nach sieben Jahren haben kannst. Dabei kommt es darauf an, wie viel dein Chef bezuschusst. In der Grafik siehst du die verschiedenen Fälle, wenn du dein eigenes Geld dazugeben musst.

Der Kleingeldhelden-Tipp für VL

Wir raten dir auf jeden Fall dazu, vermögenswirksame Leistungen mit ETFs und Fonds zu machen. Am besten seit gestern. Hier ein kleines Rechenbeispiel samt Grafik, warum sich das für dich lohnt: Wir rechnen mit 40 Euro im Monat und einer jährlichen Rendite von 6,8 Prozent.

Nach 7 Jahren hättest du dann 3.896 Euro. Kannst du dir auszahlen lassen und schön Urlaub von machen oder weitersparen. Spar mal lieber weiter. Denn schon nach 14 Jahren hast du dann 10.072 Euro (Aha). Nach 21 Jahren sind es 19.860 Euro (Okay). Und nach 28 Jahren schon 35.373 Euro (Nicht schlecht). Nach 35 Jahren sogar schon 59.960 Euro (Wird ja immer besser) und nach 42 Jahren zum Renteneintritt besitzt du dann 98.926 Euro (Ja, hau mir aufs Maul!). Davon gehen noch Steuern und Sozialabgaben ab, aber dafür, dass der Arbeitgeber den Großteil zahlt und du fast nichts machen musst, bekommst du eine ordentliche Stange Geld. Ein erstes und bequemes Polster für deine Altersvorsorge oder für die Erfüllung deiner Wünsche.

 

Diese Fonds und ETFs eignen sich für VL-Sparpläne

Nun stellt sich nur noch die Frage, in welche Produkte du investieren sollst. Dafür eignen sich wie oben beschrieben Mischfonds und ETFs. Eine Auswahl findest du in der Tabelle. Du kannst dich je nach Anbieter aber auch für andere Produkte entschieden. Wir haben hier mal zehn Produkte genommen, die es auch bei ebase gibt. Dazu erklärt Rudolf Geyer: „Die Tendenz geht ganz klar in die Richtung, dass mehr und mehr VL-Sparpläne auf Basis von ETFs abgeschlossen werden. Die beliebtesten ETFs im Jahr 2017 waren welche auf den MSCI World, Dax, MDax, Nasdaq und Dow Jones Global Titans.“

Produktname ISIN Fondsgesellschaft Wertentwicklung 1 Jahr in Prozent Wertentwicklung 5 Jahre in Prozent
ComStage MSCI World TRN UCITS ETF I LU0392494562

 

Commerz Funds Solutions S.A.

 

8,9

 

84,04

 

iShares Core DAX (R) UCITS ETF (DE)

 

DE0005933931

 

BlackRock Asset Management

 

1,97

 

58,29

 

iShares MDAX (R) (DE)

 

DE0005933923

 

BlackRock Asset Management

 

6,65

 

86,6

 

ComStage Nasdaq-100 (R) UCITS ETF I

 

LU0378449770

 

Commerz Funds Solutions S.A.

 

23,23

 

192,77

 

iShares Dow Jones Global Titans 50 (DE)

 

DE0006289382

 

BlackRock Asset Management

 

9,13

 

81,51

 

LOYS Global MH A

 

DE000A0H08T8

 

Ampega Investment GmbH

 

7,98 85,58
Allianz Strategiefonds Wachstum – A – EUR

 

DE0009797266

 

Allianz Global Investors

 

5,76 59,67
Weberbank Premium 100

 

DE0005319826

 

Helaba Invest Kapitalanlagegesellschaft mbH

 

6,12 58,49
CT Welt Portfolio AMI CT (a)

 

DE000A0DNVT1

 

Ampega Investment GmbH

 

6,93 45,03
BlackRock Global Funds – Global Allocation Fund A2 EUR

 

LU0171283459

 

BlackRock Investment Management

 

0,00 41,36

Dabei wurden die ETFs ausgewählt (die fünf ersten Produkte) nach Beliebtheit bei ebase, und die Fonds (die restlichen fünf Produkte) nach ihrer Wertentwicklung in den vergangenen fünf Jahren.

 

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