Alle wollen es, einige haben es und du kannst es auch haben: das perfekte Instagramprofil. Dafür fehlt dir aber das Geld für eine krasse Spiegelreflexkamera, sagst du? Wir haben mit einem gesprochen, der es wissen muss.

Benedikt Huck (Foto), 25 Jahre alt, ist Erlebnispädagoge und ein totaler Outdoor-Freak. Es wundert also gar nicht, dass er außerdem ein Auge für aufregende Spots in der Natur hat und diese Bilder auf Fotos festhält. Im Herbst 2015 hat er als @benedikt.huck angefangen, seine Fotos auf Instagram zu stellen. Heute hat er 10,8 k Follower. Wir haben ihn gefragt, wie du spannende Fotos erschaffst – und das mit kleinem Budget.

Hi Benedikt. Angenommen, ich hab ein Smartphone, aber nicht viel Geld für eine super Spiegelreflex-Kamera. Schöne Fotos für Instagram mit dem Handy – geht das denn?

Benedikt: Hi! Also bei der Frage Smartphone oder Spiegelreflex bin ich der Meinung, dass es darauf ankommt, was du mit den Bildern machen möchtest. Willst du deine Fotos auf Instagram posten, brauchst du nicht unbedingt eine teure Kamera. Da haben viele Smartphones heute von der Kamera her eine richtig gute Qualität. Und der Vorteil: Du hast es meistens in der Hosentasche, ruckzuck gezückt und kannst gleich loslegen.

Und wo ist die Grenze?

Wenn du Fotos groß ausdrucken möchtest, zum Beispiel als Wandbild. Dann kommst du um eine Kamera nicht drum herum. Die Auflösung der Bilder ist einfach größer. Da gibt es im Einsteigerbereich tolle Modelle, die mittlerweile auch erschwinglich sind. Inklusive Standardobjektiv liegen die so um 300 Euro.

Wie wird ein Bild deiner Meinung nach denn besonders spannend? Hast du einfache Tipps, die ein Foto gleich schöner/spannender machen?

Ich finde es immer interessant, Personen in meinen Landschaftsfotos zu zeigen um den Betrachtern die Größenverhältnisse zu verdeutlichen. Das erzeugt eine gewisse Spannung. Auch die Lichtstimmung ist wichtig. Ich kann eine wunderschöne Berglandschaft bei strahlendem Sonnenschein fotografieren und es ist ein schönes Bild. Oder ich kann sie bei Sonnenaufgang oder –untergang ablichten. Das verleiht dem Motiv dann etwas ganz besonderes. Auch spiele ich gerne mit dem Vordergrund. Da baue ich gerne einen Ast, eine Blume oder einen Busch ein.

Wie lerne ich, ein schönes Foto zu machen?

Am Anfang sollte man sich überlegen, was möchte ich fotografieren und wie geht das eigentlich. Da ist Youtube super. Eine gute Adresse ist Benjamin Jaworskij. Wenn man schon eine Vorstellung von dem Bild hat ist das gut. Und dann einfach viel ausprobieren. Viele Perspektiven ausprobieren, mit dem Vordergrund spielen. Ich habe mir sehr viel mit dem Handy angeeignet. Am Anfang habe ich zum Beispiel fotografiert – viel auch mit dem Handy– und habe später gesehen, dass der Horizont total schief ist. Wenn das nicht beabsichtigt ist, ist das natürlich nicht schön.

Gibt es kostenlose Apps, die du viel beim Fotografieren verwendest?

Ja, gibt es! Und das sind nicht etwa Fotoapps sondern tatsächlich ganz normale WetterApps. Die sind ein wichtiges Werkzeug: Wann geht die Sonne auf? Wann geht sie unter? Wann beginnt die goldene Stunde? Dann sehe ich immer, wann die Lichtstimmung besonders schön ist.

Und wie sieht es bei der Bearbeitung aus?

Ich bearbeite meine Fotos für Instagram immer. Da bin ich ein großer Fan von Lightroom und Photoshop. Die gibt es übrigens auch als App für’s Handy. Die einfachen Versionen sind sogar kostenlos. Die Programme sind super intuitiv und du kannst Einiges rumprobieren. Bei Problemen gibt es genügend Youtube Tutorials. Für Instagram ist es besonders schön, wenn man Presets erstellt, also Filter, die man über jedes Bild noch zusätzlich legt. So kannst du einen einheitlichen Stil beibehalten.

Ok, eine Frage noch: Reicht das Handy alleine oder braucht man dann auch Zubehör?

Es gibt schon Smartphones, die Langzeitbelichtung können. Das ist beim Sternenhimmel oder bei Wasserfällen super. Dann ist ein Stativ oder eine Klemme notwendig, auf der man das Handy platziert. Sonst reicht das Handy alleine.

Foto: Florian Finke @meisterfinke

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